Neulich im Märchenwald


Stell Dir für Du wörs im Wald un hätts en Knarr bei
Stell Dir für der Huhsitz stünd glich nevvenbei
Stell Dir für ne Wolf köm un dät Dich anluure
Köm op Dich zojerannt un piss Dir an et Bein

Saach wat däts de dann,
däts de maache Mann?
Saach mer wehrs de dich
oder leetz de dann ding Botz em Stich?

(BAP/Bibo)

jäger

In Niedersachsen berichtete ein Jäger, er sei von einem Wolf angegriffen worden.
Er habe neben seinem Hochsitz gestanden als der Wolf auf ihn zugerannt kam.
Er habe dann mit seiner Pistole, als der Wolf noch etwa 2m entfernt war, vor sich auf den Boden geschossen.
Daraufhin sei der Wolf weggelaufen.

Und jetzt stellen wir uns mal ganz dumm und dann fragen wir:
Wie wahrscheinlich ist das, in Niedersachsen einem Wolf zu begegnen?
Wie wahrscheinlich ist das, das ein einzelner Wolf einen erwachsenen Mann angreift?
Wie wahrscheinlich ist das, dass der erwachsene Mann auch noch zufällig ein Jäger ist?
Wo genau in der Story ist der Angriff?
Hätte ein „Husch-Husch“ nicht auch gereicht?
Und was hatte der Jäger mit der Pistole, nicht etwa mit einem Jagdgewehr, im Wald vor?
Wollte er sich vielleicht wegen der Novellierung des Jagdgesetzes erschießen?
Dann wäre vielleicht sogar der Wolf der Jägerlebensretter.

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8 Kommentare zu “Neulich im Märchenwald

  1. Thomas Pruß sagt:

    Moin Birgit,
    „Wie wahrscheinlich ist das, in Niedersachsen einem Wolf zu begegnen?“

    Hoch! Vor allem in Teilen der Lüneburger Heide oder in der Göhrde

    „Wie wahrscheinlich ist das, dass ein einzelner Wolf einen erwachsenen Mann angreift?“

    Wenn er Tollwut hat, sehr wahrscheinlich (der Wolf!) 😉

    „Und was hatte der Jäger mit der Pistole, nicht etwa mit einem Jagdgewehr, im Wald vor?“

    Unentbehrlich z. B. bei der Wildschweinjagd als Fangschusswaffe. Oder du benutzt eine Saufeder 😉

    • Bibo59 sagt:

      Naja, beim Bäume zählen in der Göhrde und der Heide ist mir keiner begegnet, obwohl ich weiß, dass es dort Wölfe gibt.
      Von Schaum vorm Maul und aggressivem Verhalten war nicht die Rede, nur davon, dass der Wolf auf den Jäger zugelaufen ist. Beim Focus hieß das: Jäger musste sich mit Schreckschuss retten.
      Wieso nicht das Gewehr?

      • Daniel sagt:

        Weil er das Gewehr zum runterklettern vom Hochsitz entladen muss.
        Steht so in den UVV (Unfallverhütungsvorschriften der Berufsgenossenschaft).

      • Bibo59 sagt:

        Aha, wieder was gelernt. Im Sichtungsbericht, den ich mittlerweile gelesen habe, stand, dass das Gewehr noch auf dem Hochsitz lag. Der enthält übrigens mehr Fakten, Fakten, Fakten, als die reißerischen Medienberichte und von Attacke ist da noch nicht die Rede.

  2. Marco sagt:

    Der Jäger ist hauptberuflich Forstwirt. Und deine Fragen werden in dem Artikel beantwortet:
    http://www.djz.de/447,3243/

    • Bibo59 sagt:

      Forstwirt ist immer noch der Förster. Jäger sind meistens Jagdpächter. Und die Förster ärgern sich allzu oft über Schälschäden und Verbiss-Schäden. Ich war selbst in der Göhrde und der Heide unterwegs um Bäume zu vermessen und zu zählen. Fast alle angeknabbert. Ich hoffe, dass der Wolf, falls es ihn tatsächlich gibt, da mal ein Bisschen aufräumt.
      Ich habe übrigens nichts gegen Jäger. Wenn sie nur Tiere schießen, von denen es sowieso zu viele gibt (Rehe, Wildschweine) und die sie auch essen können, oder verletzte Tiere erlösen, sollen sie jagen. Nicht essbare, seltene Tiere gehören nicht ins Jagdrecht. Leider findet man schon bei Entenjagden allzu oft streng geschützte Arten auf der Strecke.
      Danke für die Jagdzeitung. Der Original-Sichtungsbericht http://www.jaegermagazin.de/Protokoll_Wolfsangriff.pdf ist doch viel weniger reißerisch aufgemacht. Wenn der Wind vom Feld kam und der Wolf Richtung Wald lief, war er womöglich genauso von der Begegnung überrascht wie der Jäger.

    • Bibo59 sagt:

      Wir stellen nunmehr fest: Der Wolf war eine Ente, bzw. ein Fuchs.

      https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/wolf/wissen/19350.html

  3. Marco sagt:

    Der Jäger ist hauptberuflich Forstwirt. Und deine Fragen werden Hier beantwortet

    http://www.djz.de/447,3243/

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