Der Sportscheck-Scheck


Ich gebe zu: Ich kaufe ein, wie ein Mann. Rein in den Laden, Beute greifen, bezahlen, raus aus dem Laden. Der ganze Vorgang sollte in 10 Minuten abgeschlossen sein, dann bin ich zufrieden. Ich merke mir die Stellen, an denen

  • ich schnell passende Beute gemacht habe
  • ich freundlich und kompetent beraten wurde
  • es für meine Füße passende Schuhe gibt (also ecco)

Es ist wahrscheinlich, dass ich diesen Laden dann immer wieder aufsuche, und so kam es, dass ich zum Beispiel mit der Wahnvorstellung einer Beerdigung im Schneesturm in den Globetrotter gestürmt bin, freundlich und kompetent beraten wurde und nach wenigen Minuten mit einem warmen, wasser- und winddichten schwarzen Mantel den Laden wieder verlassen konnte.

Nun hatte ich einen 20€ Gutschein für Sportscheck, den ich hemmungslos verprassen konnte. Ich dachte also an eine Shorts oder eine Hose, bei der man die Beine abzippen kann oder evtl. eine Fahrradhose.

Fängt schon mal damit an, dass Sportscheck in der Schildergasse liegt, ein Ort, den ich sonst konsequent meide. Dann auch noch Samstags nach dem Aikido, damit ich nicht zum Einkaufen noch mal extra in die Innenstadt muss. Es war, wie zu erwarten, voll.

Im Eingangsbereich gab es schon Shorts, gemacht für Däumelinchen. Wer bitte soll da reinpassen? Eine hätte mir gepasst, sie war mit vegan beworben, sah aber an meinem Hintern absolut bescheuert aus. Blau-weiß gestreift und irgendwie fluddelig, nicht sehr haltbar.

Also ab in die Fachabteilungen. Dort gab es nur noch Outdoor-Klamotten aus Kunst-Stoffen. Gefühlt 80% des qualitativ hochwertigen Angebots war für Männer. Verkäufer waren nicht zu sehen. die Damenhosen in der „Hiking“-Abteilung schienen mir alle entsetzlich dünn und erinnerten vage an Duschvorhänge. Nachdem ich stundenlang in den Abteilungen herumgeirrt bin, ohne etwas passendes zu finden,  begann ich halbherzig einige anzuprobieren. Eine der Hosen wies einen Fleck auf. Schließlich gelang es mir einen entsetzlich schlecht gelaunten „Verkäufer“ der Marke: „Vorsicht, Kunde droht mit Auftrag“ einzufangen. Ich wies ihn auf den Fleck hin. Er meinte, den sähe man doch gar nicht. „Doch, der sieht aus wie ein Wichsfleck!“  Mehrere Kunden drehten sich grinsend zu uns um. Nach meiner konkreten Frage zu „Fjällräven oder… “ für Damen, wies er mich muffig zu einem kleinen Ständer, an dem einige wenige Exemplare baumelten. Dort habe ich schließlich die einzige Hose gefunden, die passt, von guter Qualität ist und mir gefällt und erheblich mehr zugezahlt, als ich vorhatte.

Das nächste mal nehme ich einen Gutschein vom Baumarkt und kaufe Blumen für den Garten.

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5 Kommentare zu “Der Sportscheck-Scheck

  1. fernwehkinder sagt:

    Liebe Bibo, bitte entschuldige, dass ich lachend vor dem Rechner sitze. You made my day!

    Genau so kaufe ich auch ein und hätte schon viel früher entnervt aufgegeben. Für dein Durchhaltevermögen spreche ich dir Lob und Anerkennung aus ;o)

  2. Also wenn LAG so einkaufen würde wäre ich dankbar….ich dachte ähnlich wie Ingrid.
    Eigentlich bi ich mit „meinem“ sportScheck recht zufrieden, aber ich gehe auch hin weil ich was bestimmtes suche, hat ers gut hat ers nicht gehe ich zu Sachen für Unterwegs. Da bekomme ich dann auch Beratung (die erwarte ich bei sportScheck nicht wirklich)

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