Zählungen

Es ist wie verrückt. Wenn ich normalerweise Morgens hier am Klapprechner sitze und den Blick locker über den Garten schweifen lasse, kommen die interessantesten Vögel vorbei und landen auf der Telefonleitung. Auch wenn ich schlaff, wie gestern abend im Garten rumhänge, fliegen alle um mich rum. Heute extra früh aufgestanden und konzentriert in den garten gestarrt: Keiner da. Erst ab 8.00 kamen die üblichen Verdächtigen wieder aus ihren Verstecken. Mit Schietwetter, wie in den vorigen Jahren konnten sie sich dabei nicht rausreden. Heute früh war es klar und sonnig. Wahrscheinlich sitzen auch viele auf den Eiern. Immerhin weiß ich, dass die Kohlmeisen mit einer Brut schon fertig sind. Das erste, was ich gesehen habe, war eine Stockente. Nicht gerade ein Gartenvogel. Ansonsten: Kohlmeise, Blaumeise, Rotkehlchen, Amsel, Grünfink, Ringeltaube, Mönchsgrasmücke, Elster, Rabenkrähe, Heckenbraunelle, Singdrossel, Kanadagans.

Am Nachmittag geht es dann gleich weiter mit Zählen: Wählerstimmen der Landtagswahl im Briefwahlzentrum Deutz. Muss man mal gemacht haben. Ich bin Wahlhelferin seit etwa 8 Jahren, in Hamburg noch im Wahllokal mit anschließendem zählen, in Köln im Briefwahlzentrum Deutz. Hat bisher immer Spaß gemacht. Dieses Mal war es etwas mühsam, aus Gründen, von denen ich nicht weiß, ob sie der Schweigepflicht unterliegen. Dabei sind die Abläufe eigentlich einfach, sofern man der deutschen Sprache mächtig ist (seufz).

  1. Alle roten Wahlbriefe werden gezählt und kontrolliert, ob der Wahlbezirk stimmt.
  2. Ab 15.00 Die roten Wahlbriefe werden geöffnet und kontrolliert, ob der Inhalt stimmt blauer Briefumschlag + Wahlschein.
  3. Die Blauen Briefumschläge werden in die Urne versenkt.
  4. Pause bis nach 18.00
  5. Die Blauen Briefumschläge werden aus der Urne gekippt und gezählt, die Wahlscheine gezählt
  6. Die Blauen Briefumschläge werden geöffnet, die Stimmzettel sortiert in 4 Stapel:
  •  Beide Stimmen gleich,
  • Beide Stimmen ungleich,
  • Kuriositäten,
  • leer.

7. Die Stimmzettel mit den gleichen Stimmen werden nach Parteien sortiert und anschließend die Parteien ausgezählt.

8. Die Stimmzettel mit den ungleichen Stimmen werden nach der Zweitstimme und Parteien sortiert und die Parteien ausgezählt.

9. Die Stimmzettel mit den ungleichen Stimmen werden nach der Erststimme und Parteien sortiert und die Parteien ausgezählt.

10. Über die Kuriositäten wird abgestimmt.

11. Die Schriftführerin Bibo wandert durch die Instanzen: Plausibilitätsprüfung, Ergebniserfassung, Protokollabgabe, Kasse. Während dessen packen die anderen ein.

Ich schreibe das hier, weil ich ja immer Leute dazu bringen möchte, auch einmal Wahlhelfer zu spielen, vor allem, die die da rumnölen, es würde ja doch betrogen. Kleiner Gag am Rande: Während wir da Wählerstimmen mit Papier und Bleistift zählten, gab es wohl einen Internationalen Datencrash. Und das ist genau der Grund, warum ich bei Wahlen die Methode: 12 Augen, Papier und Stift bevorzuge.

Artenportrait: Turdus merula kolibriensis

Erlerntes, von anderen Arten abgegucktes Verhalten bei Amseln! Im Garten meiner Freundin Fjonka haben die Amseln gelernt, die Meisentassen im Schwirrflug zu nutzen!

Schreiben und lesen lassen

Durch gezielte Evolutionstätigkeit hat sich binnen zwei Jahren im Norden Deutschlands eine neue Amsel-Unterart entwickelt: die Kolibri-Amsel (Turdus merula kolibriensis)

Die kolibriensis unterscheidet sich von anderen Amseln dadurch, daß sie, wie ein Kolibri,  in der Luft stehend ihre Nahrung aufnimmt, die sich zusammensetzt aus Erdnüssen, Sonnenblumenkernen und anderen Saaten, vermischt mit Fett.

Noch vor einem Jahr konnte die Entdeckerin der neuen Amsel-Unterart, Frau Fjonka aus M. in Angeln, dieses Verhalten nicht beobachten. Alle am Standort vorhandenen Amseln mussten sich mit dem begnügen, was andere Vögel (Meisen, Grünfinken, Spechte oder der schon bekannte Kolibri-Spatz, Passer domesticus kolibriensis) beim naschen fallenließen. Doch mit der neuen Generation hat sich dann offenbar das Kolibri-Gen durchsetzen können, und seither – seht selbst:

Erst genau gucken, ob’s auch lohnt – und dann der Kolibri-Flug!


(Und ja, ich weiß, daß das mit Evolution aber auch rein garnichts zu tun hat)

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Achtung! Baustelle!

Seit Sonntag blicke ich auf eine Baustelle.

Mit viel Geflatter und Gezeter wurde die Blautanne besetzt.

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Es wurde gerupft und gezupft und zunächst eine flache Plattform errichtet.

Montag: Schon am zweiten Tag wurde mit dem Dachausbau begonnen.
Dabei gibt es Arbeitsteilung.DSC_4611

Dienstag: Vermutlich Sie  (oben) kümmert sich um den Innenausbau und prüft immer wieder, ob alles passt.
Vermutlich Er (unten mit Ast) schleppt unermüdlich Äste heran und fädelt sie von außen ins Geflecht.

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Mittwoch: Am 4. Bautag ist die angestrebte Kugelform schon gut erkennbar.

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Das Nest ist weg

Schaue ich hier einfach geradeaus, sehe ich, den Garten natürlich. Im Ginkgo sitzen oft ein Krähenpaar sowie eine Jungkrähe aus dem Vorjahr, ein Elsternpaar oder ein Buntspecht.  Tatsächlich schafft es der kleine Buntspecht locker, den ganzen Baum für sich zu beanspruchen.

Weiter hinten noch zwei Häuser und dann, am Rande des Baggerlochs eine Reihe hoher Bäume. In einem dieser Bäume thronte ein großes Krähennest, das jedes Jahr wieder renoviert und bezogen wurde. Voriges Jahr waren sich Krähen und Elstern nicht ganz einig über die Eigentumsverhältnisse. Die Elstern mussten schließlich klein beigeben, aber den Versuch war’s wohl wert.

Neulich schaute ich raus und sah: Das Nest ist weg!!! Hat es ein Sturm dahin gerafft oder Baumfällarbeiten?  Die Krähen scheinen es heute erst realisiert zu haben, dass sie neu bauen müssen. Aber vorher ist wohl noch Zeit für eine Flugschau.

Am Baggersee

Weihnachten habe ich mir eine Stunde Auszeit genommen, und am Baggersee gesessen. Im Winter ist es dort schön ruhig und der See wird von vielen Vögel als Rastplatz genutzt. Als die Gänse kamen, habe ich das Tippeldings mal ausprobiert:

Es empfiehlt sich, das Video auf youtube im Vollformat zu gucken.

Alle Rechte an Fotos und Videos: Birgit Bossbach.

Die Heinzelmännchen zu Köln

Wie war zu Köln es doch zudem mit Heinzelmännchen so bequem.

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Die nämlich, so sagt die Sage, den Kölnern in der Nacht alle Arbeit abnahmen.

Wäre ja schön, wenn die hier mal durchputzen könnten. Daran, dass sie es nicht mehr tun, ist das neugierige Schneidersweib schuld. Die wollte nämlich wissen, wer des Nachts näht und aufräumt.

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Also streute sie Erbsen auf die Treppe und legte sich auf die Lauer. Die entsetzten Heinzelmännchen fielen die Treppe runter und ließen sich nicht mehr blicken.

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Und deswegen muss ich jetzt meine Küche selber putzen.

Völlig unschuldig an der Misere ist dieser Enterich, der sich mitsamt seiner Frau ausgerechnet im Getümmel der Domplatte niedergelassen hat.

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Gartenteile

Ich war gerade im Keller was am räumen, da höre ich ein ZIIIIEP! Mir schwant Fürchterliches. Ähnliches habe ich vorhin schon mehrfach draußen gehört, aber jetzt ist es DRINNEN! Und ich weiß nicht wo.Gehorcht, geortet, im Keller rumgeschlichen: ZIIIIEP! Das kommt eindeutig aus der ehemaligen Dunkelkammer. ZIIIIEP! Aber wo da? ZIIIIEP! Da krabbelt was und flüchtet natürlich in die hinterste Ecke. Was ein Glück, dass ich noch schlank bin und so mit langem Arm das Rotkehlchen greifen konnte. Sonst hätte ich alles auseinander nehmen müssen. Jetzt sitzt er wieder draußen der Schlingel.

Rotkehlchen, gestern noch im Nest.

Rotkehlchen, gestern noch brav im Nest.

Das Rotkehlchennest habe ich vorgestern im Hof gefunden.

Der Hof

Der Hof

Der Garten hat mehrere Teile. Teil 1: Der Hof.
Das Revier meiner Mutter. Sauber und aufgeräumt muss er sein und hier erledige ich nur Auftragsarbeiten: Laub fegen, Unkraut entfernen, Pflanzen rein innen Kübel, raus aussem Kübel, rein innen Keller, raus aussem Keller, Laub fegen, Unkraut entfernen, usw. Damit macht der kleine Hof viel mehr Arbeit als der ganze große Rest.

Der Raaasen, frisch geschoren.

Der Raaasen, frisch geschoren.

Teil 2: Die als Rasen definierte Fläche. Wird so einigermaßen kurz gehalten. Allerdings mähe ich im Vorfrühling um Schneeglöckchen (Wir haben ja überhaupt keine Schneeglöckchen mehr im Raasen!) im Frühling um Frühlingsanemonen und Gänseblümchen und im Sommer um Klee und Braunellen herum, was ihr ein interessantes Aussehen verleiht. Außerdem hat an der Westseite im Winter der Maulwurf so gewütet, dass nicht einmal mehr eine entfernte Ähnlichkeit mit Rasen besteht. Ich habe da jetzt mal ein paar unidentifizierte Zwiebeln eingegraben und werde wohl früher oder später ein paar Stauden besorgen.

Das Beet

Das Beet

Teil 3: Das Beet
Gehört irgendwie zum Rasen dazu. Früher war das ein Rosenbeet mit einer Pergola. Vor zwei Jahren hat meine Mutter ihren „Supergärtner“ damit beauftragt, die Pergola und Rosen zu entfernen, weil das nicht mehr schön aussah. Das hat er gemacht, und zwar gründlich. Boden hart wie Beton, von Hahnenfuß, Löwenzahn und Brennesseln überzogen. So habe ich das Beet vorgefunden. Also: Jäten, mulchen, jäten, mulchen, jäten, mulchen… und mal schauen was da noch freiwillig wächst.

Kräuter und so

Kräuter und so

Einen Teil davon habe ich mir voriges Jahr als Kräuterbeet genommen, auf dem anderen Tomaten gepflanzt.
Akelei und Vergissmeinnicht wächst da noch freiwillig, sowie eine! Rose, ein paar Maiglöckchen und gelbe Lilien.

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Experimentelles Gärtnern

Danach habe ich dort Stockrosen und Goldmphn von Fjonka gepflanzt. Im Herbst und im Frühjahr wurde alles im Beet vergraben, was jetzt! sofort! in die Erde musste. Im Ergebnis weiß ich also nicht so genau, was ich da gepflanzt habe, was angehen soll und was nicht und wie es am Ende aussieht.

Naturschutzgebiet

Naturschutzgebiet

4. Die Wiese
Hinter dem Beet kommt mein kleines privates Naturschutzgebiet: Die Wiese.
War mal Kartoffelacker, war mal Gemüsegarten, war mal Obstgarten und ist vermutlich die letzten 20 Jahre regelmäßig gemäht worden.
Jetzt wird da nur noch dreimal im Jahr gemäht. Anfang März (noch) zum abmagern, Anfang Juli und Oktober. Zuerst war ich enttäuscht, dass da fast nur Gras wächst und Margeriten. Andererseits sind es bei näherer Betrachtung sehr verschiedene Gräser, je nachdem wie schattig, sonnig, stickstoffhaltig, feucht oder trocken die Stelle ist. Es gibt Käfer Hummeln, Bienen, Schmetterlinge und kleine Frösche und Kröten. Es gibt dort keine Brennesseln und nur wenig Löwenzahn, also ist es nicht überdüngt. Die Margeriten haben sich im Vergleich zum Vorjahr stark vermehrt.  An der Westseite steht jetzt unter dem Ginkgo das Gewächshaus mit neuen Tomaten vom Markt.  Die von Bakker sind  eingegangen. An der Nordseite ein paar Kulturheidelbeeren. Da wird so ab und zu mal gemäht, damit sie nicht überwuchert werden, falls sie denn angehen.

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