Neu im Garten

Gestern Abend saß ich noch auf der Terrasse da kam jemand, den ich noch nie da gesehen habe. Klein, dünn, lang, rotbraunes Fell, weißer Bauch, kurzes Schwänzchen dunkle Knopfaugen, verspielt, also Niedlichkeitsfaktor 100 und überhaupt nicht scheu. Ein Mauswiesel stellte sich vor und kam neugierig bis fast vor meine Füße. Ich konnte es eine ganze Weile beobachten. Es hat sich einen guten Platz ausgesucht, denn Wühlmäuse gibt es hier massenhaft. Jetzt habe ich also meinen kleinen Hausgeist.

irre Flugshow

Heute früh vor meinem Fenster. Die Ameisen schwärmen – leider auch in meinem Schlafzimmer – und alle Vögel sind schon da und feiern ein Fest. Die eleganten Mauersegler zuerst. Sie kamen in Scharen und zeigten ihre Flug- und Jagdkünste. Dazwischen ein paar Schwalben. Meine Gartenbewohner sind auch alle ganz aufgeregt und holen sich mit viel Geflöte und Getschilpe ihren Anteil. Kohl- und Blaumeisen stürzen sich mehr aus der Deckung heraus auf die Nachzügler. Einige Mitglieder der Spatzenbande erweisen sich  als erstaunlich geschickt: im Schwirrflug hoch, Insekt schnappen, zurück auf die Strippe, Flügel abknipsen, lecker!

Keine Fotos. Alle Beteiligten sind zu klein, zu schnell, zu weit weg und außerdem musste ich zwischendurch immer mal staubsaugen.

Zählungen

Es ist wie verrückt. Wenn ich normalerweise Morgens hier am Klapprechner sitze und den Blick locker über den Garten schweifen lasse, kommen die interessantesten Vögel vorbei und landen auf der Telefonleitung. Auch wenn ich schlaff, wie gestern abend im Garten rumhänge, fliegen alle um mich rum. Heute extra früh aufgestanden und konzentriert in den garten gestarrt: Keiner da. Erst ab 8.00 kamen die üblichen Verdächtigen wieder aus ihren Verstecken. Mit Schietwetter, wie in den vorigen Jahren konnten sie sich dabei nicht rausreden. Heute früh war es klar und sonnig. Wahrscheinlich sitzen auch viele auf den Eiern. Immerhin weiß ich, dass die Kohlmeisen mit einer Brut schon fertig sind. Das erste, was ich gesehen habe, war eine Stockente. Nicht gerade ein Gartenvogel. Ansonsten: Kohlmeise, Blaumeise, Rotkehlchen, Amsel, Grünfink, Ringeltaube, Mönchsgrasmücke, Elster, Rabenkrähe, Heckenbraunelle, Singdrossel, Kanadagans.

Am Nachmittag geht es dann gleich weiter mit Zählen: Wählerstimmen der Landtagswahl im Briefwahlzentrum Deutz. Muss man mal gemacht haben. Ich bin Wahlhelferin seit etwa 8 Jahren, in Hamburg noch im Wahllokal mit anschließendem zählen, in Köln im Briefwahlzentrum Deutz. Hat bisher immer Spaß gemacht. Dieses Mal war es etwas mühsam, aus Gründen, von denen ich nicht weiß, ob sie der Schweigepflicht unterliegen. Dabei sind die Abläufe eigentlich einfach, sofern man der deutschen Sprache mächtig ist (seufz).

  1. Alle roten Wahlbriefe werden gezählt und kontrolliert, ob der Wahlbezirk stimmt.
  2. Ab 15.00 Die roten Wahlbriefe werden geöffnet und kontrolliert, ob der Inhalt stimmt blauer Briefumschlag + Wahlschein.
  3. Die Blauen Briefumschläge werden in die Urne versenkt.
  4. Pause bis nach 18.00
  5. Die Blauen Briefumschläge werden aus der Urne gekippt und gezählt, die Wahlscheine gezählt
  6. Die Blauen Briefumschläge werden geöffnet, die Stimmzettel sortiert in 4 Stapel:
  •  Beide Stimmen gleich,
  • Beide Stimmen ungleich,
  • Kuriositäten,
  • leer.

7. Die Stimmzettel mit den gleichen Stimmen werden nach Parteien sortiert und anschließend die Parteien ausgezählt.

8. Die Stimmzettel mit den ungleichen Stimmen werden nach der Zweitstimme und Parteien sortiert und die Parteien ausgezählt.

9. Die Stimmzettel mit den ungleichen Stimmen werden nach der Erststimme und Parteien sortiert und die Parteien ausgezählt.

10. Über die Kuriositäten wird abgestimmt.

11. Die Schriftführerin Bibo wandert durch die Instanzen: Plausibilitätsprüfung, Ergebniserfassung, Protokollabgabe, Kasse. Während dessen packen die anderen ein.

Ich schreibe das hier, weil ich ja immer Leute dazu bringen möchte, auch einmal Wahlhelfer zu spielen, vor allem, die die da rumnölen, es würde ja doch betrogen. Kleiner Gag am Rande: Während wir da Wählerstimmen mit Papier und Bleistift zählten, gab es wohl einen Internationalen Datencrash. Und das ist genau der Grund, warum ich bei Wahlen die Methode: 12 Augen, Papier und Stift bevorzuge.