Was war das interessanteste, was Du diesen Monat gesehen, probiert oder gelesen hast?

Schon wieder ein Monat beendet und weil ich die Frage so gut fand, mache ich da jetzt eine Serie draus.

Gesehen: Das ehemalige Clarissenkloster in Kalk

Gelesen: Inside AFD

Probiert:

  1. Ich habe die Frage geklärt, ob man aus einer versehentlich aufgetauten Kaninchenkeule Sauerbraten machen kann. Man kann – lecker!
  2. Vegane Milchersatz-Flüssigkeiten. Ich trinke schon seit Jahrzehnten keine Milch, backe keinen Kuchen und hatte deswegen hatte ich auch nie das Bedürfnis etwas, was ich sowieso nicht konsumiere zu ersetzen. Aber man soll mir ja nicht nachsagen, ich wüsste nicht, wovon ich rede.
  •  Sojaplörre: Vertrage ich nicht, weiß ich aus einem unfreiwilligen Selbstversuch. Habe ich nicht nochmals probiert.
  • Mandel-Kokos: Dünnflüssig, gar nicht mal so übel. Kokos schmecke ich da nicht heraus, leichtes Bittermandel-Aroma im Abgang. Ok, wenn gut kalt.
  • Bio-Kokos: Schleimig, wie Reisschleim oder Milch mit Kokos-Aroma. Und wer noch zu der Generation gehört, die im Krankheitsfall Reisschleim eingetrichtert bekam……
    Weiter bin ich noch nicht gediehen, muss ich auch nicht, denn alle diese Flüssigkeiten kommen im Tetrapack daher und ich als Müllvermeider…

3. Kartoffeln am Spieß. In Spiralen geschnitten, aufgespießt und frittiert.

Verkauft: Ein Haus. Geld kam Dienstag, Übergabe war Donnerstag.

Gekauft:
Einen Kopfhörer mit Lärmunterdrückung. Neudeutsch: Noise-Reduction. Das war ein Kauf, den ich mir jahrelang mangels Masse verkniffen habe. Eigentlich für die U-Bahn, weil ich die seit fünf Jahren mit Ohrenstöpseln nutze, die ich entweder verliere oder die relativ schnell ihren Weichmacher verlieren und dann nicht mehr dämmen. Gestern mal mit meinem Düsenjäger-Staubsauger + Kopfhörer probegesaugt: Eine Wohltat!

Und jetzt seid Ihr dran:

 

 

 

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Sie sehen, dass Sie nichts sehen: ein Bodendenkmal

Weil Sonntag noch schönes Wetter war, habe ich mir ein Denkmal ganz in der Nähe ausgesucht: Die Merheimer Fliehburg. Hä? Nie gehört!
Auf bekanntem Weg ging es mit dem Rad zum Treffpunkt: Haltestelle Flehbachstraße. Von dort, in einer großen Gruppe zu Fuß am Flehbach lang, immer noch auf bekanntem Weg. Nur sonst fahre ich da mit dem Rad.

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Wir erfahren, dass wir uns auf der Niederterrasse des Rheins befinden. Königsforst und Wahner Heide liegen auf der Mittelterrasse und danach geht es noch hoch zum Bergischen Land. Heute ist die Landschaft stark von Menschen überprägt.

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hinten der Hubbel ist die Böschung der Autobahn.

In der Jungsteinzeit war hier ein menschliches Siedlungsgebiet. Leider keine Bandkeramik-Siedlung, wie es sie auf der anderen Rheinseite gibt, die haben nämlich viel mehr hinterlassen, sondern eine andere Siedlungsform, die der Michelsberger Kultur zugerechnet wird.
Nun erfahre ich auch, warum hier, im Merheimer Bruch, der kanalisierte Flehbach so tief liegt.

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Rechts oben der Weg, links der Merheimer Bruch

Denn da unten, wo jetzt das viele Schilf steht, war damals in der Jungsteinzeit noch ein abgetrennter Rheinarm. Der später verlandete und viel später ganz entwässert und trocken gelegt wurde. Also eigentlich mündete der Flehbach damals schon hier in den Rheinarm und nicht, wie heute kanalisiert in den Rhein.
Geplant ist, den Merheimer Bruch zu renaturieren und wieder zu vernässen.Jedoch die Anwohner fürchten die Mücken.

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ob da jemals wieder Wasser reinkommt?

Jedenfalls kamen hier an der Stelle zwei dieser alten Rheinarme zusammen und dazwischen lag eine Insel oder Halbinsel und auf der siedelten die Michelsberger.

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Der Hubbel da hinten ist die Fliehburg

Die Fliehburg ist also natürlichen Ursprungs. Dort wurden Siedlungsreste – leider nur wenige – Scherben und Steinbeile gefunden. Weil die Michelsberger nicht, wie die tollen Bandkeramiker, ihre Häuser auf Pfosten bauten, kann man die Häuser auch nicht rekonstruieren.
Nach einem längeren Aufenthalt unter der Autobahnbrücke, wo auch unter anderem gezeigt wurde, wie ein Abschlag entsteht, erklommen wir über einen Trampelpfad die Merheimer Fliehburg, wo wir schon leicht ermattet ins Gras sanken.

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Noch ein aufmerksamer Zuhörer

Die Fliehburg heißt Fliehburg, weil sie durch einen künstlichen Graben, der die beiden Wasserflächen verband, vom Land abgetrennt wurde. Unklar ist, wer diesen Graben grub.
Ein zweites Denkmal habe ich an diesem Tag leider nicht mehr geschafft.
Ich fand das Gelände vor allem biologisch interessant. Muss ich noch mal alleine hin, wenn nicht so viele Leute da im Bild rumstehen.

Hinter Mauern

20180908_163346_resizedEs war einmal ein Clarissenkloster, das stand in Kalk, daneben eine Kirche. Bevor es die U-Bahn gab, fuhr ich daran mit der Straßenbahn vorbei und ab und zu sah ich eine schwarz gekleidete Nonne. (Genau das Richtige für meine Nonnenphobie)

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Kirche

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Torhaus

Umgeben war das ganze Kloster von einer hohen Mauer.

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Mauer von innen

Darinnen lebten, wie gesagt, Clarissen.
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Was ich nicht wusste: Abgesehen von einigen Wenigen, die im Torhaus wohnten, lebten die Damen hier freiwillig wie im Knast. Hinter dicken Mauern und Gittern, ohne Kontakt zur Außenwelt. Wer durch diese Pforte eintrat, kam lebend nicht wieder heraus. Tot auch nicht denn sie hatten einen eigenen Friedhof.

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Original Fenster einer Zelle, unten.

Beim Gottesdienst: Eigener Trakt für die Nonnen, hinter einem Gitter. Zellenfenster: Vergittert. Es gab ein Besucherzimmer für Angehörige: Auf der einen Seite die angehörigen, auf der anderen die Nonne, hinter Gittern. Das Besucherzimmer hatte eine Drehschleuse, durch die Gegenstände gereicht werden konnten. Andere Dinge des täglichen Bedarfs. konnten direkt durch eine Klappe geliefert werden.
Für mich wäre so ein Leben der nackte Horror. Wie kann sich jemand das freiwillig antun?
Jedenfalls ging dem Kloster sowohl der Nachwuchs als auch das Geld aus. Schließlich lebten nur noch wenige uralte Nonnen in dem baufälligen Gemäuer und kamen nicht mehr zurecht. Behindertengerecht war das ja auch nicht.
Das Erzbistum Köln übernahm das Gebäude, nachdem die Nonnen aufgeben mussten und wusste auch zunächst nichts damit anzufangen.
Als dann 2015 die ersten Flüchtlinge ins Land kamen, bot das Erzbistum an, das Kloster als Flüchtlingsunterkunft zu nutzen. Dazu war es aber zu baufällig.
In Rekordzeit wurde ein Bauantrag gestellt, genehmigt (!), geplant, umgebaut, angebaut und was am Ende dabei heraus kam ist ein integratives Wohnprojekt.
Um einen Zugang zu schaffen, wurde ein Teil der Mauer abgerissen, es entstand ein Vorplatz, die Kirche erhielt einen neuen Seiteneingang, es wurden noch zusätzliche Gebäude errichtet.
Die Kirche ist immer noch Kirche, kann aber auch als Veranstaltungsraum und Anlaufstelle für Flüchtlinge genutzt werden.

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Innenhof

Im ehemaligen Klostertrakt wurde aus jeweils zwei Zellen ein größeres Zimmer. Hier leben Jugendliche in Wohngruppen.
Der völlig überwucherte Innenhof wurde gerodet und bekam ein neues Pflaster.
Die Gitter der Fenster wurden entfernt, die Zimmer bekamen neue, größere Fenster.
Hinter den kleineren liegt noch der ehemalige Wandelgang.
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Hinter dem ehemaligen Klostertrakt, wurde ein Neubau errichtet.
Hier leben Flüchtlinge, Menschen mit Behinderung und Menschen mit wenig Geld zusammen. Der Neubau wurde gut und günstig geplant, die Wohnungen sind unterschiedlich groß, im Garten befinden sich Sitzplätze, eine Sandkiste und Kirschbäume.

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Neubau mit Garten

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Rückseite des Neubaus mit Buche

So unterschiedliche Menschen zusammen, klappt das? Offensichtlich schon. Die Wohnungen sind begehrt. Die ganze Anlage ist autofrei und strahlt eine ruhige Atmosphäre aus.
Die mich kennen wissen: Es war mal wieder Tag des offenen Denkmals. Leider war nur das Handy mit, weil ich keine richtige Kamera mit zum Aikido schleppen wollte.

 

Das Ende naht!

20,01€ – 13,39€ = ?

Öööhmm…

äääähhh…

6,60€ oder doch nicht?

Gestern auf dem Markt waren tatsächlich die Kartoffeln ausverkauft. Schuld daran ist der Klimawandel. Anscheinend hat die Ankündigung einer schlechten Kartoffelernte zu Panikkäufen auf dem Markt geführt.

Also bin ich abends nach dem Aikido noch kurz zu REWE gegangen, weil der am Hohenstaufenring und somit am Weg liegt.
Kartoffeln, die in ihren Plastikhüllen vor sich hin schwitzten, habe ich dann doch nicht gekauft, aber Joghurt, Käse, Aufstrich.

Jedenfalls betrug die Rechnung 13,39€ und ich reichte einen 20-€-Schein zur Kasse.
„Haben Sie vielleicht einen Cent?“ fragte das Kassenmädel. Ich reichte noch einen Cent nach und wunderte mich schon.

“ Dann bekommen Sie …Öööhmm…6,60€ zurück!“
Ich: „Nee, kann nicht stimmen“
Sie: „Doch, sie haben mir ja einen Cent gegeben, dann bekommen Sie 6,60“
Ich „Nein, rechnen Sie noch mal nach!“
Sie ruft eine Ältere Kollegin um Hilfe.
Die Kollegin wirft einen Blick auf die Abrechnung und behauptet dann: „Sie machen einen Denkfehler! Rechnen Sie noch mal nach! Sie haben zu den 13,39 einen Cent gegeben das sind dann 13,40. Das nennt man aufrunden! Und deshalb bekommen Sie jetzt 6,60 zurück!“

Der herbeigerufene Marktleiter bestätigt diese Ansicht.

„Ich habe ihnen 20,01 gegeben…“ Das stimmt nicht, Sie haben mir den Cent ja erst gegeben, nachdem ich das abgerechnet habe!“

Mittlerweile macht sich Unmut in der sich stauenden Schlange breit. Nicht etwa dem dreisten Personal, sondern mir gegenüber, die sich wegen eines Denkfehlers einen Kassenschlangenstau verursacht.

Ich raffe also meinen Kram zusammen, tippe nach dem Einpacken 20,01 – 13,39 in den Handy-Rechner und halte der Kassentrulla das Ergebnis vor die Nase:

20,01 – 13,39= 6,62

Die guckt sich das an und sagt: „Das ist falsch gerechnet!“
Der Marktleiter stürzt herbei und ich halte ihm ebenfalls den Taschenrechner vor die Nase.
„Um was geht es? Um EINEN Cent? Hier! Ich SCHENKE Ihnen 10 Cent und jetzt gehen Sie endlich.“

Nein, es ging nicht um die ZWEI Cent. Es ging darum, dass DREI Leute nicht in der Lage waren eine einfache Grundschul-Rechenaufgabe zu lösen und alle behaupteten ich hätte falsch gerechnet, einen Denkfehler gemacht.

Wie kann es sein, dass innerhalb weniger Generationen so simple Fähigkeiten wie Kopfrechnen einfach so verloren gegangen sind. Von Höflichkeit, einer  Entschuldigung, einen Fehler zugeben, will ich gar nicht erst anfangen. Wahrscheinlich ist an der zunehmenden Verblödung auch der Klimawandel schuld. Oder wenigstens dass „wir alle“ zu viel Fleisch essen.

Kartoffeln, Obst und Gemüse habe ich heute früh am Marktstand in der Lützerather Straße in Rath gekauft. Die Händlerin hat alles im Kopf ausgerechnet und passend zurückgegeben. Die Menschheit ist noch nicht verloren.

Regen

Heute früh weckte mich ein Geräusch: Regen! Nicht das angedrohte schwere Gewitter mit Starkregen, der das siel verstopft,  sondern einfach Regen, der auch noch so gerade herunter fiel, dass ich nicht mal die Fenster schließen musste.

War mal nötig, jetzt ist es schon wieder vorbei.

Der Flehbach ist schon lange ausgetrocknet und der Rhein hat niedrigwasser bei 27 Grad.

Was da sprudelt, liegt normalerweise tief unter der Wasseroberfläche. Einer der Bachläufe, der den Rhein nur noch durch den Kanal erreicht.

Und die Suche geht weiter :-(

Ich hatte hier so ein tolles Paar Kaufinteressenten.
Die wollten nur das Haus.
Die waren voller guter Pläne.
Die wollten nicht meinen Garten.
Die waren nett.
Die hätte ich auch gern als Nachbarn gehabt.
Alles perfekt!

Und jetzt können sie das Geld nicht aufbringen.

Alle Beteiligten sind am Boden zerstört.

Und e-Spanien schickt mir als Wort des Tages desesperado.