TickTackTaramtamtam


Aus der Maya-Sprache:

Eine Uhr=Tick

mehrere Uhren =Tack

Baum = Tam

Wald = Taram

Was heißt Urwald?

Ticktacktaramtamtam!

Nein, natürlich nicht aus der Maya-Sprache, sondern ein Witz, den mein Vater hunderte Male wiederholen durfte als ich klein war.

mural

Erinnert an die Murales von Diego Rivera, steht aber nicht in Mexico sondern in Ehrenfeld

Die Fjonka bloggte heute über Uhren, da kann ich nicht nachstehen.

Im Museum für angewandte Kunst stand ich irgendwann staunend vor einer Bossbach-Uhr. Die allerdings nicht aus Brück, sondern aus Thurn-Strunden (Dellbrück) kam. Und aus Thurn-Strunden kam auch mein Opa Jupp. Hatte ich also einen berühmten Uhrmacher unter meinen Vorfahren?

Wie auch immer, der rotiert wahrscheinlich im Grab, bei meinem angespannten Verhältnis zu Uhren.

Armbanduhren trage ich nicht mehr. Zur Kommunion bekam ich die erste und auch später wurde immer mal wieder der Versuch gestartet mich – mittels Geschenken –  an das tragbare Zeiteisen zu gewöhnen. Ich ertrage das Armband nicht, schon gar nicht aus Metall. Schmales Lederband: schneidet ein, Breites Lederband: schwitzt man drunter, Plastikband: Geht gar nicht! Letzten Endes landeten alle in irgendeiner Schublade.

Es gab sogar welche, die mochte ich: Eine Rockwatch aus blauem Lapislazuli und eine Woodwatch. Nachdem die Woodwatch ihr klägliches und unwürdiges Ende in der Waschmaschine gefunden hat, habe ich eingesehen, dass  Armbanduhren und ich wohl nie glücklich miteinander werden. Statt dessen habe ich ein ganz gutes Zeitgefühl entwickelt.

Außerdem bin ich sowieso ständig von Uhren umgeben. In jedem Schneideraum hängt eine, im Dojo und im öffentlichen Raum sowieso. Kommt einer in Köln auf mich zu und fragt wie spät es ist, schaue ich auf die Uhr an der nächsten Haltestelle und antworte 13.28.

Manchmal braucht man aber Wecker: Sie ticken! Wenn was tickt, kann ich nicht schlafen. Ich habe etliche Wecker auf dem Gewissen: Tür auf, Wecker raus, Tür zu. Gleich hinter der Tür zu meinem Kinder- und Jugendzimmer ging es steil die Treppe runter.

Moderne Digitalwecker ticken nicht, sie leuchten. Wenn was leuchtet, kann ich nicht schlafen. Und da wird es schwierig: Find‘ mal einen Wecker, der weder tickt, noch leuchtet und dessen Weckgeräusch dir keinen Herzinfarkt bereitet. Warum glauben Weckerhersteller, das Zifferblatt müsse so taghell leuchten, dass man in damit verursachten schlaflosen Nächten jederzeit die Uhrzeit weiß. Ich habe mich mit einem Radio-Wecker arrangiert, dessen Leuchttafel sich dimmen lässt und wenn ich dann noch etwas davor stelle wird es erträglich.

Wenn es irgendwie möglich ist, lasse ich mich mittlerweile von der Sonne wecken. Das bedeutet aber auch, dass ich im Winter länger schlafe und im Sommerhalbjahr viel kürzer. Im Winter neige ich tatsächlich zum Winterschlaf und zur Zeit werde ich ungefähr eine Stunde bevor der Wecker weckt wach. Probleme mit der „Zeitumstellung“ die ja eigentlich eine Uhrumstellung ist habe ich auf die Art nicht, und mein Hang zur Winterdepression tritt auch immer seltener auf.

Ich vermute aber, dass die Winterdepri wieder käme, wenn ich mich wieder in die widernatürlichen Bedingungen der modernen Arbeitswelt begäbe: Unregelmäßiger Schichtdienst, arbeiten unter Kunstlicht, in abgedunkelten Räumen, Nachtschicht gar oder – wie ganz früher – Dunkelkammer. Aus der Zeit habe ich die Fähigkeit erworben, jederzeit schlafen zu können. Die Cutterin schläft nicht, wenn sie müde ist, sondern wenn sie kann.

Mural–detail

 

Advertisements
Dieser Beitrag wurde in Köln veröffentlicht und mit , getaggt.