Alles dreht sich

Alle paar Jahre gibt es Lichtrouten in Lüdenscheid. Dann werden überall in der Stadt Lichtinstallationen ausgestellt.P1000704
Weil das meiste davon sich bewegt, habe ich auch kurze Videos erstellt und ewig gebraucht, die auf Youtube hochzuladen und dann hier hochzuladen. Dabei hätte ich einfach nur den Link kopieren müssen.
Aber seht selbst:

 

 

 

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Hier sieht man die Auflösung dieses Kunstwerks. Der ganze Plastikkrempel aus dem Video oben wird von Den Overhead-Projektoren an die Wand geworfen und erzeugt dort bewegte Schattenspiele.
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Bei dieser Installation war die Vorlage der Schwanz der Katze des Künstlers.

Muss man auch erstmal drauf kommen.

In die Bäume waren Gesichter bekannter Persönlichkeiten projiziert, übers ganze Stadtgebiet verteilt.

 

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Nicht mein Tag

Der Meister weilt in Ungarn und so wollte ich einen Lehrgang mit Jorma Lyly in D’dorf besuchen.
Also extra früh aufgestanden, damit ich rechtzeitig dort ankomme und dann… kam der Zug nicht. Das wäre jetzt das Zeichen gewesen, umzukehren und im eigenen Dojo zu üben, aber ich hatte meinen Fahrschein schon entwertet. Und was ich bezahlt habe, ziehe ich auch durch.
Mit viel Verspätung kam ich also kurz vor knapp in Düsseldorf an und dann…

stand ich an dem Dojo vor verschlossener Tür. Keiner da!
Wie ich heute Abend erfahren habe, gab es einen Ortswechsel.
Also wo ich schon mal in D‘ dorf war, dachte ich mir ich gehe zu Fuß zum Aquazoo/Löbbeke Museum, aber natürlich…
machte auf halber Strecke Handy nebst Komoot schlapp.
Außerdem fing es an zu regnen also rettete ich mich in das Museum Kunstpalast.
Immerhin schaffte ich es, die Glasausstellung zu durchqueren ohne etwas zu zerstören.
Das Museum hat ein paar schöne Exponate – vor Allem die Netsuke hatten es mir angetan – ist aber winzig im Vergleich zu den Kölner Museen.
Nach der Besichtigung stellte ich fest, das meine bequemen, warmen weichen Stiefel sich augenblicklich in einen kalten, nassen Sumpf verwandeln, sobald es regnet.
Der Zug war gerade weg, und anstatt eine Stunde zu warten, fuhr ich mit der S-Bahn. Die vorher gekaufte Karte konnte ich nicht entwerten, weil der Stempelautomat nicht funktionierte. Zum Glück kam kein Kontrolleur, aber ich mag das nicht.
In Deutz machte ich immer noch nassen Fußes eine Notlandung in meiner liebsten Tapas-Bar, La Reina, wo ich das eigentlich für den Lehrgang geplante Geld verfraß.
Zu Hause dann eine außerplanmäßige Stunde in der heißen Badewanne, auf dass die Erkältung mich verschone.

Ice Age

Gestern war ich beim Zahnarzt in Erwartung einer Paradontosebehandlung, aber da wurde nur die Zahnreinigung kontrolliert und ich wieder weggeschickt. (Frage an die Profis: Stimmt es, dass vor der Paradontose-Behandlung eine kostenpflichtige Zahnreinigung gemacht werden MUSS?) Ich vermute der Antrag für die Zahnbehandlung wurde versehentlich nicht abgeschickt.
Und weil ich gleich wieder draußen war, leicht gefrustet, beschloss ich, im Kindermuseum Odysseum um meinem inneren Kind etwas Auslauf zu bieten. Hat geklappt. Immerhin war ich länger in der Eiszeit unterwegs als eine Gruppe Teenager, weil Bibo die Kindische natürlich alles ausprobieren und anfassen musste wofür die Pubertiere eindeutig schon zu alt waren.
Ice Age ist die Sonderausstellung über die Eiszeit. Manni, Diego und Sid aus dem Film Ice Age führen hindurch. Es gibt viel zu entdecken, zu sehen zu hören und zu spielen. (Mir ging ja das Geplapper von Manni, Diego und Sid ziemlich schnell auf die Nerven) Es gab lebensgroße Repliken von Mammut, Faultier und Säbelzahntiger, viele Fossilien, Knöpfe, Hebel, Schieberegler, Puzzles, Wandmalereien. Nachdem die Aufmerksame Besucherin im ersten Raum gelernt hat, dass es immer Eis- und Warmzeiten gegeben hat und Grönland sogar früher mal eisfrei war, lernt sie im letzten Raum, nachdem Manni, Diego und Sid sich verabschiedet haben, dass sie persönlich für die derzeitige Klimaerwärmung verantwortlich ist und was sie dagegen zu tun hat. Die Aufmerksameren unter den Kids werden an der Stelle vielleicht fragen, wer für die Erwärmung zuständig war, bei der Grönland eisfrei war.
Anschließend ging es ins Maus-Museum. Das ist eigentlich für die Kleinsten, aber die kleine Bibo hatte trotzdem Spaß an den Sachgeschichten und dem Weltraumklo.
Ich wollte schon gehen, da fand ich erst die Dauerausstellung für die größeren, Gegliedert in Leben und Erde. In „Leben“ gab es unter anderem eine Ausgrabungsstätte und einen „echten“ Dinosaurier. In Erde allerhand physikalische Experimente und technisches Spielzeug.
Wenn ihr Kinder habt, nehmt reichlich Zeit mit. Ice Age geht allerdings nur noch bis zum 7. Januar.
Ich hätte sogar fotografieren dürfen, aber weil ich ja eigentlich zum Zahnarzt wollte, hatte ich nicht einmal das Tippeldings dabei.

Römische Reste

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Stell‘ dir vor, Du baust und findest ein Grabmal.

Willst Du in der Kölner Innenstadt etwas bauen, zum Beispiel ein unterkellertes Haus, eine Tiefgarage oder gar eine U-Bahn, dann hast Du ein Problem. Denn Köln ist alt, sehr alt und die Wahrscheinlichkeit, dass Du auf römische Reste oder mittelalterliche Mauern stößt ist hoch. Und dann kommt erstmal der Denkmalschutz und blockiert Deine Baustelle.

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Dionysos Mosaik

Und so wird dann auch mal an Stelle einer U-Bahn ein Museum gebaut, weil ein gut erhaltenes Mosaik dort gefunden wurde. Das Dionysos- Mosaik liegt original an seiner Fundstelle, darüber errichtete man der Einfachheit halber das römisch-germanische Museum und die U-Bahn wurde umgeleitet.

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Seitdem kommt alles, was in Köln so ausgebuddelt wird, dort hinein. Nicht nur römisches, sondern auch germanisches, mittelalterliches und importiertes von den Handelspartnern der Römer. Man braucht also bequeme Schuhe um sich das anzusehen.

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Agrippa, Gründer der Kolonie

Einige der Römer sind erstaunlich lebensecht und gut erhalten.

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Hübscher Knabe

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An wen erinnert der mich bloß??

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Glas konnten die machen, nur echt mit Kölner Kringel.

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Dass die Flaschen nach so langer Zeit überlebt haben.
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Und es gibt hunderte von kleinen und winzig kleinen Göttern und Göttinnen. Und eine Schatzkammer.
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Zur Zeit gibt es im Römisch-Germanischen Museum eine sehenswerte Sonderausstellung zum Thema U-Bahn-Archäologie. Nur so viel will ichverraten: es wurden dort nicht nur römische Reste gefunden.

Anfahrt: Irgendwie zum Hauptbahnhof.

Mist, Maria!

Muttergöttin

Muttergöttin

„Mist, Maria!“ sagt die Begine Almut* immer dann, wenn sie mit einem Kriminalfall nicht weiterkommt oder private Probleme wälzt. Dann betet sie zu ihrer kleinen Marienstatue. Diese ist jedoch, wie Pater Ivo eines Tages feststellt, überhaupt keine Darstellung der Muttergottes, sondern das Figürchen stammt aus vorchristlicher Zeit und hat es aus dem römischen Köln bis ins Mittelalter geschafft.
Und so könnte Almuts „Maria“ ausgesehen haben wie eine von diesen beiden aus dem römisch-germanischen Museum.

Muttergöttin

Muttergöttin

* Die historischen Krimis von Andrea Schacht um die Begine Almut und ihren (ist nicht mein) Pater Ivo haben bei mir in der Tat ein leichtes Suchtverhalten ausgelöst.

Plattfüße

Plattfüße habe ich mir gestern gelaufen, denn in Köln war Museumsfest. Freier Eintritt in alle möglichen Kölner Museen.
Alle schafft man sowieso nicht. Und so habe ich zunächst versucht, anstatt alte Tatorte zu besichtigen, mich auf kleinere Museen und Sonderausstellungen zu konzentrieren, die ich noch nicht kenne.
1 Versuch: Das Duftmuseum. Da hätte ich zwei Stunden warten müssen, um einen Platz in einer Führung zu ergattern.
Also weiter zum 2. Versuch: Das GeoMuseum der Uni Köln:
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Na, da bin ich doch leider zu verwöhnt. Das mineralogische Museum in Hamburg präsentiert seine Schätze wesentlich besser und wem das nicht reicht, der kann sich alljährlich an den Sonderausstellungen der Mineralienmesse ergötzen.

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Achatscheibe

Trotzdem gab es schon ein paar hübsche Exponate, die meisten jedoch lieblos präsentiert.

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Also doch zurück zu einem meiner alten Tatorte: Dem Museum Ludwig:
Die Sonderausstellung Saul Steinberg: „The Americans“ fand ich witzig. Vor allem die kleineren Zeichnungen. Die Tütenmasken kann man gut nachbauen, wenn mal Kinder zu bespaßen sind.

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Museum Ludwig

Außerdem gab es im ML ein Wiedersehen mit zwei ehemaligen Kolleginnen aus dem rheinischen Bildarchiv.

„Was, nee, ist das schon über 20 Jahre her?“ „Die Kunst und Museumsbibliothek wird aufgelöst.“ „Das ist eine KATASTROPHE!!“ „Wir wurden zum Glück davon abgekoppelt.“ „Wer ist noch da?“ „Der ist voriges Jahr in Rente gegangen.“  „Ich war ja die erste, die auf die Idee gekommen ist, den Computer zu benutzen“ „Jaa, Du hast immer Frau F.s Computer zweckentfremdet!“ „Alles jetzt digital bei uns.“

Nach einer Stärkung habe ich das MAK, das Römisch-Germanische Museum und das Rautenstrauch-Joest Museum nur kurz gestreift. Es gab keine kostenlosen Sonderausstellungen und die Dauerausstellungen sehe ich mir lieber in Ruhe mal an.

Ein kurzer Blick auf die heiß umstrittene archäologische Zone:

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Ausgrabungen der Archäologischen Zone.

Und dann doch wieder ein alter Tatort, doch im neuen Gebäude: Das Wallraf-Richartz-Museum.

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Hier gab es noch eine Führung zum Thema Impressionismus.

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Die Dauerausstellung ist sehr ansprechend präsentiert. Auch hier werde ich mich später in Ruhe umsehen. Denn nun hatte ich wirklich Plattfüße.

Um was geht es hier eigentlich?

Während meines Aufenthalts auf Holnis habe ich für Freunde einen Blog geschrieben. Nach meiner Rückkehr nach Hamburg wünschten einige, ich sollte doch weiter bloggen. Dazu fiel mir zunächst nichts ein. Damals schrieb ich: „Dieser Blog ist all denen gewidmet, die in Hamburg wohnen und noch nie in Lüneburg waren. Oder umgekehrt.“ Es geht also darum einmal um die nächste Ecke zu schauen, die kleinen Dinge in der eigenen Umgebung wahrzunehmen, ein Gespür für die Natur zu bekommen und um Unternehmungen vorzustellen, die möglichst nichts oder wenig kosten.
Seit Januar 2013 wohne ich wieder in Rath. Und so ist es nun wieder mehr ein Blog für die fernen Freunde in Norddeutschland geworden. Der Garten ist dazu gekommen. An der Grundthematik hat sich dabei nichts geändert und vielleicht bilde ich mir auch nur ein, das „ländliche Köln“ sei für sie interessanter als Hamburg. Jedenfalls hilft mir der Blog auch, meine alte, neue Heimat wieder zu entdecken. Und tatsächlich entdecke ich manches wieder, die ich früher schon geliebt habe, wie den Königsforst und anderes neu, für das ich als jüngere Bibo keinen Blick hatte.