’ne Hand voll Spatz

Gut, dass ich gerade die Post ein Stockwerk höher bringen wollte. Denn von noch weiter oben klang verzweifeltes, markerschütterndes Geschrei!

Ich bin also mal gucken gegangen. Oben auf dem Trockenboden traf ich auf zwei junge Spatzen. Unklar ist, durch welche Ritze die da rein gekommen sind, jedenfalls kamen sie bei geschlossenem Fenster nicht wieder raus.

Ich habe also die kleinen Kippfenster aufgemacht und mich gedanklich auf eine längere Fangaktion eingestellt. Aber Nr. 1 war plietsch! Kaum war das Fenster gekippt, war er auch schon draußen.

Nr. 2 hat leider die Tür als Fluchtweg genommen: ins Treppenhaus, in den ersten Stock, ins Erdgeschoss, in meine Küche, in meine Spülmaschine, gegen mein Fenster… erwischt. Ich hoffe, er hat sich keine Gehirnerschütterung geholt, aber er schien ok und war flugtauglich.

spatz

kleine Kinder machen viel Arbeit.

Hoffentlich haben sich nicht noch irgendwo Nr. 3 und 4 versteckt.

irre Flugshow

Heute früh vor meinem Fenster. Die Ameisen schwärmen – leider auch in meinem Schlafzimmer – und alle Vögel sind schon da und feiern ein Fest. Die eleganten Mauersegler zuerst. Sie kamen in Scharen und zeigten ihre Flug- und Jagdkünste. Dazwischen ein paar Schwalben. Meine Gartenbewohner sind auch alle ganz aufgeregt und holen sich mit viel Geflöte und Getschilpe ihren Anteil. Kohl- und Blaumeisen stürzen sich mehr aus der Deckung heraus auf die Nachzügler. Einige Mitglieder der Spatzenbande erweisen sich  als erstaunlich geschickt: im Schwirrflug hoch, Insekt schnappen, zurück auf die Strippe, Flügel abknipsen, lecker!

Keine Fotos. Alle Beteiligten sind zu klein, zu schnell, zu weit weg und außerdem musste ich zwischendurch immer mal staubsaugen.

Zählungen

Es ist wie verrückt. Wenn ich normalerweise Morgens hier am Klapprechner sitze und den Blick locker über den Garten schweifen lasse, kommen die interessantesten Vögel vorbei und landen auf der Telefonleitung. Auch wenn ich schlaff, wie gestern abend im Garten rumhänge, fliegen alle um mich rum. Heute extra früh aufgestanden und konzentriert in den garten gestarrt: Keiner da. Erst ab 8.00 kamen die üblichen Verdächtigen wieder aus ihren Verstecken. Mit Schietwetter, wie in den vorigen Jahren konnten sie sich dabei nicht rausreden. Heute früh war es klar und sonnig. Wahrscheinlich sitzen auch viele auf den Eiern. Immerhin weiß ich, dass die Kohlmeisen mit einer Brut schon fertig sind. Das erste, was ich gesehen habe, war eine Stockente. Nicht gerade ein Gartenvogel. Ansonsten: Kohlmeise, Blaumeise, Rotkehlchen, Amsel, Grünfink, Ringeltaube, Mönchsgrasmücke, Elster, Rabenkrähe, Heckenbraunelle, Singdrossel, Kanadagans.

Am Nachmittag geht es dann gleich weiter mit Zählen: Wählerstimmen der Landtagswahl im Briefwahlzentrum Deutz. Muss man mal gemacht haben. Ich bin Wahlhelferin seit etwa 8 Jahren, in Hamburg noch im Wahllokal mit anschließendem zählen, in Köln im Briefwahlzentrum Deutz. Hat bisher immer Spaß gemacht. Dieses Mal war es etwas mühsam, aus Gründen, von denen ich nicht weiß, ob sie der Schweigepflicht unterliegen. Dabei sind die Abläufe eigentlich einfach, sofern man der deutschen Sprache mächtig ist (seufz).

  1. Alle roten Wahlbriefe werden gezählt und kontrolliert, ob der Wahlbezirk stimmt.
  2. Ab 15.00 Die roten Wahlbriefe werden geöffnet und kontrolliert, ob der Inhalt stimmt blauer Briefumschlag + Wahlschein.
  3. Die Blauen Briefumschläge werden in die Urne versenkt.
  4. Pause bis nach 18.00
  5. Die Blauen Briefumschläge werden aus der Urne gekippt und gezählt, die Wahlscheine gezählt
  6. Die Blauen Briefumschläge werden geöffnet, die Stimmzettel sortiert in 4 Stapel:
  •  Beide Stimmen gleich,
  • Beide Stimmen ungleich,
  • Kuriositäten,
  • leer.

7. Die Stimmzettel mit den gleichen Stimmen werden nach Parteien sortiert und anschließend die Parteien ausgezählt.

8. Die Stimmzettel mit den ungleichen Stimmen werden nach der Zweitstimme und Parteien sortiert und die Parteien ausgezählt.

9. Die Stimmzettel mit den ungleichen Stimmen werden nach der Erststimme und Parteien sortiert und die Parteien ausgezählt.

10. Über die Kuriositäten wird abgestimmt.

11. Die Schriftführerin Bibo wandert durch die Instanzen: Plausibilitätsprüfung, Ergebniserfassung, Protokollabgabe, Kasse. Während dessen packen die anderen ein.

Ich schreibe das hier, weil ich ja immer Leute dazu bringen möchte, auch einmal Wahlhelfer zu spielen, vor allem, die die da rumnölen, es würde ja doch betrogen. Kleiner Gag am Rande: Während wir da Wählerstimmen mit Papier und Bleistift zählten, gab es wohl einen Internationalen Datencrash. Und das ist genau der Grund, warum ich bei Wahlen die Methode: 12 Augen, Papier und Stift bevorzuge.

Artenportrait: Turdus merula kolibriensis

Erlerntes, von anderen Arten abgegucktes Verhalten bei Amseln! Im Garten meiner Freundin Fjonka haben die Amseln gelernt, die Meisentassen im Schwirrflug zu nutzen!

Schreiben und lesen lassen

Durch gezielte Evolutionstätigkeit hat sich binnen zwei Jahren im Norden Deutschlands eine neue Amsel-Unterart entwickelt: die Kolibri-Amsel (Turdus merula kolibriensis)

Die kolibriensis unterscheidet sich von anderen Amseln dadurch, daß sie, wie ein Kolibri,  in der Luft stehend ihre Nahrung aufnimmt, die sich zusammensetzt aus Erdnüssen, Sonnenblumenkernen und anderen Saaten, vermischt mit Fett.

Noch vor einem Jahr konnte die Entdeckerin der neuen Amsel-Unterart, Frau Fjonka aus M. in Angeln, dieses Verhalten nicht beobachten. Alle am Standort vorhandenen Amseln mussten sich mit dem begnügen, was andere Vögel (Meisen, Grünfinken, Spechte oder der schon bekannte Kolibri-Spatz, Passer domesticus kolibriensis) beim naschen fallenließen. Doch mit der neuen Generation hat sich dann offenbar das Kolibri-Gen durchsetzen können, und seither – seht selbst:

Erst genau gucken, ob’s auch lohnt – und dann der Kolibri-Flug!


(Und ja, ich weiß, daß das mit Evolution aber auch rein garnichts zu tun hat)

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Achtung! Baustelle!

Seit Sonntag blicke ich auf eine Baustelle.

Mit viel Geflatter und Gezeter wurde die Blautanne besetzt.

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Es wurde gerupft und gezupft und zunächst eine flache Plattform errichtet.

Montag: Schon am zweiten Tag wurde mit dem Dachausbau begonnen.
Dabei gibt es Arbeitsteilung.DSC_4611

Dienstag: Vermutlich Sie  (oben) kümmert sich um den Innenausbau und prüft immer wieder, ob alles passt.
Vermutlich Er (unten mit Ast) schleppt unermüdlich Äste heran und fädelt sie von außen ins Geflecht.

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Mittwoch: Am 4. Bautag ist die angestrebte Kugelform schon gut erkennbar.

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Das Nest ist weg

Schaue ich hier einfach geradeaus, sehe ich, den Garten natürlich. Im Ginkgo sitzen oft ein Krähenpaar sowie eine Jungkrähe aus dem Vorjahr, ein Elsternpaar oder ein Buntspecht.  Tatsächlich schafft es der kleine Buntspecht locker, den ganzen Baum für sich zu beanspruchen.

Weiter hinten noch zwei Häuser und dann, am Rande des Baggerlochs eine Reihe hoher Bäume. In einem dieser Bäume thronte ein großes Krähennest, das jedes Jahr wieder renoviert und bezogen wurde. Voriges Jahr waren sich Krähen und Elstern nicht ganz einig über die Eigentumsverhältnisse. Die Elstern mussten schließlich klein beigeben, aber den Versuch war’s wohl wert.

Neulich schaute ich raus und sah: Das Nest ist weg!!! Hat es ein Sturm dahin gerafft oder Baumfällarbeiten?  Die Krähen scheinen es heute erst realisiert zu haben, dass sie neu bauen müssen. Aber vorher ist wohl noch Zeit für eine Flugschau.

Am Baggersee

Weihnachten habe ich mir eine Stunde Auszeit genommen, und am Baggersee gesessen. Im Winter ist es dort schön ruhig und der See wird von vielen Vögel als Rastplatz genutzt. Als die Gänse kamen, habe ich das Tippeldings mal ausprobiert:

Es empfiehlt sich, das Video auf youtube im Vollformat zu gucken.

Alle Rechte an Fotos und Videos: Birgit Bossbach.