Mal ohne Rad

Für den Oktober habe ich mir eine Monatskarte gegönnt und die will ja ausgenutzt sein. Also dachte ich, ich fotografiere mal eben den Bahnhof in Stammheim. Wäre ich mit dem Rad gefahren, hätte das auch funktioniert.
Leider war die S-Bahn nach Stammheim erheblich verspätet, aber ich bin ja flexibel und so nahm ich einfach eine andere und landete hier:

DSC_4823

Bahnhof Worringen

Im Jahr 1288 kloppte sich hier der Erzbischof von Köln Siegfried von Westerburg mit dem Herzog Johann I. von Brabant in der Schlacht von Worringen.

Der Worringer Bruch ist der tiefste Punkt Kölns, ein ehemaliger Rheinarm, der mittlerweile fast völlig verlandet ist. Der liegt hufeisenförmig zwischen Worringen und Langel. Kann ich mir ja mal ansehen, dachte ich.
Zunächst einmal ging ich über einen kleinen Trampelpfad am Bruchwald entlang. Es müffelt ein bisschen nach Kanal und ist hier auch ziemlich überdüngt, wie man an den Brennesseln sieht.

DSC_4824

Bruchwald

Weiter geht es ein Stückchen durch den Wald und dann wieder raus. Im Naturschutzgebiet ist Betreten verboten, also führt ein weiterer Trampelpfad immer am Bruchwald entlang.

Hier sieht man die Biegung des Worringer Bruchs immer um ein Feld herum.

Weiter geht es: links Feld, rechts interessanter, aber unzugänglicher und unfotogener Bruchwald. Hier muss mal massiv mit Pappeln aufgeforstet worden sein. Die stehen in Reih und Glied, wie seinerzeit die erzbischhöflichen und herzoglichen Truppen.
Naja, nicht ganz. Einige sind auch schon tot umgefallen und bleiben einfach liegen.

DSC_4828

Dazwischen wächst ein feiner Auwald heran. Das nächste mal, werde ich einen anderen Zugang wählen, denn von den Wasserflächen habe ich so nichts gesehen.

DSC_4830

Dafür eine Malve (?), mitten auf dem Weg. Jedenfalls keine wilde.

DSC_4831

Hochsitz

„Früher wurde der Wald noch gepflegt!“ meinte kürzlich jemand im Königsforst. (Ja, klar, Fichtenmonokultur) Der sollte sich hier mal umsehen.

DSC_4832

Das Totholz ist wichtig für den Naturkreislauf und um Eindringlinge abzuhalten.

Durch diese hohle Gasse hätte ich dann zurück zur Bahnstation gehen können, entschied mich aber, dem Kölnpfad zu folgen.

DSC_4835

Pfaffenhütchen

Habe ich jetzt bewusst noch nie gesehen.

DSC_4837

Mais

Bei Mais muss ich immer an Stephen King denken. „Kinder des Mais“ ist eine seiner frühen Kurzgeschichten.

DSC_4838

Stechapfel

Ziemlich giftig. Trotzdem wär das was für meinen Garten.

DSC_4839

Taubnessel

Die Taubnesseln haben sich irgendwie in der Jahreszeit vertan.

DSC_4840

Deich in Sicht!

DSC_4842

Dem hübschen Widder war ich nicht geheuer.

DSC_4843

Ein kleines Päuschen auf dem Deich mit Blick auf Hittdorf

DSC_4844

Und weiter geht es auf einem Trampelpfad den Rhein hinauf.

DSC_4847

Langeler Fähre

Mit der Fähre hätte ich dann  nach Hitdorf übersetzen können, nahm aber den Bus nach Merkenich.Bildschirmfoto 2017-10-16 um 10.15.58

Advertisements

Mannmannmann

Und schon wieder muss ich rebloggen: Die Unchristlich Asoziale Union.

Schreiben und lesen lassen

Familienzusammenführungen weiter aussetzen – was die CSU, die christlich soziale Union, da erreicht hat, für die doch die Familie als Keimzelle der Gesellschaft oberste Priorität hat – offenbar nur dann, wenn es die deutsche Familie ist – das kann nur begrüßen, wer erstens niemals nachdenkt (wie, bitteschön, soll sich Jemand hier einfügen, der jahrelang unter der Trennung von seiner Familie leidet – der es wahrscheinlich auch noch existenziell schlecht geht, während er hier gezwungenermaßen tatenlos wartet und immer weiter vertröstet wird) und wer zweitens niemanden auch nur ansatzweise kennt, der betroffen ist.

Ihr braucht einen SEHR langen Löffel, Ihr „Christen“!

Ich allerdings kenne Jemanden, der betroffen ist*, der vorgestern abend mit Tränen in den Augen vor mir saß und zu mir sagte „Was ist Dein Rat?“

Ich konnte ihm nur einen geben: warte zumindest mit irgendwelchen Entscheidungen noch ab, bis die Koalitionsverhandlungen durch sind. Immerhin gibt es da noch die…

Ursprünglichen Post anzeigen 108 weitere Wörter

Sind Autofahrer wichtiger als Radfahrer? – Ein Kommentar.

Heute muss ich mal was rebloggen. Die Auto-bild pöbelte gestern über Radfahrer und Fragte: Sind Radfahrer wichtiger als Autofahrer? Hier die Antwort von Radelmädchen:

Das Thema Auto BILD-Titelseite ist noch nicht erledigt! Die Oktoberausgabe strotzt von plakativen Anschuldigungen & konfrontationslustiger Diskreditierung.

Quelle: Sind Autofahrer wichtiger als Radfahrer? – Ein Kommentar.

Loriot

Jeder kennt den Sketch: „Das Bild hängt schief!“ In dem Loriot bei dem Versuch, ein Bild gerade zu hängen, die Wohnung fremder Leute in Trümmer legt.

Ich fand den deswegen amüsant, weil es in meinem Kinderzimmer Baujahr 1895 nicht möglich war, überhaupt irgend etwas gerade zu hängen. Freunde, die zu Besuch kamen und meinten: „Das Poster hängt schief!“ habe ich denn aufgefordert: „Dann mach doch mal gerade.“ Und wenn sie dann einmal rum waren, in meinem Kämmerlein, hing alles schief wie eh und je.

Hier, Baujahr 1928 ist es auch nicht viel besser. Genau genommen ist der Boden schief. Legt man einen Ball in eine Zimmerecke, findet man ihn alsbald im Zentrum der Wohnung wieder.

Und so hieß es jetzt: „Das Regal steht schief!“ Tatsächlich sah es so aus, als hätte es gefährliche Schlagseite nach rechts und würde bald zusammenbrechen, womöglich mitten in der Nacht. Obwohl ich gleich beim Einzug einen Keil untergelegt hatte.

Beim letzten Bookcrossing-Treffen meinte dr Perro: „Das Schwere muss nach oben, wegen der Stabilität.“ Okaaay. In diesem Regal, das beim Einzug versehentlich im Schlafzimmer gelandet und damals so gut wie leer war, jetzt aber voll ist, sind aber die Bildbände nach oben gewandert. Die kippten alle nach rechts, sobald ich einen heraus nahm und verhinderten, dass ich das Buch wieder rein stellte.

Beim letzten Schietwetter habe ich mein Bett auseinander genommen und repariert, bei diesem Schietwetter war das Regal nun mal fällig.

Also erstmal die zweitunterste Reihe entleeren, (ganz unten sind Diakästen) die Fotoalben eine Etage tiefer… denkste, Puppe. Schon zeigt sich, warum das so war, wie es war. Das zweite Regal von unten ist nämlich das niedrigste, das mittlere das höchste Fach. Denn das Bücherregal war, bevor es Kellerregal war, einmal Fernseh- und Stereo-Regal Marke Eigenbau. Von wegen, Schwerpunkt nach unten. Ich habe trotzdem geräumt: Die Fotoalben und was reinpasste unten, die Großen in die Mitte, die Taschenbuch-Romane aus der Mitte eine Etage höher und dann war das doof, weil ich ganz oben schlecht dran komme und dachte, die anderen Romane packst Du besser woanders hin.

Also habe ich aus dem anderen Schlafzimmer-Bücher-Regal die Reise- und Sachbuchabteilung ins Fernseh-Keller-Bücherregal verlegt und die Romane aus dem Fernseh-Keller-Bücherregal in das andere Schlafzimmer-Bücher-Regal gepackt.  Spätestens hier setzte der Loriot-Effekt ein.

 

Das Ergebnis: Das Fernseh-Keller-Bücherregal hat immer noch leichte Schlagseite – sieht auf dem Foto wegen der Verzeichnung schlimmer aus, als es ist – aber vielleicht auch die Wand?  Der Rest der Wohnung: Ein Trümmerfeld. Und nur ein kleines Händchen voll Bücher ist übrig geblieben. Aber wenigstens liegt der Schwerpunkt jetzt tiefer.

Tatsächlich hat es sich nach zwei Tagen schon gesetzt und steht jetzt ziemlich gerade. Trotzdem sind seine Tage wohl gezählt.fullsizeoutput_16e6

…oder ich bilde es mir ein.

Nach Dellbrück

Voriges Jahr, also vor dem Armbruch und sonstigen Katastrophen, hatte ich tatsächlich in Dellbrück einen Job zu erledigen. Wie kommt man von hier am schnellsten nach Dellbrück? Eigentlich nach Brück, dann Olpener Straße, Mauspfad, Dellbrücker Marktweg, Dellbrücker Hauptstraße… So muss man mit dem Auto fahren.
Bildschirmfoto 2017-10-01 um 16.46.48

Mit dem Rad geht das natürlich viel cooler: Nämlich fast autofrei, durch die Felder.
So ähnlich bin ich gestern gefahren. So ähnlich, weil ich einen privaten Schlenker löschen musste, und das geht in Komoot nur wenn man die Tour neu plant. Das Stückchen Mauspfad und Olpener Straße in Brück bin ich so nicht gefahren, aber der Komoot weigert sich, das Stück Wegs zu nehmen, das ich tatsächlich gefahren bin.

 

 

 

Zunächst also durch die Felder nach Brück, dann durch die Flehbachaue.

Flehbachaue

Da stehen übrigens ein paar Mammutbäume, wenn ich das richtig sehe. Der Flehbach soll in den nächsten Jahren renaturiert werden, zum Missvergnügen der Brücker, die eine Mückenplage befürchten.

Unter der Autobahn durch, Richtung Gut Mielenforst.

In diesem Eckchen soll ein neuer Wald für Köln entstehen. Also zusätzlich zu den Wäldern der rheinischen Mittelterrasse, ne.

Wald?

Ich persönlich hätte eine Streuobstwiese bevorzugt. Tatsächlich ist es aber so gemeint, dass Kölner Bürger hier Bäumchen pflanzen können. zur Hochzeit, zum Geburtstag usw.

Am gut Mielenforst vorbei, kreuze ich den Mauspfad in Höhe des Ostfriedhofs.

Eibe

Die Eibe hatte ich irgendwie größer in Erinnerung. (Ja, es ist DIE EIBE!)

Der Dellbrücker Marktweg hat einen Fahrradschutzstreifen, ist aber trotzdem blöd zu fahren.

Der Dellbrücker Marktplatz bietet einige Einkehrmöglichkeiten, auch an Wochentagen, eine Eisdiele und einen öffentlichen Bücherschrank.

20171001_131455

Links des Schranks: Die erste von fünf Bananenkisten voller Bücher, die dort flott gestapelt und zurückgelassen wurden.
Mein erster Gedanke in Anbetracht des vorher schon ziemlich vollen Schranks, meines Fahrrads und fünf Bananenkisten voller Bücher war tatsächlich: Wenn hier einer hilft, ist es daylife.  Eine freundliche Bookcrosserin, mit  großem Auto und allzeit bereit, Bücher zu retten. Leider war sie aber nicht zu Hause.
Als ich mit meiner großen, wirklich sehr leckeren Pizza fertig war, habe ich schon mal angefangen ein paar der Bücher in den Schrank zu räumen. Dann kam mir eine junge Frau zu Hilfe. Zu zweit haben wir den Schrank randvoll gestapelt. Die Readers Digest Auswahlbücher habe ich in eine leere Kiste gepackt. Alles andere ging fast rein. Ein extra großes habe ich noch mitgenommen und zwei die vorher im Schrank waren.
Der Schrank ist jetzt rappelvoll mit unsortierter, aber gut erhaltener Erbmasse, alles Hardcover. Die Auswahlbücher stehen daneben.
Irgendwie war das gemeinschaftliche Stapeln eine schöne Aktion. Bücher verbinden Menschen.
Andreae

Auf dem Rückweg bin ich dann noch auf die blödsinnige Idee gekommen, am Grab der Familie von Andreae vorbei zu fahren. Blödsinnig, weil das Rad mit zwei extra schweren und  einem leichten Buch einseitig bepackt war, der Weg erst frisch geschottert, dann matschig und außerdem noch ein Umweg war, und weil ich natürlich an jedem anderen Tag auch dort hätte langfahren können, es aber nicht getan habe. Aber egal. zur Belohnung gab es in Brück ein Eis.

Hirsche-Schweinerunde

20170929_160007

Am wilden Flehbach

Es ist schon erstaunlich, wie der Wald innerhalb eines Tages von Spätsommer auf Herbst umschlagen kann. Sieht man den Fotos zwar noch nicht an. aber plötzlich liegt Laub auf den Wegen und Rastplätzen, wo gestern noch keins war.

Bei dem Versuch, Hirsche, Schweine und ein  Eis miteinander zu verbinden, kam eine Wegeführung heraus, die aussieht, wie der verunglückte Versuch, das Haus vom Nikolaus zu zeichnen. Und ich hätte jetzt nicht gedacht, dass das 2km länger ist, als die kleine Schweinerunde.

Bildschirmfoto 2017-10-01 um 09.59.13

Die Wegeführung kann ich noch optimieren

Wie dem auch sei. Erstmal geradeaus, Richtung Brück, über den Mauspfad hoch auf die rheinische Mittelterrasse. Das ist hier wirklich als deutlicher Absatz in der Landschaft zu erkennen. Zackig zu den Hirschen, nicht ganz so zackig zu den Schweinen, wieder am Flehbach lang, an der Brücke links statt rechts und dann „Flöck zoröck noh Bröck“ wie einer meiner Lehrer sich als Lebensmotto auf die Fahne geschrieben hatte.

20170929_160406_1

Die Brücke am Flehbach

Insgesamt ist der Teil des Königsforstes der „Brücker Hardt“ genannt wird, mehr Naherholung als Wald. Breite kinderwagengerechte Wege, Bänke und Kletterzeugs am Hirschgehege, Futterautomaten, Schweine, ein Waldlehrpfädchen, eine Rhododendronallee… also insgesamt ein bisschen öd.

Die Rothirsche im geräumigen Hirschgehege ließen sich nicht blicken.
Erkenntnis des Tages: Schweine sind zwar Omnivoren wie Du und ich, verschmähen aber Kohlstrünke.

Weil ich dann noch unbedingt ein Eis essen wollte, wäre ich beinahe nass geworden.
Langsam macht sich das wenn möglich tägliche Radfahren bezahlt: Ich habe beim Aikido weniger Knieprobleme.

20170929_160038