Veganismus – zu Ende gedacht

Was wäre, wenn auf einmal alle Menschen Veganer wären? Für manchen der Weg zum Heil und die Lösung aller Probleme auf der Welt. Von Massentierhaltung über Hungersnot bis Klimaerwärmung. Aber stimmt das wirklich?

Es würde sich einiges ändern. Veganer essen ja nicht nur kein Fleisch, sondern auch keine Eier und Milchprodukte, keinen Honig, außerdem nutzen die meisten auch keine anderen tierischen Produkte wie Leder, Wolle, Horn…

Denken wir das mal zu Ende. Angenommen, die Veganisten haben die Weltherrschaft errungen.

Die Massentierhaltung wird abgeschafft. Das ist die gute Nachricht. Daraufhin sterben Hochleistungszuchttiere aus. Auch nicht verkehrt.

Zoos werden abgeschafft, die Tiere aus dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm sterben aus.

Leider unterscheiden Veganer nicht zwischen Massentierhaltung und Weidewirtschaft.

Viele Ökosysteme, die auf Weidewirtschaft basieren, verschwinden.
In Deutschland von den Almen in den Alpen, bis hin zu den Weiden in Schleswig-Holstein. Sie alle haben gemeinsam, dass dort entweder die Böden nicht für Nutzpflanzen geeignet sind oder sie liegen zu hoch und die Vegetationsperiode ist zu kurz.

Die Almen  verbuschen, anschließend (unterhalb der Baumgrenze) wächst Wald. Die Weiden in Schleswig-Holstein werden – Montsanto sei Dank – irgendwie beackert.

Daraufhin sterben alle Tiere und Pflanzen aus, die auf offene Weidewirtschaft angewiesen sind. Kann man in S-H jetzt schon ganz gut beobachten, dort wo Viehweiden durch Raps und Mais Monokulturen ersetzt wurden.

Honigbienen siedeln sich zunächst in hohlen Bäumen an, aber es gibt nicht mehr so viele hohle Bäume bei uns. Außerdem ist niemand da, der ihnen gegen die Varroa-Milben hilft.

Daraufhin werden Blütenpflanzen in den Monokulturen nicht mehr bestäubt. Es gibt zum Beispiel kein Obst mehr und keinen Raps. Und natürlich auch keine Tiere, die den Menschen das Obst klauen, wie Stare. Lediglich Obstbäume in Streuobstwiesen können noch von Wildbienen bestäubt werden. Aber auch Wildbienen werden weniger, weil immer weniger Flächen von Weidetieren offen gehalten werden.

Dann brechen die Deiche. Weil keine Schafe mehr auf den Deichen grasen und sie festtreten. Schleswig-Holstein, Teile von Niedersachsen, Hamburg und Bremen saufen ab. Die Niederlande sowieso. Und das schneller, als jede Klimaerwärmung das bewerkstelligen könnte.

Mittlerweile sind auch ein paar Völker ausgestorben. Inuit und Samen, (zu nördlich), alle Völker des Himalaya (zu hoch), Massai (Der Boden ist nur für Weidewirtschaft geeignet). Wüsten, Hochgebirge, Steppen und polare Zonen sind menschenleer

Am Ende sehe ich riesige Felder vor mir, von Maschinen beackert, mit Kunstdünger gedüngt, mit Gift gegen die letzten Insekten verteidigt – Menschen gibt es nur noch in Klimazonen, die reiche Ernte versprechen.

Die gute Nachricht: Die Menschheit hat sich halbiert, auch, weil die Phytoöstrogene aus der Sojabohne die männliche Fruchtbarkeit senken. Die Natur kann sich erholen,

Meine unmaßgebliche Meinung: Massentierhaltung, nein, danke. Wiedervereinigung von Ackerbau und Viehzucht, ja bitte. Nur statistische zwei Kinder pro Paar reichen völlig aus.

Unklar ist, ob die vegan ernährten, carnivoren Haustiere der Veganer überleben oder nicht.

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Accident Gardening 2

Seit dem fiesen Gewitter von neulich schüttet es mit wenigen Unterbrechungen. Das Wasser, das in der ersten Jahreshälfte gefehlt hat, kommt jetzt auf einmal runter.

Einst gab es hier dieses Gewächs, das in zwei Stellen des Gartens die Herrschaft anstrebte.DSC_3509
Ganz hübsch anzusehen im März, aber den Rest des Jahres so najaa, wucherte es so vor sich hin, bis der nasskalte Sommer 2016 ihm den Garaus gemacht hat. naja, fast. Ein paar Strippen stehen noch und es wird wohl auch wieder aus dem Stock austreiben. Die abgestorbenen Triebe habe ich zum großen Teil zurückgeschnitten.
Nur deswegen konnte ich im Winter Zierquitte 2 den Formschnitt verpassen und die hat jetzt Wieder Licht und Luft zum Wachsen.

Aber des einen Leid ist bekanntlich des anderen Freud und so ist an der Stelle auch diese hübsche Kugeldistel erblüht.
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Die ist auch bei den Insekten viel beliebter als das gelbe, gefüllte exotische Kraut.
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Ich überlege schon, ob ich sie umpflanzen kann, oder ein paar Samen für die Wiese gewinnen kann.
Die Wiese hatte ich ja gemäht, bis auf ein paar Stellen, an denen noch irgend etwas blühte. Im Moment sieht das aus wie lustige kleine Blumenbeete mit hohem Majorananteil im Gras.


Wenn man aber genau hinschaut, sieht man, dass da längst nicht mehr alles Gras ist, was grünt. Ich werde mich also auf ein paar zweijährige oder Stauden im nächsten Jahr gefasst machen.

Neu im Garten

Gestern Abend saß ich noch auf der Terrasse da kam jemand, den ich noch nie da gesehen habe. Klein, dünn, lang, rotbraunes Fell, weißer Bauch, kurzes Schwänzchen dunkle Knopfaugen, verspielt, also Niedlichkeitsfaktor 100 und überhaupt nicht scheu. Ein Mauswiesel stellte sich vor und kam neugierig bis fast vor meine Füße. Ich konnte es eine ganze Weile beobachten. Es hat sich einen guten Platz ausgesucht, denn Wühlmäuse gibt es hier massenhaft. Jetzt habe ich also meinen kleinen Hausgeist.

irre Flugshow

Heute früh vor meinem Fenster. Die Ameisen schwärmen – leider auch in meinem Schlafzimmer – und alle Vögel sind schon da und feiern ein Fest. Die eleganten Mauersegler zuerst. Sie kamen in Scharen und zeigten ihre Flug- und Jagdkünste. Dazwischen ein paar Schwalben. Meine Gartenbewohner sind auch alle ganz aufgeregt und holen sich mit viel Geflöte und Getschilpe ihren Anteil. Kohl- und Blaumeisen stürzen sich mehr aus der Deckung heraus auf die Nachzügler. Einige Mitglieder der Spatzenbande erweisen sich  als erstaunlich geschickt: im Schwirrflug hoch, Insekt schnappen, zurück auf die Strippe, Flügel abknipsen, lecker!

Keine Fotos. Alle Beteiligten sind zu klein, zu schnell, zu weit weg und außerdem musste ich zwischendurch immer mal staubsaugen.

Zählungen

Es ist wie verrückt. Wenn ich normalerweise Morgens hier am Klapprechner sitze und den Blick locker über den Garten schweifen lasse, kommen die interessantesten Vögel vorbei und landen auf der Telefonleitung. Auch wenn ich schlaff, wie gestern abend im Garten rumhänge, fliegen alle um mich rum. Heute extra früh aufgestanden und konzentriert in den garten gestarrt: Keiner da. Erst ab 8.00 kamen die üblichen Verdächtigen wieder aus ihren Verstecken. Mit Schietwetter, wie in den vorigen Jahren konnten sie sich dabei nicht rausreden. Heute früh war es klar und sonnig. Wahrscheinlich sitzen auch viele auf den Eiern. Immerhin weiß ich, dass die Kohlmeisen mit einer Brut schon fertig sind. Das erste, was ich gesehen habe, war eine Stockente. Nicht gerade ein Gartenvogel. Ansonsten: Kohlmeise, Blaumeise, Rotkehlchen, Amsel, Grünfink, Ringeltaube, Mönchsgrasmücke, Elster, Rabenkrähe, Heckenbraunelle, Singdrossel, Kanadagans.

Am Nachmittag geht es dann gleich weiter mit Zählen: Wählerstimmen der Landtagswahl im Briefwahlzentrum Deutz. Muss man mal gemacht haben. Ich bin Wahlhelferin seit etwa 8 Jahren, in Hamburg noch im Wahllokal mit anschließendem zählen, in Köln im Briefwahlzentrum Deutz. Hat bisher immer Spaß gemacht. Dieses Mal war es etwas mühsam, aus Gründen, von denen ich nicht weiß, ob sie der Schweigepflicht unterliegen. Dabei sind die Abläufe eigentlich einfach, sofern man der deutschen Sprache mächtig ist (seufz).

  1. Alle roten Wahlbriefe werden gezählt und kontrolliert, ob der Wahlbezirk stimmt.
  2. Ab 15.00 Die roten Wahlbriefe werden geöffnet und kontrolliert, ob der Inhalt stimmt blauer Briefumschlag + Wahlschein.
  3. Die Blauen Briefumschläge werden in die Urne versenkt.
  4. Pause bis nach 18.00
  5. Die Blauen Briefumschläge werden aus der Urne gekippt und gezählt, die Wahlscheine gezählt
  6. Die Blauen Briefumschläge werden geöffnet, die Stimmzettel sortiert in 4 Stapel:
  •  Beide Stimmen gleich,
  • Beide Stimmen ungleich,
  • Kuriositäten,
  • leer.

7. Die Stimmzettel mit den gleichen Stimmen werden nach Parteien sortiert und anschließend die Parteien ausgezählt.

8. Die Stimmzettel mit den ungleichen Stimmen werden nach der Zweitstimme und Parteien sortiert und die Parteien ausgezählt.

9. Die Stimmzettel mit den ungleichen Stimmen werden nach der Erststimme und Parteien sortiert und die Parteien ausgezählt.

10. Über die Kuriositäten wird abgestimmt.

11. Die Schriftführerin Bibo wandert durch die Instanzen: Plausibilitätsprüfung, Ergebniserfassung, Protokollabgabe, Kasse. Während dessen packen die anderen ein.

Ich schreibe das hier, weil ich ja immer Leute dazu bringen möchte, auch einmal Wahlhelfer zu spielen, vor allem, die die da rumnölen, es würde ja doch betrogen. Kleiner Gag am Rande: Während wir da Wählerstimmen mit Papier und Bleistift zählten, gab es wohl einen Internationalen Datencrash. Und das ist genau der Grund, warum ich bei Wahlen die Methode: 12 Augen, Papier und Stift bevorzuge.