Leise rieselt die weiße Scheiße

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Trotzdem wollte ich Euch die 2 Minuten des Tages nicht vorenthalten in denen Schnee hier schön aussieht.
In der Praxis ist es eine nassgraue Pampe, die zu schippen mit Rückenschmerzen kein Vergnügen bereitet.

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Adventskalender

Alle posten zur Zeit Adventskalender, ich nicht. Ich bin ja nicht so der Weihnachtstyp. Einen Adventskalender bräuchte ich nur, um zu schauen, wann es vorbei ist und endlich wieder heller wird.

Aber einen eigenen Blogadventskalender? Nee, bekommt Ihr von mir nicht.

Nur ein Gedicht:

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Weiße Scheiße fällt vom Himmel, doch da hängt ein Futterhaus.
Vögel fordern „Gib! Gib! Gib!“ Darum muss die Bibo raus.

Offensichtlich ist meinen Vögeln das Konzept Futterhäuschen geläufiger, als das Konzept Meisentasse. Denn während die Tassen monatelang unbeachtet hängen blieben, wurde das Häuschen fast sofort angenommen. Die sollen sich aber bloß nicht einbilden, dass ich jetzt morgens um 7 pünktlich nachlege.

Trotz meiner Weihnachtsallergie habe ich Spaß daran, zu schauen, was die Freunde sich haben einfallen lassen:

Dazu kommen etliche Adventskalender von Seiten und Organisationen, denen ich mehr oder weniger interessiert folge; mal mit, mal ohne beiliegendes Gewinnspiel.
Im Winterhalbjahr spiele ich ja gerne mal mit Zooniverse rum. Voriges Jahr hat mich Wildcam Gorongosa stundenlang beschäftigt, davor Snapshot Serengeti. Dieses Jahr fand ich im Adventskalender ein Projekt, das wirklich schön ist, wenn man Sehnsucht nach Sommer hat: Treeversity.

Urban Gardening

Der Düxer Bock ist ein Brunnen, den ich seit meiner Schulzeit in Deutz kenne. (Zu Deutz muss ich unbedingt mal was eigenes machen). Ich erinnerte mich an den Bock auf einer Säule, der auf einem tristen, grauen Platz stand, so wie ich auch Deutz als trist und grau in Erinnerung hatte.

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Jedenfalls streunte ich neulich durch Deutz, dachte: „Schaust Du mal ob Du den Düxer Bock irgendwann mal als Release-Zone nutzen kannst.“

Und Oha! Schon von weitem sieht man: Irgendetwas ist anders.

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Hier ist ein hübscher, kleiner Anwohnergarten entstanden.

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Mit Bänken, Sitzecken und liebevoll gestalteten Beeten.20171028_142053Bock2Und da hinten in der Ecke?

schrankEine Leseecke mit Bücherschrank. Vorsicht, die Tür ist tückisch und schwer zu schließen.

Wie es der Zufall so will, hatte ich gerade ein Buch über Urban Gardening gelesen, in dem verschiedene Projekte und Möglichkeiten städtischen Gärtnerns vorgestellt werden.

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Passt perfekt!
Überhaupt sprießen auch in Köln solche Projekte wie die Pilze aus dem Boden. Eine echte Win-Win-Situation. Die beteiligten Bürger identifizieren sich mit ihrem Veedel und kommen zusammen, pflanzen, gärtnern und sorgen für Sauberkeit. Die Stadt spart Gartenarbeiten und bekäme es so schön, abwechslungsreich  und phantasievoll sowieso niemals hin.
Das fängt schon an mit Patenschaften für Baumscheiben und endet bei Stadtgärten.
Deutz

 

Workout

Letzte Woche habe ich angefangen meinen Garten von der Weltherrschaft der Brombeeren zu befreien. Lange Ranke abschneiden, ziehen – ziehen – ziehen, bis einem ein halber Wald entgegen kommt, wieder eine lange Ranke abchneiden, ziehen – ziehen – ziehen usw.

fullsizeoutput_1713Zweimal die braune Tonne gefüllt, einmal vor, einmal nach der Müllabfuhr, und noch liegt ungefähr die doppelte Menge abgeschnittenes Zeugs im Garten und ich weiß nicht wohin damit. Und man sieht nicht einmal, was ich getan habe. Dafür schmerzen die Bauchmuskeln.

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Eigentlich müsste ich ja die Wurzeln ausgraben, aber die Brombeeren wuchern vom Nachbargrundstück rüber. Und mein eigenes Grundstück ist an den Rändern so zugewachsen, dass ich auch an die diesseitigen Wurzeln gar nicht erst rankomme. Ich kann nur verhindern, dass die Enden der langen Ausläufer auf meiner Seite wieder einwurzeln.

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Kurz nach Bodenkontakt.

Das tun sie, sobald sie Bodenkontakt haben. Dann kommt noch erschwerend hinzu, dass in den Brombeeren natürlich alle möglichen Vögel nisten. Ich kann also da von März bis September nicht viel machen. Es wird also eine alljährliche Sisyphusarbeit bleiben.

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Nachschub

Das gleiche Theater habe ich mit der Waldrebe.

Von Freitagabend bis Sonntagmittag war dann Lehrgang mit Ariga Sensei im Aikido forum Kishintai. Gute Stimmung, sehr lehrreich und ich hatte tolle Übungspartner aus ganz Europa. Samstag Abend war dann noch die übliche Dojo-Party mit Mitbring-Büffet und Hausmusik bis in die Puppen. Das erste Mal überhaupt habe ich den ganzen Lehrgang mitgemacht. Und getreu dem Motto: Bibo kriegt den Hals nicht voll, war ich Montagabend schon wieder im Training, weil Sylvia Geburtstag hatte und 39 mal geworfen werden musste. Jetzt spüre ich Muskelkater an den unmöglichsten Stellen.

Mjam

Kaum gehe ich in den Garten, kommt eine große, dunkle Wolke. Gehe ich wieder rein, verschwindet sie wieder. Aber wenigstens gab es was zu ernten.DSC_4768

Muss ich heute noch irgendwie zubereiten.

Accident Gardening 2

Seit dem fiesen Gewitter von neulich schüttet es mit wenigen Unterbrechungen. Das Wasser, das in der ersten Jahreshälfte gefehlt hat, kommt jetzt auf einmal runter.

Einst gab es hier dieses Gewächs, das in zwei Stellen des Gartens die Herrschaft anstrebte.DSC_3509
Ganz hübsch anzusehen im März, aber den Rest des Jahres so najaa, wucherte es so vor sich hin, bis der nasskalte Sommer 2016 ihm den Garaus gemacht hat. naja, fast. Ein paar Strippen stehen noch und es wird wohl auch wieder aus dem Stock austreiben. Die abgestorbenen Triebe habe ich zum großen Teil zurückgeschnitten.
Nur deswegen konnte ich im Winter Zierquitte 2 den Formschnitt verpassen und die hat jetzt Wieder Licht und Luft zum Wachsen.

Aber des einen Leid ist bekanntlich des anderen Freud und so ist an der Stelle auch diese hübsche Kugeldistel erblüht.
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Die ist auch bei den Insekten viel beliebter als das gelbe, gefüllte exotische Kraut.
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Ich überlege schon, ob ich sie umpflanzen kann, oder ein paar Samen für die Wiese gewinnen kann.
Die Wiese hatte ich ja gemäht, bis auf ein paar Stellen, an denen noch irgend etwas blühte. Im Moment sieht das aus wie lustige kleine Blumenbeete mit hohem Majorananteil im Gras.


Wenn man aber genau hinschaut, sieht man, dass da längst nicht mehr alles Gras ist, was grünt. Ich werde mich also auf ein paar zweijährige oder Stauden im nächsten Jahr gefasst machen.

Vokuhila 2

Wann ist eigentlich der richtige Zeitpunkt, eine zweischürige Wiese zu mähen? Für Tipps bin ich wirklich dankbar.

Muss ich jetzt schon? Oder sollte ich noch warten? Die Mähtruppe der Stadt hat schon gemäht, aber die mähen immer, bevor ich an den Straßenrändern Samen klauen kann. Der Bauer mäht gerade das Getreide. Ich schaue zweifelnd auf die Vegetation und denke, wenn ich jetzt mähe, mähe ich die Blumen ab und bekomme keinen Samen. Muss ich dieses Jahr überhaupt mähen?

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Ich mähe ja sowieso in zwei Schüben. Also beschließe ich, erstmal das Gras zu mähen und um die Blumen herum.
Die erste Erkenntnis: Nach der unfreiwilligen Abmagerung ist es viel einfacher.

Die zweite Erkenntnis: PÄTSCH! Mein Mäher ist kaputt! Der Stecker hat sich vom Schalter verabschiedet.

Was tun?

Ein neuer Mäher kommt momentan nicht in Frage.
Ebay, Kleinanzeigen? Ein interessanter gebrauchter steht in Porz. Mit dem Fahrrad ein Katzensprung, mit dem Rasenmäher unerreichbar, weil es teilweise nicht mal Fußwege gibt.

Repair-Cafe? Gute Idee, aber mit einem Rasenmäher quer durch Köln mit einem Rasenmäher?

Dann fällt mir ein,  bei allen bedenken gegen Facebook, dass sich die Facebook-Gemeinschaft meines Wohnortes erstaunlich gut entwickelt hat. Das „Dorf“ rückt tatsächlich durch dieses Medium zusammen. Und fragen kostet ja nix. Also frage ich mal, ob noch jemand einen Rasenmäher übrig hat, weil meinem der Stecker abgefallen ist.
Und das Wunder ist geschehen: Ein etwas entfernterer Nachbar, den ich vorher überhaupt nicht kannte, hat ihn gerichtet.
Folglich muss ich nicht wegen eines abgefallenen Steckers einen neuen Mäher kaufen. Es wurde Müll verhindert, Energie und Geld gespart, ein netter Mensch kennen gelernt… Zwei Eisbecher muss ich noch ausgeben. Mach ich doch gern.

Viel Majoran hat sich auf der Wiese angesiedelt. Da freuen sich die Bienen und die Schmetterlinge.