Goldener November

20171119_123850Leider kalt.

Advertisements

Ruhm und Ehre

Post vom Inneninister:

urkundeHätte ich das gewusst, hätte ich sie gebeten, das Porto zu spenden.
Was bekomme ich, wenn ich 10 von den Dingern gesammelt habe?
Hat jemand eine kreative Idee, wie ich sie stylish verwende?
Haben wir überhaupt einen Innenminister? Die sind sich doch gar noch nicht einig. Und wer regiert überhaupt gerade?

Urban Gardening

Der Düxer Bock ist ein Brunnen, den ich seit meiner Schulzeit in Deutz kenne. (Zu Deutz muss ich unbedingt mal was eigenes machen). Ich erinnerte mich an den Bock auf einer Säule, der auf einem tristen, grauen Platz stand, so wie ich auch Deutz als trist und grau in Erinnerung hatte.

20171028_141347
Jedenfalls streunte ich neulich durch Deutz, dachte: „Schaust Du mal ob Du den Düxer Bock irgendwann mal als Release-Zone nutzen kannst.“

Und Oha! Schon von weitem sieht man: Irgendetwas ist anders.

Bock4

Hier ist ein hübscher, kleiner Anwohnergarten entstanden.

20171028_141850

Mit Bänken, Sitzecken und liebevoll gestalteten Beeten.20171028_142053Bock2Und da hinten in der Ecke?

schrankEine Leseecke mit Bücherschrank. Vorsicht, die Tür ist tückisch und schwer zu schließen.

Wie es der Zufall so will, hatte ich gerade ein Buch über Urban Gardening gelesen, in dem verschiedene Projekte und Möglichkeiten städtischen Gärtnerns vorgestellt werden.

Bock1

Passt perfekt!
Überhaupt sprießen auch in Köln solche Projekte wie die Pilze aus dem Boden. Eine echte Win-Win-Situation. Die beteiligten Bürger identifizieren sich mit ihrem Veedel und kommen zusammen, pflanzen, gärtnern und sorgen für Sauberkeit. Die Stadt spart Gartenarbeiten und bekäme es so schön, abwechslungsreich  und phantasievoll sowieso niemals hin.
Das fängt schon an mit Patenschaften für Baumscheiben und endet bei Stadtgärten.
Deutz

 

Mal ohne Rad

Für den Oktober habe ich mir eine Monatskarte gegönnt und die will ja ausgenutzt sein. Also dachte ich, ich fotografiere mal eben den Bahnhof in Stammheim. Wäre ich mit dem Rad gefahren, hätte das auch funktioniert.
Leider war die S-Bahn nach Stammheim erheblich verspätet, aber ich bin ja flexibel und so nahm ich einfach eine andere und landete hier:

DSC_4823

Bahnhof Worringen

Im Jahr 1288 kloppte sich hier der Erzbischof von Köln Siegfried von Westerburg mit dem Herzog Johann I. von Brabant in der Schlacht von Worringen.

Der Worringer Bruch ist der tiefste Punkt Kölns, ein ehemaliger Rheinarm, der mittlerweile fast völlig verlandet ist. Der liegt hufeisenförmig zwischen Worringen und Langel. Kann ich mir ja mal ansehen, dachte ich.
Zunächst einmal ging ich über einen kleinen Trampelpfad am Bruchwald entlang. Es müffelt ein bisschen nach Kanal und ist hier auch ziemlich überdüngt, wie man an den Brennesseln sieht.

DSC_4824

Bruchwald

Weiter geht es ein Stückchen durch den Wald und dann wieder raus. Im Naturschutzgebiet ist Betreten verboten, also führt ein weiterer Trampelpfad immer am Bruchwald entlang.

Hier sieht man die Biegung des Worringer Bruchs immer um ein Feld herum.

Weiter geht es: links Feld, rechts interessanter, aber unzugänglicher und unfotogener Bruchwald. Hier muss mal massiv mit Pappeln aufgeforstet worden sein. Die stehen in Reih und Glied, wie seinerzeit die erzbischhöflichen und herzoglichen Truppen.
Naja, nicht ganz. Einige sind auch schon tot umgefallen und bleiben einfach liegen.

DSC_4828

Dazwischen wächst ein feiner Auwald heran. Das nächste mal, werde ich einen anderen Zugang wählen, denn von den Wasserflächen habe ich so nichts gesehen.

DSC_4830

Dafür eine Malve (?), mitten auf dem Weg. Jedenfalls keine wilde.

DSC_4831

Hochsitz

„Früher wurde der Wald noch gepflegt!“ meinte kürzlich jemand im Königsforst. (Ja, klar, Fichtenmonokultur) Der sollte sich hier mal umsehen.

DSC_4832

Das Totholz ist wichtig für den Naturkreislauf und um Eindringlinge abzuhalten.

Durch diese hohle Gasse hätte ich dann zurück zur Bahnstation gehen können, entschied mich aber, dem Kölnpfad zu folgen.

DSC_4835

Pfaffenhütchen

Habe ich jetzt bewusst noch nie gesehen.

DSC_4837

Mais

Bei Mais muss ich immer an Stephen King denken. „Kinder des Mais“ ist eine seiner frühen Kurzgeschichten.

DSC_4838

Stechapfel

Ziemlich giftig. Trotzdem wär das was für meinen Garten.

DSC_4839

Taubnessel

Die Taubnesseln haben sich irgendwie in der Jahreszeit vertan.

DSC_4840

Deich in Sicht!

DSC_4842

Dem hübschen Widder war ich nicht geheuer.

DSC_4843

Ein kleines Päuschen auf dem Deich mit Blick auf Hittdorf

DSC_4844

Und weiter geht es auf einem Trampelpfad den Rhein hinauf.

DSC_4847

Langeler Fähre

Mit der Fähre hätte ich dann  nach Hitdorf übersetzen können, nahm aber den Bus nach Merkenich.Bildschirmfoto 2017-10-16 um 10.15.58

Sind Autofahrer wichtiger als Radfahrer? – Ein Kommentar.

Heute muss ich mal was rebloggen. Die Auto-bild pöbelte gestern über Radfahrer und Fragte: Sind Radfahrer wichtiger als Autofahrer? Hier die Antwort von Radelmädchen:

Das Thema Auto BILD-Titelseite ist noch nicht erledigt! Die Oktoberausgabe strotzt von plakativen Anschuldigungen & konfrontationslustiger Diskreditierung.

Quelle: Sind Autofahrer wichtiger als Radfahrer? – Ein Kommentar.

Tag des offenen Denkmals 2017

Der Samstag war so völlig verregnet, dass ich nach dem Aiido nur noch eins im Sinn hatte: Was essen und dann ab ins Trockene.

Aber Sonntag früh war es dann frisch und trocken und so konnte ich doch noch das Fahrrad satteln und mir zwei Denkmale in der Nähe ansehen.

Als erstes das Wasserwerk, das ich ja vorigen Monat zu früh und somit vergebens angefahren hatte. Normalerweise ist es der Öffentlichkeit verschlossen.

1505034515171.4fe98067-8c66-43b7-8c51-7ae1cd5d3551

Wasserwerk Westhoven

Bei näherer Betrachtung erinnert das denkmalgeschützte Gebäude aus dem Jahr 1904 an ein Kirchenschiff. Die Begründung gab es auf der Führung: So große Hallen konnten damals nur Architekten bauen, die Erfahrung mit Kirchen hatten.

Und gleich noch eins: So lange die Pumpen mit Dieselgeneratoren betrieben wurden, haben dort jede Menge Leute gearbeitet, die ursprünglich aus der Schifffahrt kamen.

Ich mag ja solche alten Industriegebäude mit ihren Details.

Auf dieser Führung lag der Schwerpunkt allerdings weniger auf dem Denkmalschutz, als auf der Wassergewinnung, -Verteilung und -Aufbereitung.
Obwohl das Wasserwerk relativ dicht am Rhein steht, ist das Wasser nicht, wie allgemein angenommen, Uferfiltrat aus dem Rhein, sondern Grundwasser.

Es wird aus Tiefbrunnen gefiltert und mit Elektropumpen gefördert. Diese Pumpen verteilen es auch im Kölner Raum, denn Köln ist flach, deshalb ist es einfach.

Obwohl das Thema Stickstoffeintrag gerade mal wieder durch die Medien schwappt, hat sich die Wasserqualität des Grundwassers konstant verbessert, auch was andere Schadstoffe angeht. Sogar das Rheinwasser hat mittlerweile fast wieder Trinkwasserqualität.

Wasser in PET-Flaschen kaufen ist doof, von Nestlé noch doofer!

Es gibt aber trotzdem Stoffe, die für das Trinkwasser problematisch sind. Löschschaum von der Feuerwehr zum Beispiel und das Kontrastmittel, das nach Röntgenuntersuchungen ausgeschieden wird.

20170910_132043

In der modernen Halle, stehen vier große Holzkohlefilter für den Fall der Fälle. Sie sind allerdings kaum noch notwendig. Für Kinder ist hier auch die Wasserschule integriert.

20170910_131629

Unser Führer war übrigens so auskunftsfreudig, dass er beinahe seine nächste Führung verpasst hätte.

Zu Mittag wollte ich mich am Rhein stärken, ist ja nicht so weit. An der Ampel musste ich mich erstmal orientieren, Neben mir stand ein jüngerer Mann mit einem Mountainbike der Marke: Fabrikneuer Schrott. Bei Grün fuhr er sehr flott an und ich folgte ihm Richtung Rhein. Bergab ließ er rollen, ich auch, aber irgendwann beschloss ich, wieder zu treten und als er merkte, dass ihm eine kleine , ältere Frau auf einem großen, älteren Männerfahrrad „Das Wasser vun Kölle“ pfeifend näher kam, fing er an, wie ein Verrückter in die Pedale zu treten. Weil es ein Bisschen windig war, beschloss ich, eine Weile auf gerader Strecke seinen Windschatten zu genießen, woraufhin er noch verbissener in die Pedale trat. Gut für mich. Aber leider war mein Zugpferd irgendwann völlig außer Puste, so dass ich ihn leider überholen musste, sonst wäre ich aufgefahren. Nun könnte ich einen Vortrag halten über passende Sattelhöhe, die regelmäßige Wartung von Kette und Kranz und die angemessene Nutzung einer Gangschaltung, beschränke mich aber auf: Hirn schlägt Testosteron.

Jedenfalls war ich flott am Rhein und am Poller Fischerhaus gab es geräucherte Forelle mit Bratkartoffeln. Naja, der Name verspricht Fischspezialitäten, der Schwerpunkt der Speisekarte liegt aber auf Schnitzel und Burger.

So gestärkt ging es zum Fort IX des äußeren Festungsrings. Auch dieses ist normalerweise nicht öffentlich zugänglich. Eine Besichtigung mit Gruseleffekt, versprach der sehr engagierte Führer. Nach einem gelungenen Vortrag über die Geschichte des Kölner Festungsrings ging es hinein.

fullsizeoutput_16ca

fullsizeoutput_16cb

Leider ist das Gebäude dem Verfall preisgegeben. Es gibt zwar Bemühungen, es zu erhalten, aber die Eigentümer, in diesem Fall das Land stellt sich quer.

Deswegen ist es auch nicht ganz ungefährlich, darin herumzuklettern. Es gibt Löcher im Boden, Brückenübergänge ohne Geländer, misstrauen erweckende Treppen und ein nicht mehr sehr tragfähiges Dach.

Gelegentlich wird es noch als Filmkulisse, z.B. für  „Dresden“ oder „Unsere Väter, unsere Mütter“ genutzt.

Jetzt ist es übrigens amtlich: Komoot frisst Fotos. Ich hatte mich ja schon gewundert, dass Fotos vom Handy verschwunden waren. Weil ein aussagekräftiges Foto genügt, habe ich ein Foto aus Komoot gelöscht, und zwar  nichtmal am Handy sondern am Mac. Daraufhin ist es auf dem Handy verschollen. Das finde ich jetzt richtig Scheiße.

Bildschirmfoto 2017-09-11 um 11.15.53

In der Tourbeschreibung ist es das rechte, viel bessere Foto.