Rath-Heumar im Flohmarkt-Fieber


Keine Fotos, Handyakku war leer, die richtige Kamera kann ich immer noch nicht halten.

Neulich kam mir ein junger Mann entgegen, auf der Suche nach einer Sparkasse. „Die haben mir gesagt, da muss ich ins Dorf!“ Ja, stimmt. Rath-Heumar ist ja ein Dorf bei Köln. Vorort trifft es nicht so ganz. Neubrück ist Vorort. Geplante Betonwüste. Rath-Heumar ist immer noch irgendwie Dorf.

Das schöne an dem Dorf ist, dass im Sommer einmal im Monat der Bär steppt: Musikfest, Tennen-Sommerfest, Waldfest der Feuerwehr, Weinfest, Schützenfest… Alles Ereignisse, zu denen das ganze Dorf zusammen strömt und feiert.

Gestern gab es eine Premiere: Hofflohmärkte!

In über 60 privaten Höfen, Garageneinfahrten und Gärten wurden private Flohmärkte veranstaltet. Über’s ganze Dorf verteilt, mal geballt, mal abgelegen. Die Sonne schien erst, dann brannte sie vom Himmel, Nachbarn lernten sich kennen, Es wurde gehandelt, geplaudert, getauscht, Nachbarn lernten sich kennen und manche „Ware“ wurde auch einfach verschenkt. „Kind, such Dir mal nen Teddy aus!“, „Wat kostet die Brille, Schwager?“ „Och nimm se doch mit dann isse weg.“

Es gab Berge von Kinderklamotten, bei manchen habe ich überlegt, ob ich nicht ein Kind kenne, dem ich die schenken könnte, Spielsachen, Spiele, Bücher (ich blieb standhaft!) Haushaltskram, Altertümchen, Stehrümchen und Staubeinchen.

Eigentlich bin ich so gar nicht der Flohmarkt-Typ. Während Susanne in Hamburg mit dem Einkaufszettel auf den Flohmarkt geht und alles findet, was sie braucht, andere mit Begeisterung stöbern, lasse mich auf normalen Flohmärkten von den Massen leicht klaustrophobisch durchschieben und komme am anderen Ende wieder raus, ohne etwas gefunden zu haben. Dieses Mal war es ganz anders. Weil alles auf viele kleinere Flächen verteilt war, kam ich denn auch mal zum stöbern. Immerhin habe ich ein großes Apothekenglas (statt Plastik!) erstanden und einen Hut, an dem ich nur noch das Band fixieren muss. Den Wok hätte ich wohl genommen, wenn ich etwas tragfähiger gewesen wäre. An einem Stand habe ich sogar ein Bokken gefunden, das mir leider zu schwer war, sonst hätte ich es mitgenommen.

Knapp die Hälfte der Höfe, im wesentlichen in Heumar, habe ich geschafft, bevor ich geschafft war. Aber ich bin sicher, die Aktion wird wiederholt, im Dorf, und dann nehme ich mir Rath vor. Oder ich mache selbst Flohmarkt im Garten.

 

 

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9 Kommentare zu “Rath-Heumar im Flohmarkt-Fieber

  1. Fjonka sagt:

    Da gehts mir wie Dir: die normalen locken mich garnicht, aber die Hof- und Straßenflohmärkte finde ich schön!
    Allerdings hab ich auch schon festgestellt, daß sie sich „abnutzen“ – es sammelt sich halt nicht in einem Jahr viel neues, verkäufliches an, wenn man jedes Jahr einen macht. Am besten sind immer die neuen, das erste mal *gg*

    • Bibo59 sagt:

      Außer bei Kinderklamotten. Da kannst Du gar nicht so schnell kaufen, wie die rauswachsen. Ich habe da kleine Schühchen gesehen, wie neu! Aber hier wurde auch glaube ich mehr geklönt als verkauft und alle hatten Spaß. Die nächsten Hofflohmärkte sind in Ehrenfeld und Dellbrück.

      >

  2. marcmeine2cents sagt:

    Der „Vorort“ Neubrück hat auch seine Vorteile; z.B. den kinder- und seniorengerechten Ortskern, der ohne Straßen auskommt und den großen Marktplatz. Oder die vielen kleinen Spielplätze, die sich zwischen den Ein- und Mehrfamilienhäusern verstecken. Ich hatte eine wirklich schöne Kindheit in Neubrück. Die rege Hauptstraße mit ihren engen Bürgersteigen in Rath/Heumar gefällt mir dagegen bis heute nicht.

    • Bibo59 sagt:

      Ich wollte Neubrück nicht abwerten. Ist halt der Unterschied zwischen geplant und gewachsen. Für mich war als Kind Rath auch weit weg. Eine Stunde auf kurzen Beinen zur Schule. Gespielt haben wir hier auf dem Flohberg entweder hier im Garten, auf dem Plätzchen vorm Haus oder im Hof hinter der Toreinfahrt beim Mobile (damals Gaststätte zum Flohberg) Manchmal auch in der Garage. . >

    • Bibo59 sagt:

      Meine Mutter fährt auch immer mit dem E-Mobil nach Neubrück. Rath ist nicht behindertengerecht. Aber die Rösrather Str. ist ja als shared space in Planung.

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      • Marc Michalsky sagt:

        Oha, ja, stimmt. Das kann heiter werden. Wobei zumindest der Fahrradweg schon heute als „Shared Space“ genutzt wird – z.B. zum Parken.
        https://owncloud.marc-michalsky.de/apps/gallery/s/h8L2k9sC78uRQZG

      • Bibo59 sagt:

        Fahrradweg? Welcher Fahrradweg? Gerade die enge Durchfahrt mit engen Fußwegen OHNE Fahrradweg prädestiniert die Rösrather Straße für Shared space.
        Nebenbei. Wo genau sind denn die Spielplätze in der Siedlung? der Bauspielplatz ist ok, der in der Fußgängerzone unterirdisch. Und eine Form von Gastronomie, in der ich mich wohl fühlen würde gibt es auch nicht.

      • Marc Michalsky sagt:

        Ich bin etwas voreingenommen, was den „Shared Space“ angeht, denn für ihn gilt ja absichtlich, dass es keine Regeln gibt, damit alle Verkehrsteilnehmer gezwungen sind, Rücksicht aufeinander zu nehmen. Ich weiß nicht, inwiefern Autofahrer, die mich schon jetzt provokant, nah und schnell überholen, bereit sind, mir in einem „Shared Space“ mehr Rechte und mehr Raum zuzugestehen.

        Vielleicht klappt es ja auch wunderbar, aber ich bin nun einmal voreingenommen. Es bleibt abzuwarten.

        Eine kleine Übersicht aller mir bekannten Spielplätze in Neubrück habe ich mal auf die Schnelle angefertigt: https://owncloud.marc-michalsky.de/s/8WfCfLwH0vnz6Vw

      • Bibo59 sagt:

        Naja, es gibt ja inzwischen schon shared space, hauptsächlich in den Niederlanden und Großbritannien. In Deutschland gab es natürlich erstmal ein Pilotprojekt. 😉 in Bohmte. Überall sind die Unfallzahlen signifikant zurück gegangen und es gibt keine schweren, sondern nur noch Bagatellunfälle. Dörfer wie Rath gab es ja schon, bevor es Autos gab. Früher war überall „shared space“ erst später wurde immer mehr Platz in den engen Ortsdurchfahrten den Autos geopfert. Der Vorschlag, dort shared space einzurichten, kam übrigens von mir, und ich war schon überrascht, wie bereitwillig CDU und SPD darauf eingegangen sind. Leider rudert die IG Rath-Heumar gerade etwas zurück. Sie befürchten Geschäftsausfälle, wenn die Kunden nicht mehr mit dem Auto bis ins Geschäft fahren können.

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