Tage des ungesehenen Denkmals

Der Tag des offenen Denkmals ist eine schöne Veranstaltung, einmal jährlich, an denen ich mir gerne etwas ansehe.

Voriges Jahr zum Beispiel war das der Atombunker in der U-Bahn Kalk-Post sowie die ehemalige Bücherei und das Deutz-Kalker Bad, jetzt ein Hotel.

Nur meistens bekomme ich den Termin immer erst auf den letzten Drücker mit. In diesem Fall, weil mich eine Frau vom Förderverein historischer Park Deutz darauf ansprach.

Samstag also wollte ich mir deren Führung zu den Ausgrabungen unter klein St. Heribert ansehen. Diese Veranstaltung habe ich allerdings im Programm des Tages des offenen Denkmals nicht gefunden. Angemeldet war ich also nicht. Aber man kann ja mal probieren. Leider habe ich niemanden angetroffen. Vielleicht habe ich an der falschen Stelle gewartet.

Für den Sonntag habe ich mir dann etwas hier in der Nähe ausgesucht, eine Führung im Wasserwerk Westhoven, wo ich mal eben mit dem Rad hinflitzen wollte. Doch auch dort stand ich leider vor verschlossener Tür. Es sah auch nicht sehr bevölkert aus.
Eine andere mögliche Erklärung:Bildschirmfoto 2017-08-14 um 09.51.04

Nein, so schlimm wie es aussieht, war es nicht, hier sind Hin- und Rückweg zusammen abgebildet.

Da ich nun schon mal dumm in Westhoven rumstand, bin ich durch die Westhovener Aue an den Rhein „geflogen“.

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Kaum zu glauben, dass da früher eine Kaserne stand. Jetzt ist es Naturschutzgebiet und Retentionsgebiet bei Hochwasser.

Weiter ging es , am Rhein entlang, Richtung Deutz.

pollerwiese

Auf der Poller Wiese hat ein Zirkus festgemacht. Ausflugsgebiet für Deutzer, Poller,  Porzer und andere Kölner, gespickt mit Sportstätten, Fußballplätzen, Tennisplätzen, war es für mich früher ein Ort der Schande und Erniedrigung. Bundesjugendspiele hieß das Spektakel, zu dem an diesem Ort einmal jährlich die Kinder von Köln zusammengetrieben, und die kleinen, schwachen öffentlich gedemütigt wurden. Manchmal hatte Vater Rhein Mitleid und trat über die Ufer. Dann gab es mangels Plan B des Lehrkörpers einen außerordentlichen Tag Schulfrei und ich erinnere mich an einen Wettbewerb im Kirschkernzielspucken, den ich gewann.

Kranhäuser

Immerhin gibt es schöne Aussichten auf das andere Ufer. Auf dieser Seite, auf dem Gelände des Deutzer Hafens ist auch ein gemischtes Wohngebiet geplant. Man darf gespannt sein.

In Deutz war der Plan: Erstmal einkehren, dann am Rhein abhängen und dann ein zweiter Versuch mit Heribert.

Oh, meine Lieblings-Tapas Bar hat Sonntagsmittags geöffnet.

Tapas

Doch erstens kommt es anders… Während ich zufrieden meine geschmorte Kaninchenkeule genoss, erreichte mich eine Nachricht. Ich schuldete dem netten Nachbarn, der den Rasenmäher repariert hatte, noch ein Eis. Bis vier nach Rath-City schaffe ich, ohne zu hetzen. Also dieses Jahr keine Denkmäler.

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War aber trotzdem irgendwie nett.

 

Und gerade hat mich Bookcrosser RalfH darauf hingewiesen, dass Der Tag des offenen Denkmals erst im September ist. Kein Wunder, dass ich vor verschlossenen Türen stand.

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Gewerbe

Die Parkhalle Köln-Bonn macht mich jeck! An die Massive Lichtverschmutzung am Abend habe ich mich ja schon gewöhnt, aber seit diesem Sommer ist die Hölle los.

Erst parken die Kunden kreuz und quer auf den Radwegen und Anwohnerparkplätzen, dann funktioniert er den Platz vor meiner Garage zur Shuttle-Haltestelle um und jetzt schickt er auch noch seine Kunden bei mir auf’s Klo, weil er selbst keine Toiletten hat. Schnauze voll. Ordnungsamt wurde verständigt.
Da lob ich mir den Puff, von dem hörst Du und siehst Du nix.

Durch den Königsforst zum Schloss Eulenbroich.

Am Wochenende war Rosenfest auf Schloss Eulenbroich in Rösrath. Rösrath ist zwar von hier aus der nächste größere Ort, gehörte aber nicht unbedingt zum Einzugsbereich meiner Jugend.

Durch den Königsforst nach Rösrath fahren ist eigentlich einfach. Hätte ich auch so gefunden: Von der Endhaltestelle immer geradeaus, am Wassertretbecken halblinks hoch. Nervtötend einfach. Immer geradeaus und immer den Berg hoch.

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Um es vorweg zu nehmen: Dabei herausgekommen ist eine schöne, abwechslungsreiche Radrunde, immer durch den Wald.

Erstmal durch die Felder, Eintritt in den Königsforst an der Kreuzung Lützerather Straße, an einem ausgetrockneten Bachbett entlang, ein Stück über den Deich…

Königsforst

Durch den Königsforst

Der Königsforst zeigt sich in frühlingsfrischen Farben, obwohl schon Anfang August ist.

Schweinerei

Es gibt hier offensichtlich viele Wildschweine.

Dann über den Giesbach, nasse Füße inclusive. Es ist eigentlich erstaunlich, dass ich an diesem schönen Pausenplatz so selten Leute antreffe.

Flacher zunächst mal als erwartet, nur um Kleineichen herum und vor Rösrath ein paar kurze, steile Anstiege. A`propos Anstieg: Es war gar nicht so einfach den Komoot so zu programmieren, dass die steile Straße abwärts auf dem Hinweg und der sanftere Anstieg auf dem Bahndamm auf dem Rückweg gefahren werden soll.

Nun, ich habe ja auch noch andere Hobbys:

Klosterwald

Themenrelease an der Klostermühle.

Mittlerweile war es dann auch recht warm geworden. Das Restaurant Klostermühle liegt direkt neben Schloss Eulenbroich.

Schloss Eulenbroich ist ein Wasserschloss an einem Nebenarm der Sülz. Es gibt ein Café mit Außengastronomie, verschiedene Veranstaltungen. Märkte, Kunstausstellungen, Theater. Man kann sich dort sogar trauen lassen.

Das Rosenfest hatte wenig Rosen und mehr Kunsthandwerk hart an der Kitschgrenze und einiges zu probieren. Es wurde auch recht warm. Auf dem Rückweg  habe ich noch ein Stückchen den Bahndamm getestet. Hier wurde die stillgelegte Trasse der Sülztalbahn als Bahntrassenradweg wiederverwendet. Leicht zu fahren mit Fahrrad oder Mountainbike. Die Gesamtstrecke verbindet Rösrath mit Bensberg.

Bahndamm

Bahntrassenradweg

Auf dem Rath-Forsbacher-Weg ging es nur noch bergab, ein Bisschen plantschen im Wassertretbecken inclusive, so dass ich früher als geplant wieder hier war.

An vier Stellen hat mich der Komoot missgewiesen, zuletzt am Wassertretbecken, da sollte ich scharf Links, praktisch wieder zurück fahren. So weit ich das jetzt beurteilen kann, passiert das immer da, wo es noch ein anderes links oder rechts gibt. Bei mehrstrahligen Kreuzungen würde ich ihm grundsätzlich misstrauen und mal einen Blick in die Karte werfen. „Links auf den Bahndamm, dann wenden“, sorgt allerdings eher für Erheiterung als für Irritationen.

Den Abend ließ ich mit dem dicken Schätzing im Garten ausklingen. Die Vögel singen nicht mehr, es gibt ein neues Eichhörnchen.

Massagesalon

Ein Radfahrer spricht mich dezent auf der Straße an: „Wo kann man sich denn hier schön massieren lassen?“
Ich antworte routinemäßig: „Der Puff ist schräg gegenüber.“
Er: „Ein PUFF? Aber da wollte ich doch gar nicht hin. Ich war mit dem Rad in der Schweiz und jetzt hab‘ ich’s am Rücken.“

Durch die Heide zu Burg Wissem

Burg Wissem in Troisdorf beherbergt eins der fünf Heideportale, außerdem ein Bilderbuchmuseum. Da wollte ich immer schon mal hin, kam aber aus den bekannten Gründen nicht dazu. Aber wo ist das genau und wie komme ich am besten hin?

Aber ich habe ja jetzt ein schönes, neues Spielzeug.

Also habe ich mich bei dem Schietwetter der letzten Woche hingesetzt und geplant: Mountainbike hin, Fahrrad zurück.

Endhaltestelle Königsforst -Burg Wissem

Der Plan: Endhaltestelle Königsforst – Burg Wissem.

So weit der Plan. Mountainbike eingestellt, nur einen „Waypoint“ bei Altenrath gesetzt, damit es auch wirklich durch die Heide geht, sieht ja ganz brauchbar aus.

Fängt aber schon mit einem Fehlstart an, als ich den Mauspfad hochfahren und dann links abbiegen soll, wo definitiv gesperrt gesperrt ist und kein „Single-Trail“.

Fehlstart

Du kommst hier nicht vorbei!

Ja, ich meine mich zu erinnern, dass dort einmal ein Trampelpfad war und nicht so eine fette Absperrung, aber die Heide hat sich so grundsätzlich verändert, seit dort kein Militärgebiet mehr ist, sondern Naturschutzgebiet, dass ich selbst manchmal Mühe habe, bekannte Stellen zuzuordnen.  Sichere Wege wurden neu geschaffen, andere stillgelegt.

Also zurück auf Anfang und eine bekannte Piste gefahren. Natürlich motzt das Navi, wie nur Navis motzen können: „Bitte wenden Sie JETZT!“

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Pionierbecken 3

Am Pionierbecken 3 bin ich wieder in der richtigen Spur und die Dame in der Hosentasche Merkt es auch.

Los geht’s erstmal immer geradeaus:

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Kalkweg

 

Schon bald zeigt sich: Nicht nur vor meinem Haus ist bei dem Unwetter was herunter gekommen. Eine kleine Auswahl:

Es ist unheimlich, denn noch gibt der Wald ein bedrohliches Knacken von sich. (auch ein Grund, mit Helm zu fahren 😉

Das waren also Sturmschäden. Aber kann mir mal jemand erklären, was auf dieser riesigen Fläche passiert ist? Wurden hier standortfremde Arten entfernt und dann maschinell entkusselt? Oder war der Kampfmittelräumdienst  im Einsatz mit freundlicher Nachbearbeitung durch Wildschweine? Für dieses Schlachtfeld finde ich keine sinnvolle Erklärung.

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Was soll das?

Obwohl es fast geradeaus geht, nun auf der November Brandschneise, bleibt es abwechslungsreich.

Erst Weidewirtschaft.

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Glanrinder im Geisterbusch

Dann Moor

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Feuchtgebiet

Gefolgt von sandiger Trockenheit mit Blick auf den Flughafen.

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Flughafen Köln-Bonn

 

Am Wegrand, von den Flughafenguckern unbeachtet, blühen Thymian und Hornklee um die Wette.

Auch unterwegs hieß es öfter mal: „Rechts Abbiegen auf Single-Trail“, wo überhaupt kein „Single Trail“ war. Die Wahner Heide ist Naturschutzgebiet und Ex-Militärgebiet. Es empfiehlt sich also nicht jedem Wildwechsel zu folgen, sondern brav auf den markierten Wegen zu bleiben. Einerseits damit man nicht alles kaputt trampelt, andererseits, weil noch Kampfstoffe im Boden liege. Auch wenn man das tut ist es eher anspruchsvoll. Mal Sand, mal Matsch, mal Schotter. Die Dame in der Hosentasche gebärdet sich jedenfalls zickig: „Die Tour wird korrigiert“, „Biegen sie JETZT rechts ab“ bis hin zu beleidigtem Schweigen.

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Hier kommst Du auch nicht vorbei!

Nachdem Sie mich so eine Weile angeschwiegen hat, obwohl ich rechts abgebogen bin, lande ich vor einer Leitplanke und die Dame behauptet: „Sie sind weit entfernt von der Tour, wollen sie trotzdem weiterfahren?“ Dabei befindet sich die Tour auf der anderen Straßenseite. Aber ich habe das ehemalige Camp Altenrath umfahren, das inzwischen völlig geschleift wurde. Der Weg existiert wohl nicht mehr.
Auf der anderen Straßenseite dann:

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Anzeige wurde erstattet.

Ich kann ja nicht verstehen, warum Leute Energie aufwenden, ihren Müll ins Auto zu laden und im Naturschutzgebiet wider auszuladen, wo man es doch kostenlos auf dem nächsten Recyclinghof abgeben kann und freundliche Mitarbeiter beim Ausladen helfen.

Burg Wissem gefahren

und die tatsächlich gefahrene Strecke.

Burg Wissem hat nicht nur das Heideportal und das Bilderbuchmuseum zu bieten, sondern auch Gastronomie, einen schönen Park

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mit Erfahrungsfeld der Sinne, Kinderspielplatz, Kunst

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Ok, da wäre ich jetzt so nicht drauf gekommen.

und Wildgehege.

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Rotwild

und vieles mehr.

So gestärkt machte ich mich auf den erheblich einfacheren Rückweg. Links der Plan, rechts die gefahrene Strecke.

 

Im Grunde genommen ereignislos, vorbei an den Militärruinen in Spich, durch ein kleines Wäldchen (biegen sie links ab! Nö!), vor eine Wand (fahren Sie bei der nächsten Möglichkeit geradeaus), bei meinem Vetter vorbei (nicht zu Hause), an der Rennbahn entlang zum Gut Leidenhausen.

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Gut Leidenhausen

Dort noch ein Malzbier und ab nach Hause.

Auf dem Rückweg bin ich auch dem Geheimnis der zickigen Dame auf die Spur gekommen. Sie ist einfach manchmal etwas langsam. Wenn sie den Befehl zum Abbiegen gibt, bin ich an der Stelle schon vorbei.

 

Mal was zu raten, die Auflösung

Keine Ratefreunde hIer?

Lesenslust hat bei den Bookcrossern schon herausgefunden, dass Bauern, Adel und Bürgertum ja irgendwie miteinander gehandelt haben müssen.
Das stimmt.
Der Grundsätzliche Fehler liegt allerdings in der zeitlichen Zuordnung:

PLÖTZLICH war alles mit Allem anschlussfähig, Jeder konnte mit jedem handeln …
FRÜHER haben Katholiken mit Protestanten nicht gehandelt

> Reformation/ Protestanten ab 1517

FRÜHER hat der Adel mit dem Bürgertum nicht gehandelt]]

–> Bürgertum 1794

Das Bürgertum hatte KEINERLEI wirtschaftliche Austauschbeziehungen zu den Bauern

Bürger (ohne -tum und stark vereinfacht)
im Mittelalter – 6. -15. Jhdt – Einwohner einer Stadt MIT Immobilienbesitz.
Wenn es ein unfreier Bauer in die Stadt geschafft hat und über Jahr und Tag nicht wieder eingefangen wurde, konnte er in der Stadt bleiben.
Bürger in der Antike = Einwohner einer Stadt.

Und PLÖTZLICH ging das alles

Erste Münzen in China 1000 vor unserer Zeitrechnung Europa 700 vor unserer Zeitrechnung
Uuuups!

… und wenn sie kucken, was zwischen 1800 und heute passiert ist…

Als Kölnerin ist mir das natürlich sozusagen ins Gesicht geknallt. Hier war ja immer schon ein Handelsknotenpunkt Münzen aus aller Welt der Römerzeit werden in jeder Baustelle ausgebuddelt und im Mittelalter gab es die Hanse. Daraus resultiert natürlich Lesenslusts Schlussfolgerung. Seit 700 vor Christus hat in Europa jeder der konnte mit jedem und zwar mit Geld gehandelt. Vorher werden sie irgendwas anderes genutzt haben um gerecht zu tauschen.

Und die Kleinigkeiten
Und wenn wir schon mal in der Antike sind
Precht der Mensch sagt:

Das heißt ab einer bestimmten Summe wird jeder korrupt

Ab welcher Summe wird Precht korrupt?

Wir sind Investoren …in Liebesbeziehungen, Freundeskreis…

Mit Geld???

Früher hatten Menschen unheimlich viel Zeit…

Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf dem Feld geschuftet, was gegessen und dann aufs Strohlager gekippt.
Ich finde es faszinierend, wie der minutenlang historischen Unsinn labert und alle sagen: „Jau, der Precht hat Recht“

Mjam

Kaum gehe ich in den Garten, kommt eine große, dunkle Wolke. Gehe ich wieder rein, verschwindet sie wieder. Aber wenigstens gab es was zu ernten.DSC_4768

Muss ich heute noch irgendwie zubereiten.