Erdfälle


Wenn ich mit dem Rad mich in nördlicher Richtung bewege, komme ich alsbald nach Schleswig-Holstein. Manche nennen  diesen Teil von SH auch den Speckgürtel Hamburgs, weil viele Leute dort ihr Häuschen im Grünen haben und in Hamburg arbeiten. So dass man teilweise vor lauter Häuschen das Grüne nicht mehr sieht. Aber sooo schlimm ist es nun auch wieder nicht. Zwischen den – zugegeben etwas gesichtslosen – Orten gibt es noch glückliche Kühe.

Heute fahre ich über Bönningstedt und Hasloh nach Quickborn.  2010, während ich auf Holnis weilte, geriet das beschauliche Quickborn in die Schlagzeilen. Weil sich plötzlich ein paar Häuser selbständig machten. „Plötzlich sackte der Boden weg.“ textete das Hamburger Abendblatt. Plötzlich, aber auch unerwartet?

Kurz vor Quickborn liegt der Elsensee. Gut versteckt, umgeben von Buchen,  eingeklemmt zwischen der B4 und der AKN Trasse. Weder von der Straße, noch von der Bahn aus ist der See zu sehen und schwer zugänglich ist er auch. Relativ groß ist er. Trotzdem kein Badesee, in einer so dicht besiedelten Gegend und wer es nicht weiß, fährt daran vorbei.

Fast kreisrund ist er auch. Wie ein Maar in der Eifel.

Weiter geht es, Richtung Quickborn.

Und auch hier in Quickborn gibt es einen kleinen See, hermetisch von der Außenwelt abgeriegelt und von einem Zaun umschlossen.

Ziemlich steil und kegelförmig geht es da runter.

In und um Quickborn ist nicht zum ersten Mal der Boden plötzlich weggesackt. Quickborn steht auf einem Salzstock, der sich bis Hamburg-Bahrenfeld ausdehnt. Dort ist der Bahrenfelder See. Salz ist bekanntlich wasserlöslich. Nach und nach wird das Salz ausgewaschen. Ein Hohlraum entsteht und irgendwann bricht über dem Hohlraum die Decke ein und dann entsteht so ein kreisrunder, kegelförmiger See.

Es soll ja Leute geben, die den Salzstock bei Gorleben für ein geeignetes Atommüll-Endlager halten.

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3 Kommentare zu “Erdfälle

  1. Feodora sagt:

    Hier in Braunschweig haben wir auch, unweit meiner Wohnung, einen jahrhundertealten Erdfall. Heute ist er wassergefüllt und liegt in einem Parkt.

    Zu Gorleben und Atommüll… es gibt kein 100%ig sicheres Lager, aber das wollen die anderen nicht hören. Nichtsdestotrotz muß für den vorhandenen Abfall eine „Lösung“ geben!

  2. Fjonka sagt:

    Ach schau- wieder was gelernt – danke, das Wort „Erdfall“ war mir völlig unbekannt!

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