Mal eben nach Buchforst

Gestern nach dem Aikido habe ich schon den Standort eines öffentlichen Bücherschranks geklärt, danach war ich merkwürdigerweise komplett platt als ich nach Hause kam.
Heute: 15° stark bewölkt, aber um das innere Schwein zu bezwingen, habe ich eine kleine Radtour gemacht um einen anderen Bücherschrank zu finden, der in Buchforst am Marktplatz stehen soll.
Marktplatz?
In Buchforst hat vor Urzeiten mein Vater gearbeitet, schön fand ich das nie. Aber mal gucken.
Über die Merheimer Heide der weitgehend bekannte Hinweg war nicht schlecht. Vor dem Eingang zur Merheimer Heide gibt es jetzt eine Gemüseberatung. Jungpflanzen kann man dort auch bekommen.

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Im Buchforst habe ich den Marktplatz, nicht aber den Bücherschrank gefunden. Der  ist anscheinend von den Öffnungszeiten der Apotheke abhängig.
Aber dort wo früher mein Vater in der Coop-Werkstatt gearbeitet hat, sind schnieke weiße Wohnblocks gewachsen. Die Außenmauer habe ich noch erkannt.
Auf dem Rückweg mitten auf dem Weg in der Merheimer Heide lag dann eine EC-Karte. (Warum immer ich? Warum immer Sonntags?) Nach einer Stärkung im goldenen Pflug und einem Telefonat mit der Polizei, bin ich dann noch nach Kalk gefahren um die Karte bei der Polizeiwache abzugeben. Dazu habe ich aber die KVB bemüht. Mit meinem „Seniorenticket“ darf ich ja Sonntags das Fahrrad mitnehmen.
Entschädigt wurde ich durch die Comics an der Polizeikantine.
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Interview mit der Heldin

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Kann man von Köln nach Mainz in vier Tagen fahren?
Ja, ohne zu hetzen. Die Strecke ist einfach zu fahren und bietet keine besonderen Herausforderungen.

Wie war der Weg?
Tatsächlich auf der rechten Rheinseite etwas besser ausgebaut. Rennradler wissen das zu schätzen. Mir persönlich liegt nichts an einem gut ausgebauten Radweg neben einer vierspurigen Autotrasse.

Unterkünfte?
Gibt es reichlich. Ich bevorzuge kleinere Pensionen und Gasthöfe.  Bett & Bike ist eher ausgebucht, aber inzwischen sind fast alle auf Radler eingestellt. Auf der rechten Rheinseite gibt es auch viele Wanderer, die den Rheinsteig entlang laufen.

Gastronomie?
Die Gasthäuser haben noch so Vertrauen erweckende Namen wie „zum Goldenen Schlüssel“ .  „Go Green Lifestyle“ eher nicht. Die einheimische Küche ist deftig, etwas schweinelastig. In den Weinstuben gibt es Kleinigkeiten: Schinkenbrot, Bratenbrot, Käsebrot… zum Wein. Wurstsalat gibt es meistens.

Das beste Teilstück?
Zwischen Bingen und Mainz ist es ruhiger, viel Naturschutzgebiet und blühende Wiesen.

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Update:
Tag 4

Tag 5
Tag 6

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In Bad Hönningen war übrigens Weinblütenfest. Eine Veranstaltung mit erheblichem Schalldruck, von der aber in meiner Unterkunft zum Glück nichts ankam.

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Fähre nach Bad Breisig

Am  nächsten Morgen geht es zunächst ein Stückchen zurück zur Fähre nach Bad Breisig  (vor Linz!).

Wieder über die Ahr und mit Blick auf das Siebengebirge Richtung Bonn.

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Pause bei Dalí

 

Tatsächlich fährt es sich auf der  Bonn-Bad Godesberger Seite etwas entspannter, als zwischen Beuel  und Königswinter gegenüber.

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futuristische Architektur auf der rechten Seite.

Ich mache noch eine letzte Pause mit Blick auf meine Seite,  dann will ich, um Wesseling und Godorf zu vermeiden, mit der 16 zurück.

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Natürlich wird die Bahn mitten in Wesseling ausgesetzt, und ich lande genau da, wo ich nicht hin wollte. Die Fahrt durch das Industriegebiet hinterlässt einen bitteren Geschmack auf den Zähnen.

In Godorf kommt noch eine 16, die ich nach ein paar Stationen freiwillig verlasse, als es zu voll wird. Durch den Rheinauhafen fahre ich zum Heumarkt und von dort nach Hause mit der 9.

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Nicht nachmachen!

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Wenn Autofahrer ungefragt den Weg erklären, geht das so :

„Wo wollen Sie denn hin? “

„Köln “

„Nach Koblenz müssen Sie da über die Brücke. “

„Ich will aber nicht nach Koblenz rein. “

„Dann müssen Sie über die B soundso. “

„Radweg. “

„Der nächste Übergang ist erst in Linz. “ (Tatsächlich gab es einige mehr)

„Linz ist auch gut. “

Einen solchen treffe ich auf jeder Radreise. Allen gemeinsam ist der Hang zur Bundesstraße, und manche erfreuen mich noch mit Aussagen wie: „Das schaffen Sie nie! Fahren Sie besser die B soundso! “

20190615_101032Nachdem das mal wieder überstanden war, ging es erstmal am Fluss entlang, rechtsrheinisch Richtung Lahnstein.

Tatsächlich ist die Nebenstrecke rechtsrheinisch nicht ganz so gut ausgebaut.  Es gibt ein paar kurze, fiese Teilstücke an der Bundesstraße und ein paar Missweisungen in den größeren Städten. Mittlerweile glaube ich, es steckt Methode dahinter, dass die Wegweisung am Ortseingang unklar wird. Man soll rein in die Stadt und nicht dran vorbei. Wer dem Track folgen will, muss also meine Schnörkel nicht mitnehmen 🙂

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In einer Pizzeria treffe ich auf eine Gruppe ältere Herren – also ungefähr mein Alter 😉 In der Folge überholen sie mich öfter mal.

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Eine frühe Form des Umweltschutzes diente der Reinhaltung der Lahn.

 

Auerochsen, bzw. Heckrinder sind in der Landschaftspflege tätig.

 

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Eine schöne Abwechslung bietet ein Weg durch die Weinberge.

In Bad Hönningen findes ich ein etwas seltsames Gästehaus. Ausserdem ist dort Weinblütenfest. Fast so schlimm wie Karneval.

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20190614_101335.jpgWeiter geht es wieder auf der selben Strecke zurück. Die Aussicht ist anders herum aber anders.  Die  vielen kleinen Inseln sind mir früher nie aufgefallen.

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Will mal ne Insel werden

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Pfalzgrafenstein

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Loreley, heute sonnig

Bis Boppard trödele ich und überlege, ob ich nach der Mittagspause dort bleibe.

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Kormoran

Statt dessen wechsele ich die Seite. Denn hier fährt die letzte Fähre vor Koblenz. , und Koblenz will ich vermeiden. Auf der rechten Seite seien die Radwege schlechter hat es geheißen, aber so schlecht  sind sie dann doch nicht.
Jedenfalls nicht bis Braubach.

Ich finde ein Gästehaus in Braubach, bewundere zwei Burgen, einen Rosengarten und feines Fachwerk.

 

 

 

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Solche Socken habe ich auch.

Schlaue Sprüche:

 

 

 

 

 

 

 

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Die Mainzer Innenstadt habe ich mir erspart. An den Rhein wollte ich wieder,  kam aber über eine fiese Hauptstraße zurück auf den gleichen, aber nicht ganz den selben Rückweg.P1020743

 

Heute trödelte ich, und verbrachte viel Zeit damit, in den Fluss zu  starren und die Blütenmeere am Wegesrand zu fotografieren.

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Fast wäre ich in Bingen geblieben, dachte dann aber, ich könnte noch ein Stückchen weiter.P1020765

Jetzt bin ich so irgendwie dazwischen  in einer neu eröffneten Pension in Rheindiebach. 20190613_190844
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Mein Rad ist noch in der Werkstatt und es schüttet. Bis 10.30 darf es noch regnen, danach will ich weiter. In der Zwischenzeit ein Gedanke zum „bezahlbaren Wohnraum“, den es ja angeblich in Deutschland nicht gibt.  Abseits der touristisch erschlossenen Altstädte, stehen hier ganze Straßenzüge leer. Im schönen Rheintal mit bester Anbindung an Mainz, Bonn, Köln, Koblenz. Während dessen treten wir uns in den angesagten Szenestädten gegenseitig die Füße platt.

P1020723Als ich das Rad aus der Werkstatt hole nieselt es noch. Kaum bin ich raus aus dem Ort, schüttet es. Es folgt ein Abschnitt: schön, aber nass. Aber in Fahrtrichung wird es heller. Also weiter! Tatsächlich lässt der Regen vor Bingen nach.

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In den Bingener Kribben singen Vögel und Frösche um die Wette. Hier ist aus einer ehemaligen Flussbegradigung ein Auwald entstanden.

In Bingen scheint die Sonne und ich mache ausgiebig Mittagspause.

 

Kontrastprogramm am Nachmittag. Ich habe Rückenwind, die Sonne scheint und der Weg führt von der Straße weg.  Die Berge und das Welterbe treten zurück, ich fahre auf schlammiger, aber schöner Nebenstrecke den Rhein entlang durch Naturschutzgebiete. Ich beobachte Vögel und eine Frau (oder Transe?), die in Klamotten und High Heels badet. Es gibt hier außergewöhnlich viele Bemühungen,  den Fluss zu renaturieren.

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Als ich den offiziellen Weg wieder erreicht habe, geht es weiter durch blühende Wiesen.

Hinter Ingelheim betrachte ich eine riesige Retentionsfläche: den Ingelheimer Polder.

Bei Hochwasser wird das Gelände geflutet, jetzt weiden dort Jungbullen.


Hier komme ich mit einem Biologen ins Gespräch, der Vögel beobachtet.  Er weist mir den Weg zu einer Gaststätte am Rhein, die dann aber leider doch keine Zimmer vermietet. Schade!

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Mohn an Deich

Ich zockele also, einer nicht ganz eindeutigen Wegweisung folgend, durch blühende Wiesen Richtung Budenheim. Ok,da kann man reinfahren,  muss man aber nicht.  Der Ort gibt nicht viel her. Schließlich lande ich doch noch in Mainz, wo ich eigentlich gar nicht mehr hin wollte. Im Ortsteil Mombach finde ich ein Quartier.
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