Grün ist die Heide

Nee, jetzt gerade nicht. Sie färbt sich gerade lila.

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Ich wollte eigentlich die kleine Runde aus dem Juli nachfahren und mit dem Komoot aufzeichnen. Also besser nicht sofort in die Heide, sondern in den Königsforst bis zum Rennweg dort rechts abbiegen ist die am wenigsten nervige Strecke in die Wahner Heide, wenn man sich das Autobahnkreuz und die Bahnstrecke ersparen will. Denn dort gibt es Brücken.

Also ging es los, der Beschilderung entlang am Pionierbecken vorbei. Hier waren schon wesentlich mehr Leute am Aussichtspunkt, die Heide bewundern.

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Und weiter ging es in den Geisterbusch.

DSC_4800Noch ein Sturmschaden. An der Eiche sind mehrere dicke Äste abgebrochen. Da hätte ich mich nicht unterstellen mögen.

Statt Ziegen gab es dieses Mal Esel auf der Weide.DSC_4804

Übrigens mehr Esel als ich dachte, einer süßer als der andere.

 

Und alle leicht genervt von den Fliegen, aber sie ertragen es mit stoischer Ruhe und Ohrenzucken.

DSC_4806Schnell war ich in Altenrath und stellte fest: Ich bin schon erheblich fitter als Anfang Juli. Außerdem ist die ausgeschilderte Strecke, wenn auch theoretisch weiter, so doch einfacher zu fahren als das, was das Navi mir vorgeschlagen hatte. Also bin ich noch ein Stückchen weiter gefahren nach Lohmar. Im alten Fährhaus gab es Schnitzel. Unter einem Maronenbaum = Esskastanie. Erwähne ich hier nur, weil einige Gäste rätselten, was das wohl ist.DSC_4807

Nach der Mittagspause dachte ich mir, ich probiere mal den Rückweg über Troiadorf statt über Rösrath.

Also weiter an an der Aggeraue, wo ein Kreuz am Wegavon einem Raubüberfall kündet.DSC_4808Und auf moosigen Baumstämmen Pilze sprießen.

DSC_4809Dann war ich plötzlich an der Sieg, auf dem Erlebnisradweg Sieg, von dort auch ganz brav nach Troisdorf abgebogen, aber nur um den Bücherschrank, den ich neulich in der Fußgängerzone entdeckt habe, mit einem Bookcrossing-Buch zu belegen.

Aber weil der Siegradweg so gut zu fahren war, bin ich von dort wieder Richtung sieg abgebogen. Es kam wie es kommen musste: an einer Baustelle verließ mich die Beschilderung. Und so konnte ich zunächst den Sieglarer See besichtigen.

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Um mich danach auf einem Trampelpfad an der Sieg entlang zu schlagen, bis ich endlich wieder den Deich und festen Boden unter den Füßen hatte. DSC_4811

Noch ein Blick auf die Siegaue und schon ist nach 38km die Siegmündung erreicht.

Hier verließ mich der Handyakku. Schluss mit Aufzeichnung also, aber das war erst die halbe Miete, denn zurück musste ich ja auch noch.

 

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Zurück ging es dann immer am Rhein entlang, vorbei an großen und kleinen Tieren.

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über Niederkassel, Ranzel, Zündorf.

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An der Groov war auch noch Abends die Hölle los. Überhaupt war es voll. Schon in der Wahner Heide waren mir ganze Pulks von Radfahrern und Wanderern entgegen gekommen. Gefühlt waren an diesem Sonntag mehr Leute unterwegs als die ganzen zwei Monate vorher zusammen. Das blieb auch so, bis zum späten Abend.

  • Gefahren: Ca. 80 km
  • Pausen: Eine, Schnitzel
  • ein paar Trinkpausen.
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Da war mal ein Weg

BaustämmeIch schwör!

Jedenfalls glaube ich mich zu erinnern, dass wir damals, als wir noch nen Kaiser hatten, auf diesem Weg mit den Fahrrädern zur Diepeschrather Mühle gefahren sind. Ich erinnere mich an den kleinen Teich nebenan, und dass es damals schon ziemlich modderig war.

Aber hier ist es so: manche Wege verschwinden, dafür tauchen andere, gerade, gepflegte an anderer Stelle auf.

Die Diepeschrather Mühle ist auch nicht mehr, wie sie war: Wo wir früher Eis und Fritten gegessen haben, stehen jetzt eher hochpreisige Speisen zur Wahl.

 

Gewerbe

Die Parkhalle Köln-Bonn macht mich jeck! An die Massive Lichtverschmutzung am Abend habe ich mich ja schon gewöhnt, aber seit diesem Sommer ist die Hölle los.

Erst parken die Kunden kreuz und quer auf den Radwegen und Anwohnerparkplätzen, dann funktioniert er den Platz vor meiner Garage zur Shuttle-Haltestelle um und jetzt schickt er auch noch seine Kunden bei mir auf’s Klo, weil er selbst keine Toiletten hat. Schnauze voll. Ordnungsamt wurde verständigt.
Da lob ich mir den Puff, von dem hörst Du und siehst Du nix.

Durch den Königsforst zum Schloss Eulenbroich.

Am Wochenende war Rosenfest auf Schloss Eulenbroich in Rösrath. Rösrath ist zwar von hier aus der nächste größere Ort, gehörte aber nicht unbedingt zum Einzugsbereich meiner Jugend.

Durch den Königsforst nach Rösrath fahren ist eigentlich einfach. Hätte ich auch so gefunden: Von der Endhaltestelle immer geradeaus, am Wassertretbecken halblinks hoch. Nervtötend einfach. Immer geradeaus und immer den Berg hoch.

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Um es vorweg zu nehmen: Dabei herausgekommen ist eine schöne, abwechslungsreiche Radrunde, immer durch den Wald.

Erstmal durch die Felder, Eintritt in den Königsforst an der Kreuzung Lützerather Straße, an einem ausgetrockneten Bachbett entlang, ein Stück über den Deich…

Königsforst

Durch den Königsforst

Der Königsforst zeigt sich in frühlingsfrischen Farben, obwohl schon Anfang August ist.

Schweinerei

Es gibt hier offensichtlich viele Wildschweine.

Dann über den Giesbach, nasse Füße inclusive. Es ist eigentlich erstaunlich, dass ich an diesem schönen Pausenplatz so selten Leute antreffe.

Flacher zunächst mal als erwartet, nur um Kleineichen herum und vor Rösrath ein paar kurze, steile Anstiege. A`propos Anstieg: Es war gar nicht so einfach den Komoot so zu programmieren, dass die steile Straße abwärts auf dem Hinweg und der sanftere Anstieg auf dem Bahndamm auf dem Rückweg gefahren werden soll.

Nun, ich habe ja auch noch andere Hobbys:

Klosterwald

Themenrelease an der Klostermühle.

Mittlerweile war es dann auch recht warm geworden. Das Restaurant Klostermühle liegt direkt neben Schloss Eulenbroich.

Schloss Eulenbroich ist ein Wasserschloss an einem Nebenarm der Sülz. Es gibt ein Café mit Außengastronomie, verschiedene Veranstaltungen. Märkte, Kunstausstellungen, Theater. Man kann sich dort sogar trauen lassen.

Das Rosenfest hatte wenig Rosen und mehr Kunsthandwerk hart an der Kitschgrenze und einiges zu probieren. Es wurde auch recht warm. Auf dem Rückweg  habe ich noch ein Stückchen den Bahndamm getestet. Hier wurde die stillgelegte Trasse der Sülztalbahn als Bahntrassenradweg wiederverwendet. Leicht zu fahren mit Fahrrad oder Mountainbike. Die Gesamtstrecke verbindet Rösrath mit Bensberg.

Bahndamm

Bahntrassenradweg

Auf dem Rath-Forsbacher-Weg ging es nur noch bergab, ein Bisschen plantschen im Wassertretbecken inclusive, so dass ich früher als geplant wieder hier war.

An vier Stellen hat mich der Komoot missgewiesen, zuletzt am Wassertretbecken, da sollte ich scharf Links, praktisch wieder zurück fahren. So weit ich das jetzt beurteilen kann, passiert das immer da, wo es noch ein anderes links oder rechts gibt. Bei mehrstrahligen Kreuzungen würde ich ihm grundsätzlich misstrauen und mal einen Blick in die Karte werfen. „Links auf den Bahndamm, dann wenden“, sorgt allerdings eher für Erheiterung als für Irritationen.

Den Abend ließ ich mit dem dicken Schätzing im Garten ausklingen. Die Vögel singen nicht mehr, es gibt ein neues Eichhörnchen.

Massagesalon

Ein Radfahrer spricht mich dezent auf der Straße an: „Wo kann man sich denn hier schön massieren lassen?“
Ich antworte routinemäßig: „Der Puff ist schräg gegenüber.“
Er: „Ein PUFF? Aber da wollte ich doch gar nicht hin. Ich war mit dem Rad in der Schweiz und jetzt hab‘ ich’s am Rücken.“

Durch die Heide zu Burg Wissem

Burg Wissem in Troisdorf beherbergt eins der fünf Heideportale, außerdem ein Bilderbuchmuseum. Da wollte ich immer schon mal hin, kam aber aus den bekannten Gründen nicht dazu. Aber wo ist das genau und wie komme ich am besten hin?

Aber ich habe ja jetzt ein schönes, neues Spielzeug.

Also habe ich mich bei dem Schietwetter der letzten Woche hingesetzt und geplant: Mountainbike hin, Fahrrad zurück.

Endhaltestelle Königsforst -Burg Wissem

Der Plan: Endhaltestelle Königsforst – Burg Wissem.

So weit der Plan. Mountainbike eingestellt, nur einen „Waypoint“ bei Altenrath gesetzt, damit es auch wirklich durch die Heide geht, sieht ja ganz brauchbar aus.

Fängt aber schon mit einem Fehlstart an, als ich den Mauspfad hochfahren und dann links abbiegen soll, wo definitiv gesperrt gesperrt ist und kein „Single-Trail“.

Fehlstart

Du kommst hier nicht vorbei!

Ja, ich meine mich zu erinnern, dass dort einmal ein Trampelpfad war und nicht so eine fette Absperrung, aber die Heide hat sich so grundsätzlich verändert, seit dort kein Militärgebiet mehr ist, sondern Naturschutzgebiet, dass ich selbst manchmal Mühe habe, bekannte Stellen zuzuordnen.  Sichere Wege wurden neu geschaffen, andere stillgelegt.

Also zurück auf Anfang und eine bekannte Piste gefahren. Natürlich motzt das Navi, wie nur Navis motzen können: „Bitte wenden Sie JETZT!“

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Pionierbecken 3

Am Pionierbecken 3 bin ich wieder in der richtigen Spur und die Dame in der Hosentasche Merkt es auch.

Los geht’s erstmal immer geradeaus:

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Kalkweg

 

Schon bald zeigt sich: Nicht nur vor meinem Haus ist bei dem Unwetter was herunter gekommen. Eine kleine Auswahl:

Es ist unheimlich, denn noch gibt der Wald ein bedrohliches Knacken von sich. (auch ein Grund, mit Helm zu fahren 😉

Das waren also Sturmschäden. Aber kann mir mal jemand erklären, was auf dieser riesigen Fläche passiert ist? Wurden hier standortfremde Arten entfernt und dann maschinell entkusselt? Oder war der Kampfmittelräumdienst  im Einsatz mit freundlicher Nachbearbeitung durch Wildschweine? Für dieses Schlachtfeld finde ich keine sinnvolle Erklärung.

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Was soll das?

Obwohl es fast geradeaus geht, nun auf der November Brandschneise, bleibt es abwechslungsreich.

Erst Weidewirtschaft.

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Glanrinder im Geisterbusch

Dann Moor

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Feuchtgebiet

Gefolgt von sandiger Trockenheit mit Blick auf den Flughafen.

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Flughafen Köln-Bonn

 

Am Wegrand, von den Flughafenguckern unbeachtet, blühen Thymian und Hornklee um die Wette.

Auch unterwegs hieß es öfter mal: „Rechts Abbiegen auf Single-Trail“, wo überhaupt kein „Single Trail“ war. Die Wahner Heide ist Naturschutzgebiet und Ex-Militärgebiet. Es empfiehlt sich also nicht jedem Wildwechsel zu folgen, sondern brav auf den markierten Wegen zu bleiben. Einerseits damit man nicht alles kaputt trampelt, andererseits, weil noch Kampfstoffe im Boden liege. Auch wenn man das tut ist es eher anspruchsvoll. Mal Sand, mal Matsch, mal Schotter. Die Dame in der Hosentasche gebärdet sich jedenfalls zickig: „Die Tour wird korrigiert“, „Biegen sie JETZT rechts ab“ bis hin zu beleidigtem Schweigen.

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Hier kommst Du auch nicht vorbei!

Nachdem Sie mich so eine Weile angeschwiegen hat, obwohl ich rechts abgebogen bin, lande ich vor einer Leitplanke und die Dame behauptet: „Sie sind weit entfernt von der Tour, wollen sie trotzdem weiterfahren?“ Dabei befindet sich die Tour auf der anderen Straßenseite. Aber ich habe das ehemalige Camp Altenrath umfahren, das inzwischen völlig geschleift wurde. Der Weg existiert wohl nicht mehr.
Auf der anderen Straßenseite dann:

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Anzeige wurde erstattet.

Ich kann ja nicht verstehen, warum Leute Energie aufwenden, ihren Müll ins Auto zu laden und im Naturschutzgebiet wider auszuladen, wo man es doch kostenlos auf dem nächsten Recyclinghof abgeben kann und freundliche Mitarbeiter beim Ausladen helfen.

Burg Wissem gefahren

und die tatsächlich gefahrene Strecke.

Burg Wissem hat nicht nur das Heideportal und das Bilderbuchmuseum zu bieten, sondern auch Gastronomie, einen schönen Park

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mit Erfahrungsfeld der Sinne, Kinderspielplatz, Kunst

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Ok, da wäre ich jetzt so nicht drauf gekommen.

und Wildgehege.

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Rotwild

und vieles mehr.

So gestärkt machte ich mich auf den erheblich einfacheren Rückweg. Links der Plan, rechts die gefahrene Strecke.

 

Im Grunde genommen ereignislos, vorbei an den Militärruinen in Spich, durch ein kleines Wäldchen (biegen sie links ab! Nö!), vor eine Wand (fahren Sie bei der nächsten Möglichkeit geradeaus), bei meinem Vetter vorbei (nicht zu Hause), an der Rennbahn entlang zum Gut Leidenhausen.

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Gut Leidenhausen

Dort noch ein Malzbier und ab nach Hause.

Auf dem Rückweg bin ich auch dem Geheimnis der zickigen Dame auf die Spur gekommen. Sie ist einfach manchmal etwas langsam. Wenn sie den Befehl zum Abbiegen gibt, bin ich an der Stelle schon vorbei.