Bakkeritis


Ich freue mich ja über viele verschiedene Pflanzen im Garten. Über die, die freiwillig wachsen…

Die Margariten auf der Blumenwiese wachsen freiwillig.

Die Margariten auf der Blumenwiese wachsen freiwillig.


… und auch über solche, die ich geschenkt bekomme, wie Stockrosen, Bärlauch und Goldmohn von Fjonka Thymian und Majoran von der Mieterin. Da weiß ich dann genau, was das ist und wo ich es einpflanze.
Kann man sich denn vorstellen, dass es Pflanzen gibt, über die ich mich nicht freue?
Der Rhabarber ist es nicht. Ich esse ihn zwar nicht, aber er hat schon anderen viel Freude bereitet.

Der Rhabarber ist es nicht. Ich esse ihn zwar nicht, aber er hat schon anderen viel Freude bereitet.


Meine Mutter ist irgendwie kaufsüchtig. Stundenlang kann sie über ihren Katalogen sitzen und alles bestellen, was „schön aussieht“, „pflegeleicht“, „gesund“ ist oder einfach „nützlich“. Dann kommen mit der bestellten Ware auch noch mehr oder weniger sinnlose Werbegaschenke, die sie dann an mich weiterreicht und die sie zu noch mehr Bestellungen animieren. Wenn ich sage „KAUF MIR KEINE KLAMOTTEN!!!!“ Versteht meine Mutter: „Kauf Klamotten.“ So bin ich dann dazu übergegangen, die Werbebeilagen aus den Wochenblättern zu entfernen und Modekataloge verschwinden zu lassen um die alljährliche Pullover- und Werbegeschenkeflut irgendwie einzudämmen.
Übersehen habe ich dabei den Hochglanzkatalog von BAKKER, dem holländischen Zwiebelversender.
Und so sehe ich mich beinahe wöchentlich konfrontiert mit Pflanzen, Wurzeln, Knollen, Zwiebeln, die im Keller meiner Mutter auftauchen und JETZT SOFORT in die Erde müssen.
Mein Leben ist, dank Bakker, nicht mehr planbar. Nicht, dass ich schon mal ein Beet vorbereiten könnte, oder wenigstens wüsste, was da auf mich zukommt.
Die mickrigen Heidelbeeren habe ich in der Blumenwiese verbuddelt.

Die mickrigen Heidelbeeren habe ich in der Blumenwiese verbuddelt.


Vieles von dem was da kommt, darf nicht einfach im Garten eingegraben werden, sondern muss in Kübel, die Kübel müssen wieder in den Keller und wieder raus und wieder rein und im Herbst müssen die Knollen raus aus der Erde und im Frühjahr wieder rein in die Erde… Schönen Gruß, Dein Sysiphus.
Manche Exoten sehen auch schön aus, sind aber sinnlos für Bienchen und Schmetterlinge.
Das meiste von dem Zeugs geht aber sowieso nicht an, weil es viel zu mickrig, schlecht bewurzelt und schon halb vertrocknet ist, wenn es hier ankommt.
Zum Vergleich:

Thymian von der Mieterin, gepflanzt 2013

Thymian von der Mieterin, gepflanzt 2013


"Quendel" von Bakker

„Quendel“ von Bakker


„Was kaufst Du denn 7 Pötte vertrockneten Thymian? Wir haben doch schon massenhaft Thymian im Garten!“ „Das ist kein Thymian, das ist Quendel“ „Quendel ist Thymian!“ „Wag es nicht mir das ins Essen zu tun! Das sah so schön aus im Katalog.“
Heidelbeeren, mickrig und schlecht bewurzelt

Heidelbeeren, mickrig und schlecht bewurzelt


Mittlerweile waren auch noch mehr mickrige, schlecht bewurzelte Heidelbeeren eingetroffen und Wurzeln und Knollen von Astilben, Funkien, Stockrosen, Begonien, Strelizien, dazu hunderte verschiedene Zwiebeln als Werbegeschenk und Tomaten. Das meiste davon habe ich im ehemaligen Rosenbeet eingegraben und deswegen wusste ich auch nicht mehr, ob der Goldmohn nun die ganze Buddelei überlebt hat.
Die Tomaten kamen im März. „Nee, die dürfen noch nicht ins Beet, da kommt doch noch ein Gewächshaus.“ „GEWÄCHSHAUS????“
Voriges Jahr hatte ich auf einem Markt drei kräftige Tomatenpflanzen ausgewählt sie im brach liegenden ehemaligen Rosenbeet eingepflanzt und mittels einer Zeltkonstruktion vor Regen geschützt. Hat funktioniert. Im Herbst hatte ich dann an anderer Stelle schon mal ein Beet vorbereitet. Nun also warten auf’s Gewächshaus, während die schwächlichen Tomatenpflänzchen in Mutters Küche vor sich hin kümmerten.
Gewächshaus

Gewächshaus


Das Gewächshaus kam vorige Woche. Jahrelange Erfahrung mit Plastikant befähigte mich, die Stangen mal eben zusammenzustecken. Folie drüber, fertig. Passt auch zufällig über’s Beet. Bisschen wacklig das ganze, nichts um die Stangen sicher miteinander zu verschrauben, ein paar winzige Metallbügelchen sollten das Ganze am Boden halten. Aber wo ich ein Beet vorbereitet habe, ist der Boden schön locker und krümelig. Jedenfalls machte sich das Teil beim ersten Wind selbstsändig und flog durch den Garten. Also: Gewächshaus erstmal im Keller eingesperrt und bei Globetrotter ein paar Zeltgummis besorgt. Lange dicke Sandnägel hatte ich noch vom Zelten. Jetzt steht das Teil bombenfest. Aber was mache ich mit den „Hängetomaten“? Da ist ja gar nichts zum Aufhängen drin? Eine Kleiderstange aus der Abteilung Kellerarchäologie löst das Problem. Mutter meint: „Sieht doch schön aus!“
Was mir nun noch fehlt sind ein paar anständige Tomatenpflanzen, denn die mickrigen Bakker-Tomaten haben es nicht überlebt.
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2 Kommentare zu “Bakkeritis

  1. Treibgut sagt:

    … schnuckeliges Gewächshaus!

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