Duvenstedter Brook


Wo das Hochmoor wächst, sterben die Birken von selber ab.

Die Schulferien haben begonnen und das bedeutet: sechs Wochen kein Aikido :-(. Ich habe mir vorgenommen, statt dessen wieder mehr Rad zu fahren, nach zwei Jahren der lockeren Bekanntschaft mich endlich mit dem Macrotele anzufreunden und an einigen der abendlichen Exkursionen des Nabu teilzunehmen. So ging es denn gestern Abend in den Duvenstedter Brook, ein Moor im Norden Hamburgs.

Ein Mosaik aus Hochmoor, Niedermoor, Birkenbruchwald, Erlenbruchwald, Orchideenwiesen sowie trockenen, sandigen Stellen, das es zu erhalten gilt.  Hochmoor wird hauptsächlich aus dem bekannten Torfmoos (Sphagnum) gebildet, das sich mit Wasser vollsaugt wie ein Schwamm. Hochmoor ist extrem nährstoffarm und wegen des Luftabschlusses der dort entsteht, können viele Pflanzen dort nicht mehr wachsen. Dieses Jahr war allerdings, nach Meinung des Sphagnums, viel zu trocken und so hing es an vielen Stellen bleich herum und die Gräben waren ausgetrocknet.

entkusselte Fläche

An solchen Stellen wachsen dann wieder Birken, die den Boden weiter austrocknen. Dort wird regelmäßig entkusselt. Das heißt, die Birken werden gefällt und die kleinen Birken herausgerissen. Die Holzhaufen bleiben liegen, als Wohnstätte für Reptilien wie Blindschleiche, Ringelnatter und Waldeidechse.

Randbereich des Niedermoores

Das Niedermoor hat noch Kontakt zum Boden und ist artenreicher. Hier wächst z.B. Die Sumpfcalla. In den Bäumen rankt  Geißblatt, auch Jelängerjelieber genannt.

Geißblatt (Lonicera)

Im Niedermoor des Duvenstedter Brooks brüten trotz der Nähe zur Stadt Kraniche. Die Wege, die an den Brutstätten vorbeiführen sind allerdings gesperrt. Auch das heimische Rot- und Damwild bekamen wir nicht zu sehen. Wohl aber einen Baumfalken und diese kleine Erdkröte.

Erdkröte (bufo bufo)

In den Hochmoorflächen wächst Wollgras. Die weißen Puschel sind nicht die Blüten, sondern die Samenstände.

Wollgras Eriophorum

Moor mit Wollgras

Kurz nach Ende der Exkursion gab es übrigens ein  Gewitter mit Starkregen. Da freut sich das Sphagnum.

Alle Fotos sind mit dem Macrotele entstanden. Doch nicht so übel, das Teil. Hier noch – extra für Fjonka – ein Blick in den Bienenschaukasten des Nabu:

Honigbienen

Advertisements

5 Kommentare zu “Duvenstedter Brook

  1. Fjonka sagt:

    Bienen von UNTEN! Das sieht frau auch nicht so oft 🙂

    • Bibo59 sagt:

      Ich frage mich sowieso, wieso die in so einer schmalen Scheibe wohnen bleiben, wenn ich so mit euren Villen vergleiche.
      Sphagnum hin, Sphagnum her, ich finde, jetzt hat es genug geregnet!

      • Fjonka sagt:

        Tun sie auch nicht. Solche Kästen sind keine „echten“ Beuten, sondern nur bis spätestens Juli irgendwann besetzt. Dann dürfen die dort lebenden Bienen wieder zu einem echten Volk dazustossen.

      • Bibo59 sagt:

        Heißt das, die haben auch keine Königin?

      • Fjonka sagt:

        Wenns so ist wie im Schaukasten, der uns letztlich erklärt wurde, dann ja. Sie schaffen dann eine Königin nach, und wenn die zu brüten beginnen will, wird das Volk umgesetzt in eine richtige Beute.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.