Alternativprogramm

Neulich dachte ich: Wenn die Sonne strahlt und lacht (nimmst Du besser Blende 8) baust Du Dir ne Kochbox:
Karton (hab ich)
Alufolie (hab ich)
Glasscheibe (hab ich)
Dunklen Kochpott (hab ich besorgt)
Kaum hatte ich alle Kochboxzutaten beisammen, zog sich der Himmel zu, grau, bewölkt, Gewitter, Regen (nicht genug), kalt, kälter.
Als dann tatsächlich heute früh auch noch meine Heizung angesprungen ist, dachte ich: Ok, vergiss die Kochbox, mach besser weiter mit dem Saunatest.
Saunatasche gepackt, aber vorher noch Chilli con Carne gekocht zum Aufwärmen.
Und dann?
Nach dem Essen im Garten abgehangen. Wolkenlos, warm.
Irgendwas mache ich falsch.

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Mal eben nach Buchforst

Gestern nach dem Aikido habe ich schon den Standort eines öffentlichen Bücherschranks geklärt, danach war ich merkwürdigerweise komplett platt als ich nach Hause kam.
Heute: 15° stark bewölkt, aber um das innere Schwein zu bezwingen, habe ich eine kleine Radtour gemacht um einen anderen Bücherschrank zu finden, der in Buchforst am Marktplatz stehen soll.
Marktplatz?
In Buchforst hat vor Urzeiten mein Vater gearbeitet, schön fand ich das nie. Aber mal gucken.
Über die Merheimer Heide der weitgehend bekannte Hinweg war nicht schlecht. Vor dem Eingang zur Merheimer Heide gibt es jetzt eine Gemüseberatung. Jungpflanzen kann man dort auch bekommen.

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Im Buchforst habe ich den Marktplatz, nicht aber den Bücherschrank gefunden. Der  ist anscheinend von den Öffnungszeiten der Apotheke abhängig.
Aber dort wo früher mein Vater in der Coop-Werkstatt gearbeitet hat, sind schnieke weiße Wohnblocks gewachsen. Die Außenmauer habe ich noch erkannt.
Auf dem Rückweg mitten auf dem Weg in der Merheimer Heide lag dann eine EC-Karte. (Warum immer ich? Warum immer Sonntags?) Nach einer Stärkung im goldenen Pflug und einem Telefonat mit der Polizei, bin ich dann noch nach Kalk gefahren um die Karte bei der Polizeiwache abzugeben. Dazu habe ich aber die KVB bemüht. Mit meinem „Seniorenticket“ darf ich ja Sonntags das Fahrrad mitnehmen.
Entschädigt wurde ich durch die Comics an der Polizeikantine.
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Bildschirmfoto 2019-07-14 um 17.17.38

Der Himmel über Ehrenfeld

20190709_21153320190709_213409Und die beste Kamera ist die, die man dabei hat. Hier das Tippeldings. Das kann übrigens seit einiger Zeit nur noch Weitwinkel als Festbrennweite. Macht aber nix, wenn frau weiß, was sie da macht.

Veröffentlicht inKöln

Es gibt kein schlechtes Wetter sondern nur unpassende Kleidung. 

Samstag war ich nach dem Aikido noch in der Stadt unterwegs auf der Suche nach einem neuen Fahrradsattel. 28 Grad, Menschenmassen, stehende Luft, also Köln im Sommer. Bei Globetrotter wurde ich fündig, überlegte noch, kurz die Eiskammer zu besuchen, aber nee, lieber nach hause in den Garten, unter den Baum auf den kühlenden Moosen… Und da bin ich dann auch eingepennt. Hätte mir eine Warnung sein sollen, denn wenn ich über einem Buch einschlafe, ist das die Vorwarnstufe für einen Wetterwechsel. Da lag ich also in Shorts und T-Shirt und wurde von einem kalten Wind geweckt. So viel zu unpassender Kleidung. Jetz ist es Kalt, regnet aber nicht.
Womit wir beim Thema Wetter wären. Unterwegs mit mir fragte in einer Blogparade nach Reisewetter.
Ist das so, mit der unpassenden Kleidung?
Da ich ja selten wandere, kann ich das nur aus Fahrrad-Perspektive beantworten. (und ein bisschen Kanu)
Was gibt es denn für Wetterunbilden?

  • Hitze: Macht mir nicht so viel aus, im Gegenteil, ich bin eher kälteempfindlich und auf dem Rad kühlt der Fahrtwind. Wichtig ist, leichte Kleidung (bei Bedarf Sonnenschutz und genug Wasser dabei zu haben. Mir reicht normalerweise eine 1l Flasche, die bei jedem Stop nachgefüllt wird. Wo sie fast nicht gereicht hat war die lange Durststrecke von Nörthen-Hardenberg an die Weser . Einfach weil es keine Einkehrmöglichkeit gab, keinenSchatten und es auch noch ständig bergauf ging.
    Und einmal  wollte ich nur eine kleine Runde fahren und hatte kein Wasser mit, was sich dann in der Wahner-Heide rächte.
  • Wind: Bei eher kaltem Wind trage ich eine leichte Windbrecher-Jacke, die ich mal für 1€ bei Ebay erworben habe. Sie hat sich bewährt, auch bei leichtem Regen.
    Rückenwind ist Klasse, daher meine Idee der Rückenwind-Tour.
    Meistens kommt der Wind aber von vorn. Gegenwind ist nervtötend, kraftraubend  und oft weiß man noch nicht mal, warum man nicht von der Stelle kommt. Gegenwind ist meistens der Grund, warum ich nicht so extrem genau vorplane. Was hab ich den Kopf geschüttelt über diesen Zwangsneurotiker hier, der mitten in der Nacht aufstand, weil er meinte 200km pro Tag fahren zu müssen.
  • Regen: Ist ok, vorausgesetzt, man hat passende Regenkleidung dabei. Also Regenjacke und Regenhose. Hatte ich bei der Rückenwind-tour nicht dabei. Sonst aber immer!
  • Starkregen: Ab einer gewissen Menge hält die beste Regenjacke dem Wasserdruck nicht stand. Da empfehle ich Schutzhütten, Bus-Wartehäuschen, Carports fremder Menschen unter den Augen misstrauischer Nachbarn… unter was ich nicht schon alles gestanden habe… Einmal haben mir die Bewohner sogar einen Kaffee gebracht.
    Hat man zufällig einen Kanadier dabei, kann man ihn umdrehen und sich drunter setzen. Beim Kajak geht das nicht.
  • Gewitter: Eichen sollst Du weichen, Buchen sollst Du suchen, alles Quatsch. Wer bei Gewitter unterwegs ist, sollte zusehen, dass er einen sicheren Unterschlupf findet. Am besten Raus aus dem Wald und in ein festes Gebäude alternativ Schutzhütte. Schlimmer als Wald ist aber freies Gelände, am allerschlimmsten eine nackte Hügelkuppe mit dem Fahrrad. Denn das Fahrrad ist kein Faradayscher Käfig,  sondern das Gegenteil: Es zieht Blitze an. Metall und höchste Erhebung im Gelände, eine üble Mischung.  Die Vorgehensweise auf dem platten Land: Fahrrad in den Graben werfen, mich selbst in einiger Entfernung in einen anderen, musste ich noch nie machen. Im Zweifel breche ich die Tour ab. (Ich erinnere mich an einen Höllenritt auf einem Motorrad in Norddeutschland, bei dem  die Blitze immer näher kamen, bis wir schließlich eine rettende Brücke fanden.)
    Mit Wasserfahrzeugen sieht man zu, dass man Land gewinnt. Bei einer Kayaktour auf der Dordogne paddelte die Führerin unverdrossen weiter, während ich die Biege zum Ufer machte und alle, die nach mir kamen ebenfalls. Manchmal besiegt Vernunft den Herdentrieb.
  • Sturm: Wenn ich etwas in Norddeutschland gelernt habe: Bei Sturm bleibt man drinnen und ein Regenschirm ist keine Option. Es gibt Idioten, die wandern fluchend und motzend durch den Königsforst nach Hause, weil die KVB/Bahn aus Sicherheitsgründen den Betrieb eingestellt hat. Liebe Kinder! bitte nicht nachmachen!

Fazit: Das mit der Kleidung stimmt nur bedingt.  Hitze, Kälte, Regen ist nicht das Thema, aber Unwetterwarnungen sollte man ernst nehmen und gegen Blitze hilft auch keine Regenhose.
Und ist das jetzt noch Wetter oder schon Klima? Alles Wetter. Klima ist der Mittelwert einer Langzeitbeobachtung über 30 Jahre.

 

 

Stockausschläge

20190629_092644Von der Rosskastanie habe ich tatsächlich noch nie gesehen.

Diese hier ist ein Nachkomme der schönen großen Kastanie, unter der ich aufgewachsen bin. Die stand im Hof, von meinem Vater aus einer Kastanie gezogen.

Als meine Mutter vorhatte, den alten Baum zu töten, habe ich ein paar Kastanien am Straßenrand eingesetzt, aber nur diese ist ausgekeimt und hat überlebt.  Als verkrüppeltes, kleines Bäumchen, denn immer wieder wurde ihr Haupttrieb abgerissen und nebenan standen viel größere Bäume.

Anfang des Jahres dann wurde der ganze Rand frei geschnitten und auch die Kastanie musste fallen.

Jetzt schlägt sie wieder aus, das zähe, kleine Ding. Auf ein Neues.

Edit 4. 7. Zu früh gefreut. Kaum schrieb ich dies, kam die Putztruppe von der Stadt, mähte die Triebe weg und verteilte Plastikfetzen übers Gelände. 😦

 

Der Moosen in Zeiten des Klimawandels

„Das Gras ist schon wieder so hoch, hattest Du nicht gerade gemäht?“ Das ist der Mieterin Umschreibung von: Der Rasen muss gemäht werden!

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Die Wiese

Damit meinte sie nicht die Wiese, sondern den vorderen Teil, auch „der Raaasen“ genannt.
Was die Mieterin nicht weiß: Tatsächlich ist es kein Rasen, sondern ein Moosen. Heute, wo das Thermometer in Rath 33° im Schatten anzeigt, ist es an der Zeit, den direkten Vergleich zwischen Rasen und Moosen zu ziehen:

 

Optischer Eindruck:

  • Rasen: Knackig braun gebrannt
  • Moosen: saftig grün

Fußgefühl:

  • Rasen: trocken, warm, pieksig
  • Moosen: feucht , kühl, weich

Pflegeaufwand:

  • Rasen: hoch,
  • Moosen: gering,

Wasserbedarf:

  • Rasen: täglich, mehrere Liter
  • Moosen: muss jetzt noch nicht

Mähen:

  • Rasen: häufig
  • Moosen: maximal einmal in der Woche.

CO2 und Humus:

  • Rasen: Kein oder wenig Humus, wenig CO2-Speicher, sehr kurz geschoren Bodenverlust möglich
  • Moosen: Baut Humus auf und dient als Co2-Senke

Ich sag jetzt mal: Allein das Fußgefühl spricht doch für den Moosen, oder? Im Zelt schläft man darauf auch besser.

Was ist nun das Geheimnis des Moosens?

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näher ran!

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So ist gut!

Das Geheimnis des Moosens liegt im Moospolster, das sich unter und zwischen den Grashalmen befindet. Denn Moos ist ein hervorragender Wasserspeicher. So eine Hand voll Moos kann, je nach Art, mehrere Liter Wasser aufnehmen und nach und nach wieder an die Umgebung abgeben. Sobald es also regnet, saugt sich der Moosen voll und hat dann für mehrere Tage genug Feuchtigkeit.
Bei Starkregen hält der Moosen auch Wasser zurück, was der kurz geschorene, ausgetrocknete Rasen nicht mehr kann.

Wie wird aus einem trockenen Rasen so ein schöner Moosen?

Eigentlich ganz einfach:
Moos ist eine Pionierpflanze, die sich überall von alleine ansiedelt, wo man sie lässt.

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Auch hier könnte ein Moosen entstehen.

  • Verzichtet auf Rasendünger mit Unkrautvernichter, Moosvernichter, Vertikutierer* und alles was Euch der Gartenkatalog und der Baumarkt zur Anlage und Pflege des englischen Rasens empfiehlt.
  • Hoch mit dem Rasenmäher! Die meisten Mäher lassen sich auf mehreren Stufen einstellen. Nehmt die oberste Stufe.
  • Mähroboter, nein Danke! Die mähen täglich, ganz kurz und schreddern so nebenbei alle Lebewesen, die nicht flüchten können.
  • Mähen nur nach Bedarf. In der Wachstumsphase reicht einmal wöchentlich, bei Trockenheit seltener. Es macht auch nix, wenn das Schnittgut einfach liegen bleibt. Es wird von den Moosenlebewesen ziemlich schnell zersetzt.

*Vertikutierer ist dann sinnvoll, wenn aus der braunen Fläche eine Blumenwiese werden soll. Dann im Frühjahr gründlich vertikutieren, Blumenmischung einsähen, gießen, abwarten.

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Ohne Moos nix los!