Rather Weiher

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Ich musste noch auf den letzten Drücker ein Oktober-Buch für die Wald-Challenge freilassen. Dies tat ich am Rather Weiher.

Das Thema der Wald-Challenge war im Oktober Fichten.
„Willst Du den Wald vernichten, pflanze…“ Eben! Wie man sieht, sind um den Rather Weiher rum nur noch wenige Exemplare aus der ehemaligen Fichtenmonokultur übrig geblieben. Seit den 90er Jahren haben einige Stürme ganze Arbeit geleistet. So sind Sukzessionsflächen entstanden, auf denen jetzt natürlicher Wald nachwachsen darf.

Der künstlich aufgestaute Weiher wird vom Selbach durchflossen. Wo der Bach hinein fließt und Sedimente ablagert, gibt es eine Verlandungszone mit Pfeilkraut, Rohrkolben, aber auch gefährdeten Faden- und Schnabelseggen.
Im Frühjahr tummeln sich hier die Frösche und sogar die streng geschützten Kammolche. Ist deren Vorkommen nachgewiesen, muss extra ein Schutzgebiet eingerichtet werden.

Auf der anderen Seite bietet der Rather Weiher aber auch Picknickplätze, Bänke und einen Unterstand. Der Waldlehrpfad führt hier vorbei und er ist ein beliebtes Ziel für Ausflügler und Gassigänger.
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Deswegen ist er auch eine meiner Release-Zonen im Königsforst. Und im Bildhintergrund gibt es doch noch einen Rest der Fichtenmonokultur zu sehen.

 

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Hirsche-Schweinerunde

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Am wilden Flehbach

Es ist schon erstaunlich, wie der Wald innerhalb eines Tages von Spätsommer auf Herbst umschlagen kann. Sieht man den Fotos zwar noch nicht an. aber plötzlich liegt Laub auf den Wegen und Rastplätzen, wo gestern noch keins war.

Bei dem Versuch, Hirsche, Schweine und ein  Eis miteinander zu verbinden, kam eine Wegeführung heraus, die aussieht, wie der verunglückte Versuch, das Haus vom Nikolaus zu zeichnen. Und ich hätte jetzt nicht gedacht, dass das 2km länger ist, als die kleine Schweinerunde.

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Die Wegeführung kann ich noch optimieren

Wie dem auch sei. Erstmal geradeaus, Richtung Brück, über den Mauspfad hoch auf die rheinische Mittelterrasse. Das ist hier wirklich als deutlicher Absatz in der Landschaft zu erkennen. Zackig zu den Hirschen, nicht ganz so zackig zu den Schweinen, wieder am Flehbach lang, an der Brücke links statt rechts und dann „Flöck zoröck noh Bröck“ wie einer meiner Lehrer sich als Lebensmotto auf die Fahne geschrieben hatte.

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Die Brücke am Flehbach

Insgesamt ist der Teil des Königsforstes der „Brücker Hardt“ genannt wird, mehr Naherholung als Wald. Breite kinderwagengerechte Wege, Bänke und Kletterzeugs am Hirschgehege, Futterautomaten, Schweine, ein Waldlehrpfädchen, eine Rhododendronallee… also insgesamt ein bisschen öd.

Die Rothirsche im geräumigen Hirschgehege ließen sich nicht blicken.
Erkenntnis des Tages: Schweine sind zwar Omnivoren wie Du und ich, verschmähen aber Kohlstrünke.

Weil ich dann noch unbedingt ein Eis essen wollte, wäre ich beinahe nass geworden.
Langsam macht sich das wenn möglich tägliche Radfahren bezahlt: Ich habe beim Aikido weniger Knieprobleme.

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Kleine Schweinerunde

Den Weg zum Wildgehege Brück, am Flehbach entlang, habe ich schon als Kind geliebt. Zuerst als Sonntagsspaziergang mit den Eltern, später mit den Leihhunden Cosy (Pudel) und Senta (Schäferhund), dann mit meinem Hovawart Bär. Die drei durften aber damals nicht mit ins Wildgehege, weil damals noch das Wild auf dem Gelände frei herum lief, das nur durch eine Schleuse betreten werden konnte. Fahrräder mussten damals auch draußen bleiben. Mittlerweile sind von dem ehemaligen Wildpark nur noch ein Schweine- und ein Rotwildgehege übrig geblieben. Es ist eben doch keine so gute Idee, wenn kleine Kinder unbedingt die Frischlinge einer empörten Bache streicheln wollen oder ein fleißiger Fotograf zwischen zwei röhrende Hirsche gerät.

Also, die Schleuse ist jetzt weg und als erweiterte Runde fahre ich das gern mit dem Rad, weil es auf kurzer Strecke viel Abwechslung bietet. Ja, man kann es auch laufen. Habe ich auch schon gemacht mit Besuch.

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Am Baggerloch vorbei führt der Weg zunächst durch die Felder Richtung Erker Mühle. Je nachdem, was unser Bauer gesät hat, sind sie grün (Spinat,  Getreide, Erbsen), gelb (Weizen) knallgelb (Raps) braun (frisch gepflügt). Sie durften (Getreide, frische Erde) oder stinken (Ölrettich, Raps).
Dazwischen abwechslungsreiche Feldhecken und kleine Waldstücke. RichtungKönigsforst

Hinter dieser hohlen Gasse muss der Mauspfad überquert werden. Auf dem völlig überdimensionierten Parkplatz haben sich die Waldwichtel niedergelassen, ein Waldkindergarten.

Waldwichtel

Links davon: Die Erker Mühle. Die Mühle gibt es nicht mehr, ebenso wenig den Kiosk, an dem es immer ein Domino-Eis gab. Damals für 50 Pfennig. Über den heutigen Preis decken wir das verschämte Mäntelchen des Schweigens. Jedenfalls ist er nicht mehr taschengeldtauglich.

Erker Mühlenteich

Den Mühlenteich, in dem ein Teil des Flehbachs gestaut ist, gibt es aber noch, ebenso den Mühlengraben. Über den Deich, der Rath-Heumar und Brück vor Überflutung durch den wild gewordenen Flehbach schützt, am Mühlengraben entlang, geht es zu einem Sandfang, einem Betonbecken, dass den Mühlengraben vom Flehbach trennt. Bildschirmfoto 2017-09-28 um 10.37.48

Dahinter, also Richtung Quelle wird der Flehbach wild.

Dschungel

Er darf frei mäandern und ändert auch, je nach Wasserstand seinen Lauf. Auch Schwemmholz und umgekippte Bäume bleiben liegen, sofern sie nicht für Spielkinder zu gefährlich sind.

Flehbach

Denn manche Ufer sind gern genommene Planschbecken für Kind und Hund…

Schweine

… und für die Schweine im Schweinegehege.

Hinter dem Schweinegehege ändert sich das Bild wieder. Denn der Flehbach ist hier ins Gelände eingeschnitten und bietet interessante Ausblicke.

Rastplatz

Das könnte ein Lieblingsplatz werden.

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Schatten

Eigentlich viel zu schade um flott durchzuradeln.

Schließlich geht es wieder abwärts und auf dem Flehbachmühlenweg nach rechts über die Brücke. Der Zaun trennt das SOS-Kinderdorf vom Rest der Welt ab und sorgt dafür, dass sich die Kinder nicht im Wald und die Spaziergänger nicht im Kinderdorf verlaufen. Früher gab es hier noch eine Mühle: die Flehbachmühle.
Nach der Querung der Lützerathstraße am dicken Stock mal eben eine Release-Zone einrichten…

am dicken Stock

… dann rechts auf dem Schiefer-Hauweg immer geradeaus nach Rath. Der Name erinnert daran, dass der Königsforst von der rheinischen Heideterrasse ins rheinische Schiefergebirge übergeht, wo in Steinbrüchen Schiefer gehauen wurde.

Nach einem Päuschen in Rath (Eis, Thai, oder Biergarten) geht es zurück und immer öfter kaufe ich mein Obst und Gemüse am Marktstand.

Marktstand

Die Strecke ist zum Königsforst hin beliebig erweiterbar. Auch gibt es beim Kinderdorf einen Tunnel unter der Autobahn hindurch nach Refrath.

ÖPNV Linie 9 Haltestelle Steinweg oder Königsforst.

Durch den Königsforst zum Schloss Eulenbroich.

Am Wochenende war Rosenfest auf Schloss Eulenbroich in Rösrath. Rösrath ist zwar von hier aus der nächste größere Ort, gehörte aber nicht unbedingt zum Einzugsbereich meiner Jugend.

Durch den Königsforst nach Rösrath fahren ist eigentlich einfach. Hätte ich auch so gefunden: Von der Endhaltestelle immer geradeaus, am Wassertretbecken halblinks hoch. Nervtötend einfach. Immer geradeaus und immer den Berg hoch.

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Um es vorweg zu nehmen: Dabei herausgekommen ist eine schöne, abwechslungsreiche Radrunde, immer durch den Wald.

Erstmal durch die Felder, Eintritt in den Königsforst an der Kreuzung Lützerather Straße, an einem ausgetrockneten Bachbett entlang, ein Stück über den Deich…

Königsforst

Durch den Königsforst

Der Königsforst zeigt sich in frühlingsfrischen Farben, obwohl schon Anfang August ist.

Schweinerei

Es gibt hier offensichtlich viele Wildschweine.

Dann über den Giesbach, nasse Füße inclusive. Es ist eigentlich erstaunlich, dass ich an diesem schönen Pausenplatz so selten Leute antreffe.

Flacher zunächst mal als erwartet, nur um Kleineichen herum und vor Rösrath ein paar kurze, steile Anstiege. A`propos Anstieg: Es war gar nicht so einfach den Komoot so zu programmieren, dass die steile Straße abwärts auf dem Hinweg und der sanftere Anstieg auf dem Bahndamm auf dem Rückweg gefahren werden soll.

Nun, ich habe ja auch noch andere Hobbys:

Klosterwald

Themenrelease an der Klostermühle.

Mittlerweile war es dann auch recht warm geworden. Das Restaurant Klostermühle liegt direkt neben Schloss Eulenbroich.

Schloss Eulenbroich ist ein Wasserschloss an einem Nebenarm der Sülz. Es gibt ein Café mit Außengastronomie, verschiedene Veranstaltungen. Märkte, Kunstausstellungen, Theater. Man kann sich dort sogar trauen lassen.

Das Rosenfest hatte wenig Rosen und mehr Kunsthandwerk hart an der Kitschgrenze und einiges zu probieren. Es wurde auch recht warm. Auf dem Rückweg  habe ich noch ein Stückchen den Bahndamm getestet. Hier wurde die stillgelegte Trasse der Sülztalbahn als Bahntrassenradweg wiederverwendet. Leicht zu fahren mit Fahrrad oder Mountainbike. Die Gesamtstrecke verbindet Rösrath mit Bensberg.

Bahndamm

Bahntrassenradweg

Auf dem Rath-Forsbacher-Weg ging es nur noch bergab, ein Bisschen plantschen im Wassertretbecken inclusive, so dass ich früher als geplant wieder hier war.

An vier Stellen hat mich der Komoot missgewiesen, zuletzt am Wassertretbecken, da sollte ich scharf Links, praktisch wieder zurück fahren. So weit ich das jetzt beurteilen kann, passiert das immer da, wo es noch ein anderes links oder rechts gibt. Bei mehrstrahligen Kreuzungen würde ich ihm grundsätzlich misstrauen und mal einen Blick in die Karte werfen. „Links auf den Bahndamm, dann wenden“, sorgt allerdings eher für Erheiterung als für Irritationen.

Den Abend ließ ich mit dem dicken Schätzing im Garten ausklingen. Die Vögel singen nicht mehr, es gibt ein neues Eichhörnchen.

Sturmschaden

Neulich wollte der männliche Besuch, kaum angekommen, spazieren gehen. Der weibliche Besuch war unentschlossen und ich befand: Viel zu gefährlich!

Gestern musste ich aber nach dem Essen noch eine Runde drehen, um die überzähligen Kalorien abzustrampeln und zwei Bücher für die Wald-Challenge freizulassen.

Und hier sieht man auch schön, warum ich nicht im Sturm oder auch kurz danach spazieren gehe:

Niklas war hier!

Niklas war hier! Fichte

Zusätzlich zu Kyrills Hinterlassenschaften hat auch Niklas ein bisschen was weggeschafft.

Die Aufgabe für die Wald-Challenge war: Lass ein Buch, das zum Wald passt an einem Kirschbaum frei.

Erlaubt waren „alle Arten Kirsche“. Ich bin den weg des geringsten Aufwandes gegangen und habe die Kandidaten auf dem Waldlehrpfad ausgesucht:

Traubenkirsche

Traubenkirsche

Die Traubenkirsche ist eher mickrig. Der Standort behagt ihr ganz und gar nicht. Zu trocken.

Vogelkirsche

Vogelkirsche

Die Vogelkirsche hingegen hat einen Platz an der Sonne erwischt. Sie mag Waldränder.

Beide blühen noch nicht.

Die Miezekatze im warmen Pelz, fand ich auf dem Rückweg in der Göttersiedlung. Sie sieht aber auch aus, als wäre sie lieber drinnen.

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Nostalgie

Als Jugendliche haben wir Sonntags die Pferde gesattelt und sind durch den Königsforst zur Forsbacher Mühle geritten um uns den Bauch voll Bergische Waffeln zu schlagen.
Neulich also habe ich mein Fahrrad gesattelt und bin durch den Königsforst gefahren um zu sehen ob sie noch steht. Geht ganz schön bergauf an der rheinischen Niederterrasse. Ich bin im norddeutschen Flachland völlig verweichlicht.

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Ja, sie ist noch da. Auch das Mühlrad dreht sich noch und am düsteren Mühlteich kann man immer noch sitzen und essen.

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Auch die Gänse führen noch Gössel.
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Aber man kann keine Pferde mehr anbinden. An der Stelle ist jetzt ein Parkplatz.Da käme sowieso nie jemand mit dem Pferd vorbei, meint die Kellnerin. Und die Waffeln sind auch nicht mehr das, was sie mehr waren. Keine dicken, fluffigen, frisch gebackenen bergische, sondern flache zähe mit deutlichem Zitronenaroma. Schade!

Der kleine Unterschied

Neulich hat sich jemand mit den Suchworten: Unterschied Weißdorn Schlehe in diesen Blog verirrt.
Nun, dem Manne kann geholfen werden:
Auf den ersten Blick sieht das ähnlich aus. Dornen und weiße Blüten.

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blühender Weißdorn

Aber:
Der Weißdorn blüht jetzt.
Die Schlehe hat schon geblüht.
Schlehe blüht zuerst und bekommt dann verkehrt eiförmige, doppelt gesägte Blätter.
Weißdorn bekommt zuerst gebuchtete Blätter und blüht dann. (in Norddeutschland beide entsprechend später)
Schlehe bekommt dunkelblaue Steinfrüchte, aus denen man Likör machen kann, aber erst, wenn sie einmal gefroren waren.
Weißdorn bekommt rote Früchte, beliebt bei Vögeln. (Auch mit dem Suchwort hat es jemand versucht, hat aber wohl nicht gefunden was er gesucht hat.)

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blühender Raps

Ein blühendes Rapsfeld – das war für mich so typisch norddeutsch. Raps gab es hier früher nicht. An den Feldern kann man immer gut sehen, was von der EU gerade subventioniert wird.

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Kyrill war hier

Was gibt es Neues im Königsforst? Auf den Freiflächen, die Kyrill geschlagen hat, blüht gelb der Ginster.

Was will uns dieser Ginster sagen?

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Ginster

Er sagt: Hier ist Sandboden! Kein Wunder, dass die Fichten alle umgefallen sind.

Außerdem: Obwohl man es tagsüber nicht sieht, gibt es hier Rotwild. Denn Rotwild mag keinen Ginster. Der Ginster bleibt stehen, lecker Laub wird abgefressen.