Durch den Königsforst zum Schloss Eulenbroich.

Am Wochenende war Rosenfest auf Schloss Eulenbroich in Rösrath. Rösrath ist zwar von hier aus der nächste größere Ort, gehörte aber nicht unbedingt zum Einzugsbereich meiner Jugend.

Durch den Königsforst nach Rösrath fahren ist eigentlich einfach. Hätte ich auch so gefunden: Von der Endhaltestelle immer geradeaus, am Wassertretbecken halblinks hoch. Nervtötend einfach. Immer geradeaus und immer den Berg hoch.

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Um es vorweg zu nehmen: Dabei herausgekommen ist eine schöne, abwechslungsreiche Radrunde, immer durch den Wald.

Erstmal durch die Felder, Eintritt in den Königsforst an der Kreuzung Lützerather Straße, an einem ausgetrockneten Bachbett entlang, ein Stück über den Deich…

Königsforst

Durch den Königsforst

Der Königsforst zeigt sich in frühlingsfrischen Farben, obwohl schon Anfang August ist.

Schweinerei

Es gibt hier offensichtlich viele Wildschweine.

Dann über den Giesbach, nasse Füße inclusive. Es ist eigentlich erstaunlich, dass ich an diesem schönen Pausenplatz so selten Leute antreffe.

Flacher zunächst mal als erwartet, nur um Kleineichen herum und vor Rösrath ein paar kurze, steile Anstiege. A`propos Anstieg: Es war gar nicht so einfach den Komoot so zu programmieren, dass die steile Straße abwärts auf dem Hinweg und der sanftere Anstieg auf dem Bahndamm auf dem Rückweg gefahren werden soll.

Nun, ich habe ja auch noch andere Hobbys:

Klosterwald

Themenrelease an der Klostermühle.

Mittlerweile war es dann auch recht warm geworden. Das Restaurant Klostermühle liegt direkt neben Schloss Eulenbroich.

Schloss Eulenbroich ist ein Wasserschloss an einem Nebenarm der Sülz. Es gibt ein Café mit Außengastronomie, verschiedene Veranstaltungen. Märkte, Kunstausstellungen, Theater. Man kann sich dort sogar trauen lassen.

Das Rosenfest hatte wenig Rosen und mehr Kunsthandwerk hart an der Kitschgrenze und einiges zu probieren. Es wurde auch recht warm. Auf dem Rückweg  habe ich noch ein Stückchen den Bahndamm getestet. Hier wurde die stillgelegte Trasse der Sülztalbahn als Bahntrassenradweg wiederverwendet. Leicht zu fahren mit Fahrrad oder Mountainbike. Die Gesamtstrecke verbindet Rösrath mit Bensberg.

Bahndamm

Bahntrassenradweg

Auf dem Rath-Forsbacher-Weg ging es nur noch bergab, ein Bisschen plantschen im Wassertretbecken inclusive, so dass ich früher als geplant wieder hier war.

An vier Stellen hat mich der Komoot missgewiesen, zuletzt am Wassertretbecken, da sollte ich scharf Links, praktisch wieder zurück fahren. So weit ich das jetzt beurteilen kann, passiert das immer da, wo es noch ein anderes links oder rechts gibt. Bei mehrstrahligen Kreuzungen würde ich ihm grundsätzlich misstrauen und mal einen Blick in die Karte werfen. „Links auf den Bahndamm, dann wenden“, sorgt allerdings eher für Erheiterung als für Irritationen.

Den Abend ließ ich mit dem dicken Schätzing im Garten ausklingen. Die Vögel singen nicht mehr, es gibt ein neues Eichhörnchen.

Sturmschaden

Neulich wollte der männliche Besuch, kaum angekommen, spazieren gehen. Der weibliche Besuch war unentschlossen und ich befand: Viel zu gefährlich!

Gestern musste ich aber nach dem Essen noch eine Runde drehen, um die überzähligen Kalorien abzustrampeln und zwei Bücher für die Wald-Challenge freizulassen.

Und hier sieht man auch schön, warum ich nicht im Sturm oder auch kurz danach spazieren gehe:

Niklas war hier!

Niklas war hier! Fichte

Zusätzlich zu Kyrills Hinterlassenschaften hat auch Niklas ein bisschen was weggeschafft.

Die Aufgabe für die Wald-Challenge war: Lass ein Buch, das zum Wald passt an einem Kirschbaum frei.

Erlaubt waren „alle Arten Kirsche“. Ich bin den weg des geringsten Aufwandes gegangen und habe die Kandidaten auf dem Waldlehrpfad ausgesucht:

Traubenkirsche

Traubenkirsche

Die Traubenkirsche ist eher mickrig. Der Standort behagt ihr ganz und gar nicht. Zu trocken.

Vogelkirsche

Vogelkirsche

Die Vogelkirsche hingegen hat einen Platz an der Sonne erwischt. Sie mag Waldränder.

Beide blühen noch nicht.

Die Miezekatze im warmen Pelz, fand ich auf dem Rückweg in der Göttersiedlung. Sie sieht aber auch aus, als wäre sie lieber drinnen.

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Nostalgie

Als Jugendliche haben wir Sonntags die Pferde gesattelt und sind durch den Königsforst zur Forsbacher Mühle geritten um uns den Bauch voll Bergische Waffeln zu schlagen.
Neulich also habe ich mein Fahrrad gesattelt und bin durch den Königsforst gefahren um zu sehen ob sie noch steht. Geht ganz schön bergauf an der rheinischen Niederterrasse. Ich bin im norddeutschen Flachland völlig verweichlicht.

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Ja, sie ist noch da. Auch das Mühlrad dreht sich noch und am düsteren Mühlteich kann man immer noch sitzen und essen.

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Auch die Gänse führen noch Gössel.
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Aber man kann keine Pferde mehr anbinden. An der Stelle ist jetzt ein Parkplatz.Da käme sowieso nie jemand mit dem Pferd vorbei, meint die Kellnerin. Und die Waffeln sind auch nicht mehr das, was sie mehr waren. Keine dicken, fluffigen, frisch gebackenen bergische, sondern flache zähe mit deutlichem Zitronenaroma. Schade!

Der kleine Unterschied

Neulich hat sich jemand mit den Suchworten: Unterschied Weißdorn Schlehe in diesen Blog verirrt.
Nun, dem Manne kann geholfen werden:
Auf den ersten Blick sieht das ähnlich aus. Dornen und weiße Blüten.

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blühender Weißdorn

Aber:
Der Weißdorn blüht jetzt.
Die Schlehe hat schon geblüht.
Schlehe blüht zuerst und bekommt dann verkehrt eiförmige, doppelt gesägte Blätter.
Weißdorn bekommt zuerst gebuchtete Blätter und blüht dann. (in Norddeutschland beide entsprechend später)
Schlehe bekommt dunkelblaue Steinfrüchte, aus denen man Likör machen kann, aber erst, wenn sie einmal gefroren waren.
Weißdorn bekommt rote Früchte, beliebt bei Vögeln. (Auch mit dem Suchwort hat es jemand versucht, hat aber wohl nicht gefunden was er gesucht hat.)

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blühender Raps

Ein blühendes Rapsfeld – das war für mich so typisch norddeutsch. Raps gab es hier früher nicht. An den Feldern kann man immer gut sehen, was von der EU gerade subventioniert wird.

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Kyrill war hier

Was gibt es Neues im Königsforst? Auf den Freiflächen, die Kyrill geschlagen hat, blüht gelb der Ginster.

Was will uns dieser Ginster sagen?

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Ginster

Er sagt: Hier ist Sandboden! Kein Wunder, dass die Fichten alle umgefallen sind.

Außerdem: Obwohl man es tagsüber nicht sieht, gibt es hier Rotwild. Denn Rotwild mag keinen Ginster. Der Ginster bleibt stehen, lecker Laub wird abgefressen.

Im Brücker Hardt

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schöne alte Eiche

Der Brücker Hardt ist der Teil de Königsforstes, der zum Ortsteil Brück gehört. In den 60er und 70er Jahren wurde dieser Teil des Königsforstes der Naherholung gewidmet. So gibt es einen Trimm-Dich-Platz, einen Waldlehrpfad und ein Wildgehege.

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Gestauter Flehbach im Hintergrund Buchen und Buschwindröschen

Durch den Brücker Hardt fließt der Flehbach. An dieser Stelle wurde er gestaut um den Mühlengraben für die Erker Mühle abzuzweigen. Graben und Mühlenteich gibt es noch, die Erker Mühle nicht mehr.

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Buschwindröschen

Im lichten Buchenwald blühen jetzt die Busch-Windröschen, bevor sich das Blätterdach schließt.

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Wildschweine im Gehege

Früher war das Wildgehege ganz umzäunt, mit Türschleusen und die Tiere liefen frei zwischen den Besuchern herum. Schon nach wenigen Wochen stellte man fest, dass das mit den Wildschweinen keine so gute Idee war. Die Bachen sind ganz schön angriffslustig, wenn sie Frischlinge führen. Also kamen Schweine und Rotwild doch wieder hinter Gitter nur die Dybowsky-Hirsche blieben in der Streichelzoo-Abteilung. Mittlerweile wurden die Eingangstore aber entfernt und es blieben nur die beiden großen Gehege mit Schweinen und Rothirschen zurück.

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Gruß von Kyrill

Im südöstlichen Teil des Wildgeheges und östlich des Flehbachs herrschte Fichtenmonokultur vor. Auch hier hat der Sturm Kyrill einige Lücken in den dunklen Fichtenforst gerissen und macht den Wald artenreicher und abwechslungsreicher.

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Eule

Wer die schöne Eule aus einem Baumstumpf geschnitzt hat, das wüsste ich gern. Sie bewacht einen der Eingänge zum Wildgehege.

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Schutzhütte

Die Schutzhütten sind auch Rettungspunkte. Es gibt derer reichlich. Nebenbei bieten sie auch Platz für andere bekloppte Hobbys.

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Wald-Sauerklee

An den Wegrändern blüht jetzt der Wald-Sauerklee. Er ist reich an Oxalsäure und wurde früher als Heilpflanze verwendet.

Ich biete ihnen individuelle naturkundliche Führungen zum Beispiel im Brücker Hardt, in der Wahner Heide oder auch in Ihrer Nähe.

Kneipp im Königsforst

Wassertretbecken im Giesbach

Wassertretbecken im Giesbach

Mitten im Königsforst gibt es dieses Wassertretbecken, das offensichtlich vor Kurzem restauriert wurde. Hier wurde der Giesbach künstlich aufgestaut und in das Becken geleitet. Besucher sollen, laut Pfarrer Kneipp, in Storchenmanier durch das Wasser schreiten immer einen Fuß im Wasser, einen aus dem Wasser. Anschließend die Füße nicht trocknen, sondern ab in die (Woll-)Socken und weiter wandern. Der Gesundheitseffekt für Abhärtung und Kreislauf stellt sich durch den Kälteschock und die anschließende Erwärmung ein.
So schön es ist für müde Wanderer: Für die Bewohner des Giesbachs bildet das Tretbecken eine unüberwindliche Hürde. Fische und andere Arten können nicht mehr de Bach hoch- oder hinunter schwimmen. Populationen werden geteilt und am genetischen Austausch gehindert, wandernde Fische kommen nicht zum Laichplatz.

Der Königsforst

Willst Du den Wald vernichten, pflanze Fichten

Willst Du den Wald vernichten, pflanze Fichten

Trotz der immer noch arktischen Temperaturen war ich am Wochenende im Königsforst um meine naturkundlichen Führungen vorzubereiten. Den Königsforst kenne ich seit meiner frühen Kindheit wie meine Westentasche, aber ich wollte sehen, was sich in den Jahren meiner Abwesenheit verändert hat.

Jahrhunderte lang wurde der Staatsforst Königsforst forstwirtschaftlich genutzt. Das sieht man ihm auch an. Die Förster pflanzten hauptsächlich Fichten, weil sie schnell und gerade wachsen. Aber Fichten sind an diesen Standort nicht angepasst. In den 90ern kamen die Stürme Vivien und Wiebke und 2007 kam Kyrill und die räumten mit den flach wurzelnden Fichten ordentlich auf. So sind einige Freiflächen entstanden, auf denen nun natürlicher Mischwald wachsen darf.

Freifläche nach Sturmschaden

Freifläche nach Sturm

Viel Ginster* wächst hier, so viel kann ich schon erkennen. Wenn es dann mal etwas wärmer wird, erwarte ich an solchen Stellen Blütenpflanzen, z. B. Fingerhut, die im dunklen Fichtenforst keine Chance haben.

Der Rather Weiher zeigt sich noch frostig.

Der Rather Weiher zeigt sich noch frostig.

Eigentlich müsste hier schon ein Froschkonzert zu hören sein, aber den Amphibien ist es leider noch zu kalt.

Ja, eigentlich wollte ich hier noch mehr Fotos aus dem Königsforst zeigen, aber in Anbetracht der Tatsache, dass ich seit 9.00 morgens mich bemühe welche hochzuladen, gebe ich jetzt 17.30 frustriert auf.

* Was es mit dem Ginster sonst noch auf sich hat, erkläre ich gern auf einer individuellen Naturkundlichen Führung. Bitte verabreden Sie einen Termin unter der rechts angegebenen Mailadresse.