Tage des ungesehenen Denkmals

Der Tag des offenen Denkmals ist eine schöne Veranstaltung, einmal jährlich, an denen ich mir gerne etwas ansehe.

Voriges Jahr zum Beispiel war das der Atombunker in der U-Bahn Kalk-Post sowie die ehemalige Bücherei und das Deutz-Kalker Bad, jetzt ein Hotel.

Nur meistens bekomme ich den Termin immer erst auf den letzten Drücker mit. In diesem Fall, weil mich eine Frau vom Förderverein historischer Park Deutz darauf ansprach.

Samstag also wollte ich mir deren Führung zu den Ausgrabungen unter klein St. Heribert ansehen. Diese Veranstaltung habe ich allerdings im Programm des Tages des offenen Denkmals nicht gefunden. Angemeldet war ich also nicht. Aber man kann ja mal probieren. Leider habe ich niemanden angetroffen. Vielleicht habe ich an der falschen Stelle gewartet.

Für den Sonntag habe ich mir dann etwas hier in der Nähe ausgesucht, eine Führung im Wasserwerk Westhoven, wo ich mal eben mit dem Rad hinflitzen wollte. Doch auch dort stand ich leider vor verschlossener Tür. Es sah auch nicht sehr bevölkert aus.
Eine andere mögliche Erklärung:Bildschirmfoto 2017-08-14 um 09.51.04

Nein, so schlimm wie es aussieht, war es nicht, hier sind Hin- und Rückweg zusammen abgebildet.

Da ich nun schon mal dumm in Westhoven rumstand, bin ich durch die Westhovener Aue an den Rhein „geflogen“.

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Kaum zu glauben, dass da früher eine Kaserne stand. Jetzt ist es Naturschutzgebiet und Retentionsgebiet bei Hochwasser.

Weiter ging es , am Rhein entlang, Richtung Deutz.

pollerwiese

Auf der Poller Wiese hat ein Zirkus festgemacht. Ausflugsgebiet für Deutzer, Poller,  Porzer und andere Kölner, gespickt mit Sportstätten, Fußballplätzen, Tennisplätzen, war es für mich früher ein Ort der Schande und Erniedrigung. Bundesjugendspiele hieß das Spektakel, zu dem an diesem Ort einmal jährlich die Kinder von Köln zusammengetrieben, und die kleinen, schwachen öffentlich gedemütigt wurden. Manchmal hatte Vater Rhein Mitleid und trat über die Ufer. Dann gab es mangels Plan B des Lehrkörpers einen außerordentlichen Tag Schulfrei und ich erinnere mich an einen Wettbewerb im Kirschkernzielspucken, den ich gewann.

Kranhäuser

Immerhin gibt es schöne Aussichten auf das andere Ufer. Auf dieser Seite, auf dem Gelände des Deutzer Hafens ist auch ein gemischtes Wohngebiet geplant. Man darf gespannt sein.

In Deutz war der Plan: Erstmal einkehren, dann am Rhein abhängen und dann ein zweiter Versuch mit Heribert.

Oh, meine Lieblings-Tapas Bar hat Sonntagsmittags geöffnet.

Tapas

Doch erstens kommt es anders… Während ich zufrieden meine geschmorte Kaninchenkeule genoss, erreichte mich eine Nachricht. Ich schuldete dem netten Nachbarn, der den Rasenmäher repariert hatte, noch ein Eis. Bis vier nach Rath-City schaffe ich, ohne zu hetzen. Also dieses Jahr keine Denkmäler.

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War aber trotzdem irgendwie nett.

 

Und gerade hat mich Bookcrosser RalfH darauf hingewiesen, dass Der Tag des offenen Denkmals erst im September ist. Kein Wunder, dass ich vor verschlossenen Türen stand.

Durch den Königsforst zum Schloss Eulenbroich.

Am Wochenende war Rosenfest auf Schloss Eulenbroich in Rösrath. Rösrath ist zwar von hier aus der nächste größere Ort, gehörte aber nicht unbedingt zum Einzugsbereich meiner Jugend.

Durch den Königsforst nach Rösrath fahren ist eigentlich einfach. Hätte ich auch so gefunden: Von der Endhaltestelle immer geradeaus, am Wassertretbecken halblinks hoch. Nervtötend einfach. Immer geradeaus und immer den Berg hoch.

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Um es vorweg zu nehmen: Dabei herausgekommen ist eine schöne, abwechslungsreiche Radrunde, immer durch den Wald.

Erstmal durch die Felder, Eintritt in den Königsforst an der Kreuzung Lützerather Straße, an einem ausgetrockneten Bachbett entlang, ein Stück über den Deich…

Königsforst

Durch den Königsforst

Der Königsforst zeigt sich in frühlingsfrischen Farben, obwohl schon Anfang August ist.

Schweinerei

Es gibt hier offensichtlich viele Wildschweine.

Dann über den Giesbach, nasse Füße inclusive. Es ist eigentlich erstaunlich, dass ich an diesem schönen Pausenplatz so selten Leute antreffe.

Flacher zunächst mal als erwartet, nur um Kleineichen herum und vor Rösrath ein paar kurze, steile Anstiege. A`propos Anstieg: Es war gar nicht so einfach den Komoot so zu programmieren, dass die steile Straße abwärts auf dem Hinweg und der sanftere Anstieg auf dem Bahndamm auf dem Rückweg gefahren werden soll.

Nun, ich habe ja auch noch andere Hobbys:

Klosterwald

Themenrelease an der Klostermühle.

Mittlerweile war es dann auch recht warm geworden. Das Restaurant Klostermühle liegt direkt neben Schloss Eulenbroich.

Schloss Eulenbroich ist ein Wasserschloss an einem Nebenarm der Sülz. Es gibt ein Café mit Außengastronomie, verschiedene Veranstaltungen. Märkte, Kunstausstellungen, Theater. Man kann sich dort sogar trauen lassen.

Das Rosenfest hatte wenig Rosen und mehr Kunsthandwerk hart an der Kitschgrenze und einiges zu probieren. Es wurde auch recht warm. Auf dem Rückweg  habe ich noch ein Stückchen den Bahndamm getestet. Hier wurde die stillgelegte Trasse der Sülztalbahn als Bahntrassenradweg wiederverwendet. Leicht zu fahren mit Fahrrad oder Mountainbike. Die Gesamtstrecke verbindet Rösrath mit Bensberg.

Bahndamm

Bahntrassenradweg

Auf dem Rath-Forsbacher-Weg ging es nur noch bergab, ein Bisschen plantschen im Wassertretbecken inclusive, so dass ich früher als geplant wieder hier war.

An vier Stellen hat mich der Komoot missgewiesen, zuletzt am Wassertretbecken, da sollte ich scharf Links, praktisch wieder zurück fahren. So weit ich das jetzt beurteilen kann, passiert das immer da, wo es noch ein anderes links oder rechts gibt. Bei mehrstrahligen Kreuzungen würde ich ihm grundsätzlich misstrauen und mal einen Blick in die Karte werfen. „Links auf den Bahndamm, dann wenden“, sorgt allerdings eher für Erheiterung als für Irritationen.

Den Abend ließ ich mit dem dicken Schätzing im Garten ausklingen. Die Vögel singen nicht mehr, es gibt ein neues Eichhörnchen.

Durch die Heide zu Burg Wissem

Burg Wissem in Troisdorf beherbergt eins der fünf Heideportale, außerdem ein Bilderbuchmuseum. Da wollte ich immer schon mal hin, kam aber aus den bekannten Gründen nicht dazu. Aber wo ist das genau und wie komme ich am besten hin?

Aber ich habe ja jetzt ein schönes, neues Spielzeug.

Also habe ich mich bei dem Schietwetter der letzten Woche hingesetzt und geplant: Mountainbike hin, Fahrrad zurück.

Endhaltestelle Königsforst -Burg Wissem

Der Plan: Endhaltestelle Königsforst – Burg Wissem.

So weit der Plan. Mountainbike eingestellt, nur einen „Waypoint“ bei Altenrath gesetzt, damit es auch wirklich durch die Heide geht, sieht ja ganz brauchbar aus.

Fängt aber schon mit einem Fehlstart an, als ich den Mauspfad hochfahren und dann links abbiegen soll, wo definitiv gesperrt gesperrt ist und kein „Single-Trail“.

Fehlstart

Du kommst hier nicht vorbei!

Ja, ich meine mich zu erinnern, dass dort einmal ein Trampelpfad war und nicht so eine fette Absperrung, aber die Heide hat sich so grundsätzlich verändert, seit dort kein Militärgebiet mehr ist, sondern Naturschutzgebiet, dass ich selbst manchmal Mühe habe, bekannte Stellen zuzuordnen.  Sichere Wege wurden neu geschaffen, andere stillgelegt.

Also zurück auf Anfang und eine bekannte Piste gefahren. Natürlich motzt das Navi, wie nur Navis motzen können: „Bitte wenden Sie JETZT!“

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Pionierbecken 3

Am Pionierbecken 3 bin ich wieder in der richtigen Spur und die Dame in der Hosentasche Merkt es auch.

Los geht’s erstmal immer geradeaus:

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Kalkweg

 

Schon bald zeigt sich: Nicht nur vor meinem Haus ist bei dem Unwetter was herunter gekommen. Eine kleine Auswahl:

Es ist unheimlich, denn noch gibt der Wald ein bedrohliches Knacken von sich. (auch ein Grund, mit Helm zu fahren 😉

Das waren also Sturmschäden. Aber kann mir mal jemand erklären, was auf dieser riesigen Fläche passiert ist? Wurden hier standortfremde Arten entfernt und dann maschinell entkusselt? Oder war der Kampfmittelräumdienst  im Einsatz mit freundlicher Nachbearbeitung durch Wildschweine? Für dieses Schlachtfeld finde ich keine sinnvolle Erklärung.

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Was soll das?

Obwohl es fast geradeaus geht, nun auf der November Brandschneise, bleibt es abwechslungsreich.

Erst Weidewirtschaft.

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Glanrinder im Geisterbusch

Dann Moor

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Feuchtgebiet

Gefolgt von sandiger Trockenheit mit Blick auf den Flughafen.

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Flughafen Köln-Bonn

 

Am Wegrand, von den Flughafenguckern unbeachtet, blühen Thymian und Hornklee um die Wette.

Auch unterwegs hieß es öfter mal: „Rechts Abbiegen auf Single-Trail“, wo überhaupt kein „Single Trail“ war. Die Wahner Heide ist Naturschutzgebiet und Ex-Militärgebiet. Es empfiehlt sich also nicht jedem Wildwechsel zu folgen, sondern brav auf den markierten Wegen zu bleiben. Einerseits damit man nicht alles kaputt trampelt, andererseits, weil noch Kampfstoffe im Boden liege. Auch wenn man das tut ist es eher anspruchsvoll. Mal Sand, mal Matsch, mal Schotter. Die Dame in der Hosentasche gebärdet sich jedenfalls zickig: „Die Tour wird korrigiert“, „Biegen sie JETZT rechts ab“ bis hin zu beleidigtem Schweigen.

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Hier kommst Du auch nicht vorbei!

Nachdem Sie mich so eine Weile angeschwiegen hat, obwohl ich rechts abgebogen bin, lande ich vor einer Leitplanke und die Dame behauptet: „Sie sind weit entfernt von der Tour, wollen sie trotzdem weiterfahren?“ Dabei befindet sich die Tour auf der anderen Straßenseite. Aber ich habe das ehemalige Camp Altenrath umfahren, das inzwischen völlig geschleift wurde. Der Weg existiert wohl nicht mehr.
Auf der anderen Straßenseite dann:

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Anzeige wurde erstattet.

Ich kann ja nicht verstehen, warum Leute Energie aufwenden, ihren Müll ins Auto zu laden und im Naturschutzgebiet wider auszuladen, wo man es doch kostenlos auf dem nächsten Recyclinghof abgeben kann und freundliche Mitarbeiter beim Ausladen helfen.

Burg Wissem gefahren

und die tatsächlich gefahrene Strecke.

Burg Wissem hat nicht nur das Heideportal und das Bilderbuchmuseum zu bieten, sondern auch Gastronomie, einen schönen Park

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mit Erfahrungsfeld der Sinne, Kinderspielplatz, Kunst

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Ok, da wäre ich jetzt so nicht drauf gekommen.

und Wildgehege.

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Rotwild

und vieles mehr.

So gestärkt machte ich mich auf den erheblich einfacheren Rückweg. Links der Plan, rechts die gefahrene Strecke.

 

Im Grunde genommen ereignislos, vorbei an den Militärruinen in Spich, durch ein kleines Wäldchen (biegen sie links ab! Nö!), vor eine Wand (fahren Sie bei der nächsten Möglichkeit geradeaus), bei meinem Vetter vorbei (nicht zu Hause), an der Rennbahn entlang zum Gut Leidenhausen.

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Gut Leidenhausen

Dort noch ein Malzbier und ab nach Hause.

Auf dem Rückweg bin ich auch dem Geheimnis der zickigen Dame auf die Spur gekommen. Sie ist einfach manchmal etwas langsam. Wenn sie den Befehl zum Abbiegen gibt, bin ich an der Stelle schon vorbei.

 

Zwei Bäche Tour die zweite.

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Auf der Fläche, die Kyrill abgeräumt hat, sind die jungen Buchen schon ganz schön in die Höhe geschossen.

Dann wollte ich noch die Tracking-Funktion des Komoot ausprobieren. Dazu habe ich eine Tour gewählt die ich schon 2013 als Zufallsreise gemacht habe: Die zwei Bäche Tour entlang des Flehbachs und der Strunde.

Also auf Aufzeichnung starten gedrückt und los ging es. Ich finde die Tour immer noch außergewöhnlich, weil sie weitgehend autofrei und sehr abwechslungsreich ist. Bachauen, Parks, Wald, die Bachkreuzung, alte Mühlen und Herrenhäuser.

Fotos habe ich auch gemacht, aber die wurden nicht, wie ich dachte, im Handy gespeichert, sondern direkt im Komoot hinterlegt. Was ich nicht soo Klasse finde. Das nächste Mal nehme ich wieder die richtige Kamera mit für den Blog. Die alten Fotos sind sowieso viel schöner.

Ich habe zum zweiten Mal den Fehler gemacht, mich auf zwei schöne Lokale in Dellbrück zu freuen, die allerdings nur Sonntags und Abends geöffnet sind, aber nicht Dienstags Mittags. Die Einkehrmöglichkeiten sind also beschränkt. Am ehesten bekommt man in Dellbrück oder Brück etwas Ordentliches , ohne allzu große Umwege fahren zu müssen. A propos Umweg: Unterwegs habe ich in den Pausen die Aufzeichnung anhalten und hinterher weiterführen. So ist mein Schlenker nach Gronau nicht verzeichnet und auch nicht, dass ich hinterher in Brück noch Eis essen war. In einer der Pausen entstand auch das Foto oben.

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Zwei-Bäche-Tour wie gefahren

Wie man sieht, hat die Aufzeichnung reibungslos funktioniert. Auch dort, wo ich einmal falsch abgebogen bin. Das lässt sich dann nachträglich leider nicht bearbeiten, um es für die Allgemeinheit verfügbar zu machen, sondern man muss eine ähnliche Tour planen, dann geht es.

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Und für die Allgemeinheit zum Nachfahren

Und hier zeigt sich eine Macke des Komoot: Bei der Planung muss man sich zwischen Fahrrad, Mountainbike und Rennrad entscheiden. Ich bin der Meinung: Das ist eine Fahrradtour, bis auf ein winziges Stückchen zwischen Rather Mauspfad und Lembacher Weg. Komoot ist der Meinung: Das ist eine Mountainbike-Tour, weil die meisten Wege unbefestigt sind. Als Fahrradtour würde er mich brav an der Straße entlang führen, wo ich nicht fahren will. So kommt es, dass die kulturhistorisch interessante Strecke durch Dellbrück jetzt ein Mountainbike-Highligt ist und echte Mountainbiker mit der Runde bestimmt nicht glücklich werden. Ich würde mich aber hüten, in unbekanntem Gelände im Hochsauerland mit Gepäck Mountainbike zu wählen.

Fazit: Ein brauchbares Werkzeug und schönes Spielzeug. Das Planungstool für Kopf und Kreativität, Tracker und Navi für Körper und Freiheitsdrang.

Nachteile:

  • Ich verstehe die Dame nicht immer, vor Allem bei Autoverkehr
  • Die Dame hat eine Rechts-Links-Schwäche, die einkalkuliert werden muss. Außerdem sagt sie manchmal Abbiegen, wenn die Piste nur einen leichten Bogen macht.
  • Die Einstellung Mountainbike ist für mich bei der Planung von Fahrradtouren einfacher.

Noch mehr Bahnhöfe, jetzt mit Navi

Meine erste mit Komoot geplante und gefahrene Tour. Dabei ging es eigentlich nur darum vier Bahnhöfe zu fotografieren. Weil ich nicht unbedingt gern an der Hauptstraße entlang fahre, habe ich die tour als Mountainbike tour geplant. Sie ist aber wohl auch mit einem normalen Fahrrad machbar. Die als Single-Trails bezeichneten Waldwege waren durchweg sehr schön, teilweise auch recht schmal.

Single-Trail

Screenshot

Der Screenshot ist an der selben Stelle versehentlich entstanden.

Am Anfang war ich auch ziemlich zufrieden mit der Sprachnavigation. Wo sich mehrere schmale Pfade kreuzen ist das Navi aber ebenso überfordert wie ein Auto-Navi und einmal wollte es mich in einen Reitweg schicken.

Bergisch-Gladbach grauenhaft. Vor lauter Verkehr habe ich den Bahnhof nicht gesehen  Auch die Anweisung: „In die Stationsstraße abbiegen, dann wenden“ habe ich nicht geschnallt. Und so bin ich einige Male am Bahnhof vorbei gefahren.Bergisch-Gladbach

Aber schließlich habe ich ihn doch gefunden, anhand einer einfahrenden S-Bahn.

Und dann zeigte das Navi auch erste Schwächen: An einer Stelle (Britanniahütte) wurde ich gegen die Einbahnstraße in eine unübersichtliche Baustelle geführt. dort bin ich einmal im Kreis gefahren, bis ich den richtigen Anschluss in einen Waldweg wieder hatte.  Das habe ich dann nachträglich bei der geplanten Tour geändert.  Manchmal ist die Dame unterwegs einfach verstummt. Mal hat sich der Ton ganz von selbst ausgeschaltet, mal war das Navi auch aus der geplanten Tour ausgestiegen und zeichnete statt dessen auf, wo ich mich gerade befand. Trotzdem war der Bahnhof Duckterath schnell, wenn auch nicht schön, erreicht.

Duckterath Weiter ging es entspannt durch den Thielenbruch An der Walterstraße führt der Track durch ein Firmengelände. Da bin ich auch nicht so sicher, ob das seine Richtigkeit hat, Aber gleich dahinter lag der Bahnhof Dellbrück.
Dellbrück
Die Kreuzung Höhenfelder Mauspfad/Thuleweg/Wasserwerkstraße finde ich ziemlich gefährlich. Ich bin da kaum über die Straße gekommen. Um sie zu vermeiden müsste man wohl ganz anders fahren. Eigentlich wollte ich noch einen Schlenker in die Dellbrücker Heide machen, aber da es anfing zu regnen habe ich den letzten Bahnhof, den Bahnhof Holweide direkt angefahren.

Holweide

Der Rückweg war nun eine sehr bekannte Größe. Hatte ich doch in Holweide als Teenager Freunde und bin diese Strecke immer wieder mit dem Mofa gefahren. Und gerade auf dieser bekannten Strecke zeigt sich: Die Dame hat eine leichte Rechts-Links-Schwäche und erzählt manchmal blanken Unsinn. Die Karte hingegen ist ziemlich genau.   Im Zweifel also besser doch das Handy raus kramen und einen Blick darauf werfen.  Ganz am Schluss wollte sie mir noch eine Ehrenrunde andrehen. Und als ich wieder zu Hause war, fing es richtig an zu schütten.

Gefahrene Strecke: 31,3 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 12,8 km/h
Fazit: Gewöhnungsbedürftig. Planung babyleicht, Wegeführung gar nicht mal so schlecht. Das System schwächelt, wo es mehrere Möglichkeiten auf engem Raum gibt. Ausschließlich auf die Sprachnavigation sollte man sich nicht verlassen.

Ich habe die Tour nachträglich so bearbeitet, dass sie nicht mehr an meinem Wohnhaus startet.

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Navigation

Ich kann mich stundenlang damit beschäftigen, auf eine Landkarte zu starren und eine Tour zu planen. Oder auch nur mir vorzustellen, was wäre, wenn ich da eine Tour fahren könnte.
In den 80ern überließ mir mein damaliger kartenlegasthenischer Lebensabschnittsgefährte gern die Planung der ersten Radreisen. Damals waren Leute die Fahrrad fahren, noch dazu in Urlaub, absolute Exoten. Wir mussten uns also die Touren mühsam aus Straßenkarten und Wanderkarten zusammenstückeln. Wegweisung für Radfahrer gab es nicht, oder wenn, dann endete sie plötzlich mitten auf einer belebten Kreuzung in Koblenz. die deutschen Straßenkarten waren für Radler zudem im Maßstab unpassend und zu ungenau.

Wanderkarten wie diese, hingegen sehr genau und detailreich, aber bei der Planung längerer Strecken, stieß man schnell an ihre Grenzen.karte
Hatten wir es zur französischen Grenze geschafft, konnten wir endlich auf gelbe Michelin-Karten umsteigen. Ein Muster an Genauigkeit und auch im Maßstab annehmbar.

Dann endlich gab es Fahrradkarten vom ADFC. Für die große Reise im Maßstab 1:150000.  Und damals konnte man sich auch noch wunderbar damit verfahren, Die Karten wurden von ADFClern ehrenamtlich erstellt und es  kam vor dass auf der Karte ein Feldweg verzeichnet war, In der Realität aber derer zwei oder drei und dann stand ich plötzlich wieder auf einer viel befahrenen Hauptstraße. Aber ich bin mit solchen Karten oft gefahren, zum Beispiel von Köln nach Hamburg oder von Karlsruhe bis Regensburg und immer irgendwie angekommen.

Für die häusliche Umgebung besser geeignet sind die ADFC-Regionalkartenkarte0001

Mit dieser Karte vorn auf der Fototasche hätte ich die beiden Touren von neulich auch locker bestreiten können. Für Ferntouren sind sie nicht so gut geeignet.

Der Vorteil der beiden letztgenannten Karten ist, dass man sich nicht von vorn herein auf eine Strecke festlegen muss und rasch umplanen kann. Der Nachteil: man schleppt ziemlich viel Papier mit herum, das man eigentlich nicht braucht. Man muss sie mehr oder weniger geschickt falten und die entscheidende Stelle liegt grundsätzlich im Falz.

Mittlerweile hatte Deutschland den Fahrradtourismus als ernst zu nehmendes Geschäftsfeld entdeckt. Immer mehr Fernradwege wurden eröffnet und das entsprechende Kartenmaterial dazu erstellt.

 

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Für Fernradwege

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oder für Touren

 

Mit den sehr detailreichen Spiralos der BVA komme ich sehr gut zurecht. Sie enthalten eine Wegbeschreibung und/oder Touristische Informationen. Man muss sie allerdings, wegen des kleinen Maßstabs sehr oft umklappen. Und manchmal fehlt mir so das große, Ganze. Bei den Tourenkarten muss man ja irgendwie auch von zu Hause zum Startpunkt und Endpunkt der Tour finden.

Mittlerweile war für andere ADFCler bereits das Zeitalter der GPS-  und Navigationssysteme angebrochen. Mich hat das damals noch nicht so überzeugt. Auf den Gps-Geräten war meistens nur ein Richtungspfeil zu sehen, also noch weniger Informationen über die Umgebung. Jemand erzählte davon, wie er, der Missweisung des GPS vertrauend, sein Rad über einen Zaun gehoben hat und dass man die gesamte Tour vorher programmieren musste, schien mir doch etwas mühsam, wenn ich mir doch genau so gut eine Karte auf’s Rad legen konnte.

Meine Radtouren hier rund um Rath bin ich dann ganz ohne Karten gefahren. Teilweise als Zufallsreise, teilweise irgendeiner Beschilderung folgend. Ich kenne mich gut genug aus, um immer nach Hause zu finden, obwohl sich manches verändert hat. Um die Bahnhöfe flott anzufahren habe ich auch das in meinem Smartphone eingebaute Googlemaps genutzt. Um mal rasch den kürzesten Weg von A nach B zu finden, ist es völlig ok, überzeugt aber nicht wirklich, weil es sich doch eher an den Bedürfnissen von Autofahrern richtet.

Dienstag, beim Bookcrossing-Treffen habe ich verkündet, ich wolle zur Convention 2018 mit dem Fahrrad nach Mainz fahren. Mittwoch schüttete es wie aus Eimern und ich verbrachte den Tag damit, schon mal im Internet zu gucken – Rheinradweg ist klar – und die letzten beiden Touren, die ich hier gefahren habe, irgendwie nachzuvollziehen.

Da wäre zunächst einmal erwähnenswert: Opencyclemap Also Openstreetmap für Radfahrer. Sehr detailiert, für die Planung längerer Strecken wäre es mir wahrscheinlich zu kleinteilig.

Dann natürlich den Routenplaner NRW basierend auf dem Radnetz- Nrw dessen Beschilderung ich in letzter Zeit genutzt habe. Hier ist schon eine Streckenplanung möglich, mit Start und Endpunkt zum Ausdrucken. Die Beschilderung ist hochwertig,das netz relativ weitmaschig. Mit Ortskenntnis würde ich manchmal eher anders fahren.

Dann fiel mir ein, dass Unterwegs mit mir ja Komoot nutzt, damit zufrieden ist und das System wohl auch für Radtouren geht. Also habe ich mir diese Seite auch noch angesehen. Und probiert und geschaut und getestet, und bin da kleben geblieben und mal probehalber eine Tour zu den nächsten vier Bahnhöfen geplant. Es war wirklich babyleicht, die Karte am Computer hervorragend und ich konnte wirklich alles ändern. Was mir nicht ganz klar ist, ob ich eine Tour, die ich ohne Planung fahre, auf dem Komoot aufzeichnen kann. Müsste ja eigentlich auch gehen, oder?

Und so habe ich mir dann tatsächlich die App auf das Smartphone geladen und die geplante Tour ist auch angekommen. Und jetzt probiere ich das mal aus. Wer hätte das gedacht? Bibo ist im GPS-Zeitalter angekommen.

 

 

 

Mal eben Bahnhöfe knipsen 2

Weil ich hungrig war fuhr ich also erstmal an den Rhein zur Groov.

Jachthafen

Hier sind wir jetzt in der Abteilung Wiederentdeckung alter Bekannter. Der abgetrennte Rheinarm vor Zündorf wurde in den 70er Jahren zur Freizeitinsel Groov umgestaltet. Mit Jachthafen, zwei Seen, Liegewiesen, Minigolf, Marktplatz, Spielplatz, Schwimmbad, Eis… also alles was die Naherholung so braucht. Als Teenager haben wir dort tatsächlich ziemlich oft auf den Liegewiesen gelegen und sind in den Seen von zweifelhafter Wasserqualität Schlauchboot gefahren und sogar geschwommen.

Groov

2017 sind die Liegewiesen zugewachsen und Naturschutzgebiet. Tretboote kann man mieten. Und an Stelle von Jugendlichen schwimmen Schwäne und Blässhühner auf dem ebenfalls zugewachsenen Teich.Schwäne

Immer noch ist die Groov ein beliebtes Ausflugsziel für Familien und der Ort Zündorf ist auch wirklich hübsch.

Während ich da so saß und aß, fiel mir ein, dass wir in den 80ern dort häufig eine „kurze“ Radrunde gefahren sind: Den Rhein aufwärts, an der Groov vorbei, zur Siegfähre und zurück.

Ich ließ also den Bahnhof Wahn erstmal Bahnhof sein und fuhr am Rhein entlang mal eben gucken.

Rheinweg

Und schon wie damals ist es unmittelbar hinter dem Schwimmbad wie abgerissen mit den Familienausflüglern, ruhig und landschaftlich reizvoll.

Ab und zu ein Blick auf den Rhein.

Tanker

Bei Langel gibt es noch einen abgetrennten Rheinarm, dieses Mal unbespasst, sondern Angelgewässer und einen der letzten Auwälder, der leider einer Brücke weichen soll.

Langel

In Ranzel steht immer noch ein Werksgelände im Weg, das umfahren werden muss. Und jetzt kommen wir zur Abteilung „planlos in Deutschland“. Denn von einer neuen Umgehungsstraße irritiert,  verlasse ich mich auf eine ebenfalls neue Fahrradbeschilderung, die den Weg nach Troisdorf und Bahnhof Köln 20 km weist. (In den 80ern gab es noch überhaupt keine Fahrradbeschilderung.)
Ach ja, ich wollte ja sowieso Bahnhöfe knipsen.
Es folgt – unter anderem – eine lange, heiße Piste über einen mir unbekannten Golfplatz, an der vor Todesgefahr durch tieffliegende Golfbälle gewarnt wird.
Ich lande in Spich.

spich

Bahnhof Spich

Eigentlich könnte ich von hier zurückfahren, aber bis Troisdorf sind es nur drei Kilometer und ich kann auch erstmal ein Eis essen und von dort mit der Bahn zurückfahren.

Troisdorf

Bahnhof Troisdorf

Also gibt es ein Eis in der Fußgängerzone von Troisdorf mit Blick auf einen öffentlichen Bücherschrank. Der wurde, während ich mein Eis aß, sehr gründlich und systematisch von einem Mädchen durchsucht. Und sie machte mehr Beute, als ihr Fahrradkörbchen fassen konnte.

So gestärkt kommen wir nun zur Abteilung Bibo kriegt den Hals nicht voll. Denn wenn man eine halbe Stunde auf den Zug warten muss und nach der Zugfahrt noch nicht zu Hause ist, dann kann man ebenso gut auch mit dem Rad zurück fahren.

Über Wahn.

Wahn

Bahnhof Wahn

Zu Hause fällt mir dann ein: Ich habe, seit ich in Köln meiner Mutter dienen musste, keine richtige Tagestour mehr gefahren. Es hat mir gefehlt. Ich kann es noch. Ich möchte es wieder öfter tun. Das Handgelenk spielt wieder mit, aber ich sollte mir trotzdem Handschuhe besorgen und vielleicht eine Radhose.

  • Bahnhöfe: 7 (Frankfurter Straße, Businesspark,
  • Strecke: ca. 60 km
  • Fahrzeit: ca. 10.30 -19.00 mit Pausen
  • Pausen: 3 (Wurstsalat, Eis, Malzbier)
  • Körpergefühl am Abend: unbezahlbar

Die Gesamtstrecke war länger als neulich in der Heide, aber einfacher zu fahren. Zwischendurch habe ich, wie auch schon neulich, an meiner Kondition gezweifelt, wenn ich von älteren Leuten überholt wurde. Auf den 2. Blick waren es Pedelecs (also Mofas).

Edit 15. 7: falls jemand das nachfahren möchte, habe ich eine ähnliche Tour geplant.

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